Auch deswegen ist Rainer Steffens, Geschäftsführer der Theater Vorpommern GmbH, in Zugzwang, möglichst schnell ein Betreiberkonzept für die Stadthalle vorzulegen. Das soll bis Mitte September fertig sein, verspricht Steffens, der vor zwei Monaten in sein Amt berufen wurde, als die alte Geschäftsführung bestehend aus Hans-Peter Ickrath und Anton Nekovar fristlos gekündigt wurde. „Ich habe mir noch nicht über alles ein Bild verschaffen können“, sagt Steffens. Fest steht jedoch: „Wir sind mit der Auslastung der Stadthalle weitgehend zufrieden.“ Auf der Bilanz stehen bislang 35 Veranstaltungen, darunter das Gastspiel von Schauspieler Heinz Rennhack und Komiker Martin Schneider. Nach den zahlreichen Abibällen in den vergangenen Wochen und den Ostseefestspielen im Kaisersaal kehrt jetzt Ruhe ein. Nächste Veranstaltung soll am 4. September das Konzert von Ireen Sheer sein. Bis zum Jahresende sind derzeit 22 Veranstaltungen geplant, darunter auch eine mehrtägige Handwerksmesse. Weitere Anfragen liegen laut Steffens vor. Trotzdem räumt der Geschäftsführer ein: „Wir müssen uns Gedanken darüber machen, wie wir das besser machen können.“ Sobald alle Kollegen aus dem Urlaub zurück sind, werde das künftige Konzept inklusive einer finanziellen Kalkulation erarbeitet. Ob die Stadthalle schwarze Zahlen schreibt oder nicht, dazu will sich Steffens nicht äußern. Nur soviel: „Im Moment planen wir den Betrieb des Theaters gemeinsam mit der Stadthalle.“ Der äußere Druck durch die Theaterkrise öffnet bereits jetzt die Tür für Spekulationen und Gedankenspiele. „Man muss die Betreibung von Theater und Stadthalle trennen“, fordert Ulrich Bittner, Fraktionsvorsitzender der Grünen. „Die Stadthalle wird Kosten verursachen. Die dürfen wir nicht dem Theater zumuten.“ Bittner erinnert an die alte Forderung seiner Partei, die Stadthalle brauche einen eigenständigen Betreiber, der jedoch nie gefunden wurde. „Jetzt sind wir zum Erfolg verdammt“, so der Kommunalpolitiker, der nach neuen Lösungen sucht.
Ein weiterer Vorschlag ist es, jemanden hauptamtlich mit der Leitung der Stadthalle zu betrauen. Christian Pegel, SPD-Bürgerschaftsmitglied und Vorsitzender des Kulturausschusses, findet das eine interessante Idee. „Es ist sicherlich nicht ganz einfach, die Stadthalle nebenbei zu betreiben.“ Er gibt zu bedenken: „Die erheblichen Personalkosten müsste die Stadthalle erstmal einspielen.“ Er verweist darauf, dass das Kulturhaus Grimmen einen hauptamtlichen Leiter hat. „Das alleine rettet auch nicht, wie das Defizit-Beispiel Grimmen zeigt.“
Er kann für zirka 1400 Euro pro Abend gebucht werden. In dieser Aufwandspauschale inklusive sind Bestuhlung, Reinigung, Einlass, Feuerwehr sowie alle weiteren Aufwendungen. Der kleinere Rubenowsaal, der Platz für etwa 90 Zuschauer bietet, kann für einen Aufpreis von 300 Euro dazugebucht werden. Einzelbuchungen des Rubenowsaals gab es bislang nicht.
Vermietungsanfragen können telefonisch an das Künstlerische Betriebsbüro gerichtet werden, ☎ 5 72 22 07. Die Stadthalle hat keine eigene Internetseite.
Alle Informationen finden Sie unter:
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