Doch für den ordnungsgemäßen Betrieb braucht der VFAS sogenannte Ein-Euro-Jobber. Bis 2009 bewilligten die Sozialagentur Ostvorpommern und die Arge Greifswald die Kräfte. Doch seit Bekanntwerden der Kündigung für die Räume hat die Arge dem Verein keine MAE-Kräfte mehr zugewiesen. „Statt dessen bekam Anfang des Jahres die ABS eine Bewilligung, obwohl die kein Sozialkaufhaus betreiben“, macht VFAS-Geschäftsführer Jens Koeppen seinem Unmut Luft. Zum Glück kooperierten beide Träger, so dass das für Bedürftige wichtige Kaufhaus geöffnet blieb.
Im Mai lief der Kooperationsvertrag aus. „Im Juni bekam die ABS erneut von der Arge 20 MAE-Kräfte fürs Sozialkaufhaus bewilligt, wir gingen leer aus“, schildert Kaufhausleiterin Yvonne Manke und schimpft: „Die ABS hat überhaupt keinerlei materielle Voraussetzung dafür.“ Persönliche Gespräche Holznagels und Mankes mit Arge-Chef Bartels, Arge-Teamleiter Bluhm, Oberbürgermeister König und Sozialdezernent Dembski brachten nichts. „Wir haben nie erklärt, dass wir das Sozialkaufhaus aufgeben. Aber wir wurden immer abgewiesen oder vertröstet. Die Arge hat es abgelehnt, uns Kräfte zuzuweisen. Vom OB bekamen wir zu hören, dass die Stadt nicht zwei Sozialkaufhäuser braucht, Dembski wollte zurückrufen, darauf warten wir bis heute. Wir kommen uns verarscht vor“, redet Holznagel Klartext. Einzig die Sozialagentur Ostvorpommern bewilligte dem Verein zehn MAE-Kräfte.
Besonders wurmt es Koeppen, dass 20 Ein-Euro-Jobber jetzt rumsitzen: „Im Sozialkaufhaus, wo sie gebraucht würden, können wir sie nicht beschäftigen, es ist nicht unsere Maßnahme“, erläutert er. „Die ABS könnte erneut eine Kooperation mit uns eingehen. Wir haben die Geschäftsführung schon mehrfach angeschrieben, sie ignoriert uns“, sagt Holznagel.
„Stimmt nicht“, sagt ABS-Geschäftsführer Manfred Bogaczyk gegenüber der OZ. „Wenn ich im Urlaub bin, kann ich nicht antworten. Wenn ich Mitte August wieder im Dienst bin, werde ich das Gespräch mit Koeppen suchen“, erklärte Bogaczyk. Gleichzeitig macht er kein Hehl daraus, dass die ABS spätestens ab Januar auf dem ABiG-Gelände das Sozialkaufhaus betreiben will: Gesellschafterbeschluss. „Und dass die Arge die hier ansässige Beschäftigungsgesellschaft unterstützt, ist doch nur normal“, stellte er klar.
Doch auch der VFAS hält am Projekt Sozialkaufhaus fest. „Ab Januar sind wir am Gorzberg zu finden“, so Koeppen.
Den Bedürftigen wird das letztlich egal sein: Sie gehen dann eben ab Januar in beiden Sozialkaufhäusern auf Einkaufstour.
Dieser Beitrag wurde bisher 1059 mal aufgerufen - zuletzt am 02.09.2010 um 16:03.


















