Der von einer Studentengruppe eingebrachte Antrag wird mit franzosenfeindlichen und antisemitischen Äußerungen Ernst Moritz Arndts begründet. Außerdem habe er keine vorbildlichen wissenschaftlichen Leistungen vollbracht, sagte Moritz-Mathis Felder, einer der Initiatoren. Greifswald sollte dem Beispiel der Universität Rostock folgen, die nach der Wende den Namen „Wilhelm Pieck“ abgelegt hat. Schon 2001 hatte eine Gruppe von Professoren um den Amerikanisten/Kanadisten Prof. Hartmut Lutz und den Landeshistoriker Prof. Werner Buchholz ein Kolloquium über den umstrittenen Namenspatron veranstaltet und sich für die Ablehnung des Namens starkgemacht. Jetzt soll der Erweiterte Senat per Urabstimmung der Studenten aufgefordert werden, die Grundordnung zu ändern, damit es künftig nur noch „Universität Greifswald“ heißt.
Rektor Prof. Rainer Westermann reagierte gelassen auf die Initiative: „Die Benennung der Universität nach Ernst Moritz Arndt wird immer wieder einmal diskutiert“, sagte er. „Jedesmal werden Argumente und Positionen dafür und dagegen vorgebracht.“ Zunächst muss jetzt das Studentenparlament beschließen. Dessen Präsident Korbinian Geiger ist überzeugt, dass das Gremium dem Wunsch der Vollversammlung folgt. Er selbst hatte gegen die Ablegung des Namens, aber für die Urabstimmung votiert.
Der Name Ernst Moritz Arndt war der Greifswalder Universität nach der „Machtergreifung“ der Nazis 1933 vom preußischen Staatsministerium unter Ministerpräsident Hermann Göring verliehen worden. Nach 1945 wurde er zunächst nicht mehr verwendet, im Vorfeld der 500-Jahr-Feier 1956 aber wieder eingeführt.






