Wachmann am Genfeld verprügelt
Angriffsziel: Unebkannte überfielen ein Gentechnik-Versuchsfeld, verletzten einen Wachmann und versprühten eine Flüssigkeit.
Foto: Jan Eisele
Wachmann am Genfeld verprügelt
Angriffsziel: Unebkannte überfielen ein Gentechnik-Versuchsfeld, verletzten einen Wachmann und versprühten eine Flüssigkeit.
Foto: Jan Eisele
Beim Angriff auf das Feld wurde der Zaun zerstört und ein Wachmann verletzt.
Foto: Jan Eisele
Wachmann am Genfeld verprügelt
Beim Angriff auf das Feld wurde der Zaun zerstört und ein Wachmann verletzt.
Foto: Jan Eisele
Nächtlicher Angriff auf einen Wachmann und die Gen-Pflanzenfelder in Sagerheide. Der Schaden belaufe sich auf einen vierstelligen Eurobetrag, heißt es.
Sanitz/Rostock (dpa/ddp) - Am frühen Donnerstagmorgen um zwei Uhr durchbrachen eine Frau und vier Männer die Umzäunung der Versuchsfelder der Firma biovativ GmbH in Sagerheide. Vermummt. Dann versuchten sie, drei darauf befindliche Versuchsanordnungen zu zerstören. Dabei wurde ein 45-jähriger Wachmann, der die Frau festsetzen wollte, an der Hand und im Gesicht verletzt. Alle fünf Täter sind flüchtig. „Die Frau hatte um Hilfe geschrien und dem Wachmann in den Finger gebissen, daraufhin kamen ihr die vier Männer zur Hilfe“, beschreibt der Rostocker Oberstaatsanwalt Peter Lückemann den Tathergang. Die Frau habe eine durchsichtige Flüssigkeit auf ein mit gentechnisch veränderter Gerste bepflanztes Feld gespritzt. Von Amts wegen habe die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen. Der verletzte Wachmann erstattete Strafanzeige.
„Ob das ein Pflanzenvernichtungsmittel war, kann ich nicht sagen“, teilte Inge Broer, Expertin für Agrobiotechnologie, von der Uni Rostock mit. Zwei von ihr betreute Versuchsfelder, eines mit gentechnisch verändertem Weizen und eines mit Kartoffelpflanzen, waren ebenfalls Ziel der Angriffe. „Das Weizenfeld ist komplett zerstört“, sagte sie. Kerstin Schmidt, Geschäftsführerin der biovativ GmbH und Betreiberin des mit der Flüssigkeit besprühten Gen-Gersten-Versuchs, war nicht zu erreichen. Broer verurteilt die „Gewalttätigkeit“ gegen den Wachmann. „Proteste ja, Rechtsverletzungen werden aber nicht toleriert“, sagt Polizeihauptkommissar Olaf Bleeck, Leiter des Sanitzer Reviers. „Der Überfall hat eine neue Qualität und zeugt von krimineller Energie.“ Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und die gemeinschaftlich begangene Körperverletzung lassen die Polizisten ihre Strategie überdenken. Zäune und Wachpersonal scheinen nicht zu genügen.
Gentechnikgegner Jörg Bergstedt, der diese Woche zu einer — laut Polizei friedlichen — Demonstration und Informationsveranstaltung in Sagerheide aufgerufen hatte, befürwortet „direkte Aktionen“. Er meint: „Die gesellschaftlichen Kontrollen haben versagt.“ Bergstedt verantwortet sich zur Zeit wegen des Vorwurfs einer Feldbesetzung vor dem Landgericht Gießen. Aber den Übergriff auf den Wachschützer lehne er ab. „Das ist nicht in Ordnung, weil man damit die Falschen trifft“, sagte er.
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