Matthias Kath, Abteilung Philatelie der Deutschen PostAG Hamburg, hält derweil seine druckfrischen Bögen der neuen Marke des Leuchtturmes Dornbusch am Sockel des 1888 erbauten Seezeichens bereit. Glücklicherweise unter einem Zeltdach, denn die Hitze ist drückend. Der Andrang auf Briefmarken, Sondercouverts in 1200-er Auflage und Sonderstempel ist groß. Die am 2. Juli herausgegebene Marke mit dem Motiv des Hiddenseer Leuchtturms ist eine 55-Cent-Briefmarke. Das freut Bürgermeister Rüdiger Gau besonders. „Im Zeitalter von Email und Flatrate greifen wir immer weniger zur Briefmarke. Dennoch freuen wir uns auf Hiddensee über die kostenlose Inselwerbung in alle Welt“, so Gau. Bei Freigabe wurde die Marke vom dann schon Schlange stehenden Publikum am Leuchtturm sofort angenommen. Zeitgleich übrigens gab die DPAG eine Briefmarke zum Leuchtturm Norderney heraus, dessen Bürgermeister Ludwig Salvenius Hiddensee ebenso grüßte, wie Bürgermeister Rüdiger Gau seinem Amtskollegen.
Seit 1888 ist der 27 Meter hohe Leuchtturm in Betrieb, dessen Feuerhöhe bei 95 Meter Normal Null, also über Meeresspiegel, liegt. Zu DDR-Zeiten und bis kurz nach der Wende war der bis dato graue Turm mit seinen 25 Kilometern Reichweite der Befeuerung nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Nach Öffnung 1994 wurde er alleine in den ersten drei Monaten von 9000 Gästen, darunter fast alle Hiddenseer, besucht. Nach kurzer Debatte erhielt er seine heute charakteristische weiße Farbe und leuchtet nun auch tagsüber als optisches Zeichen. Zwischenzeitlich werden jährlich über 60 000 Besucher gezählt. Die sich geduldig die Treppenstufen hinauf und hinab bewegen. Jetzt gibt es zudem einen Anlass mehrfach Zwischenstopps auf dem Weg nach oben oder unten zu machen. Denn anlässlich der Leuchtturmtage richtete die Inselinformation eine Ausstellung mit Tafeln über technische und historische Details in den Treppennischen des Turmes ein. Das Stralsunder Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) betreibt zusammen mit der Inselinformation der Gemeinde Hiddensee den Leuchtturm als aktives Seezeichen und Besucherattraktion. Gewartet wird er heute statt täglich nur noch einmal im Monat.
Info: Es gibt eine Briefmarken-Serie mit Leuchttürmen. Erschienen sind bislang der Leuchtturm Dornbusch (55 Cent), der Leuchtturm Norderney (45 Cent), der Leuchtturm Amrum (55 Cent), der Leuchtturm Warnemünde (45 Cent), das Marken-Set „Leuchttürme: Amrum/Hörnum“ (5,50 Euro)
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