Ihn oder sein Bündnis in die rechte Ecke zu schieben, dagegen setzt sich auch OB Roland Methling zur Wehr. Pro OB habe sich vor der Wahl von den Rechten abgegrenzt. Vor der Sitzung habe es weder Gespräche noch Abstimmungen mit der NPD gegeben. Das nun entstandene Bild sei dennoch desaströs. „Das spricht für Gemeinschaftslisten“, um die Aufsichtsgremien zu besetzen. Genau jener Gepflogenheit früherer Jahre hatte sich die FDP im Vorfeld verweigert. Und so den Eklat mit heraufbeschworen.
Keine Absprachen — daran mag Johann-Georg Jaeger (Bündnis 90/Grüne) nicht glauben. Methling sei „Stratege im Hintergrund“, der in Pausen ständig mit FDP und NPD geredet habe. „Instinktlos.“ Auch das Verhalten der FDP ärgere ihn.
Da ihnen kein Sitz im Aufsichtsrat der Rostocker Gesellschaft für Stadtentwicklung (RGS) zustehe, hätten sie für den Pro-OB-Mann gestimmt, erklärt dazu Liberalen-Chef Ulrich Seidel. Dass dann auch die NPD die Hand gehoben hätte, sei „Sch. . .“. Er habe sofort für den Abbruch der Sitzung gestimmt. Die Rechten dürften nicht Zünglein an der Waage sein, fordert CDU-Fraktionschef Dieter Neßelmann. Eine offene Zählgemeinschaft von FDP und Pro OB hätte Schlimmstes verhindert, meint Jaeger. Die NPD wäre außen vor gewesen.
Dass der OB die Rechtmäßigkeit der Aufsichtsrats-Wahl prüfen lassen wollte, zeigt für Sybille Bachmann (Rostocker Bund), dass er die Dimension der politischen Außenwirkung nicht erkannt habe. „Er hat kein Unrechts-, nur Machtbewusstsein.“ Das Innenministerium ließ gestern wissen, es habe auf der Hand gelegen, dass die NPD, die „zu klein ist, um selbst einen Erfolg versprechenden Wahlvorschlag einreichen zu können“, bei der Stimmabgabe Einfluss aufs Wahlergebnis habe. Zum Eklat sei es nur gekommen, weil die Besetzung der Aufsichtsräte in offener Wahl erfolgte, „sodass offenkundig wurde, wo die NPD-Stimmen gelandet sind“.
Ulrich Seidel ist nun zu Gemeinschaftslisten bereit. „Aber nicht nur nach Prozenten. Die Kleinen fielen runter.“ Eine Besetzung nur nach Parteibuch sei nicht drin. Heißt: Auch FDP und Pro OB müssten ihre Sitze in Aufsichts- und Beiräten erhalten. Der CDU-Kreisvorsitzende Jörn-Christoph Jansen plädiert für ein Gespräch aller Fraktionen unter Leitung der Bürgerschaftspräsidentin — um einem neuen Eklat vorzubeugen.
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