Bahnverkehr ruht zwischen Rostock und Sassnitz
In Rostock stellten die Strassenbahnen am Mittwochabend ihren Verkehr ein. Am Abend musste dann auch die Bahn zwischen Rostock und Sassnitz die Züge stoppen. Auch Züge Richtung Wismar hatten erhebliche Verspätungen, wie die Bahn auf ihrer Internetseite informierte.
Bahnverkehr ruht zwischen Güstrow und Neubrandenburg
Auch der Zugverkehr zwischen Güstrow und Neubrandenburg ist am frühen Donnerstagmorgen wegen Schneeverwehungen zeitweilig eingestellt worden. Ersatzbusse würden eingesetzt, teilte die Ostseeland Verkehr GmbH in Neubrandenburg mit. Eine Schneefräse sei im Einsatz. Gegen 6.30 Uhr sollte sie in Neubrandenburg ankommen. Es sei damit zu rechnen, dass der Zugverkehr danach bald wieder aufgenommen werden könne. Mit Verspätungen müssten die Fahrgäste aber trotzdem rechnen.Nachdem am Nachmittag zunächst fast im gesamten Nordosten starker Schneefall eingesetzt hatte, kam es abends zu Verwehungen. Insbesondere der westliche Teil der Bundesstraße 105, erklärte Markus Alm von der Polizeidirektion Schwerin, sowie Straßen rund um Schönberg und Dassow waren betroffen.
In den Landkreisen Bad Doberan und Güstrow gab es nach Auskunft der Polizeidirektion Rostock zunächst vor allem auf Nebenstrecken Behinderungen. Gegen Abend kam es zu mehreren leichten Unfällen mit Sachschäden, etwa abgefahrenen Spiegeln: „Weil manche Kraftfahrer mitten auf der Fahrbahn fuhren, um den Schneewehen auszuweichen“, wie Olaf Gärtner von der Rostocker Einsatzleitstelle mitteilte. Auf den Autobahnen wehte zum Teil die Überholspur zu.
Bundesstraße B 104 und A 20 teilweise gesperrt
Die Bundesstraße B 104 ist am Donnerstagmorgen zwischen Strasburg und Pasewalk vollständig gesperrt worden. Grund dafür war ein in Schneeverwehungen bei Linchenshöh (Uckermark) stecken gebliebener Lastwagen, wie die Polizei in Anklam mitteilte. Wie lange die Sperrung andauern wird, war gegen 6 Uhr noch nicht abzusehen. Wegen eines glättebedingten Unfalls wurde auch die A 20 in Richtung Lübeck zwischen Neukloster und Kröpelin gesperrt.
Autofahrer vorsichtig unterwegs
In Rostock gab es kaum Probleme. Auch aus Nordvorpommern und aus der Region Greifswald wurden bis in die Abendstunden weder größere Behinderungen noch Unfälle gemeldet.
Die Menschen hätten sich auf den Winter eingestellt. „Die meisten Kraftfahrer fahren sehr vorsichtig“, hieß es aus der Einsatzleitstelle der Polizeidirektion Stralsund. Zudem seien deutlich weniger Autos unterwegs, auf unnötige Fahrten werde offenbar weitgehend verzichtet.
Auch am Donnerstag ist überall in Deutschland mit Schnee zu rechnen, sagte Christian Herold vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Es könnten bis zu 30 Zentimeter zusammenkommen, bei kräftigem Wind drohten weitere Schneeverwehungen und erhebliche Verkehrsbehinderungen. Am Freitag könne es im Nordstau der Mittelgebirge noch mehr Schnee geben als beim Durchzug des Tiefs „Daisy“, das vor knapp drei Wochen Norddeutschland weithin lahmgelegt hatte, sagte Herold. Besonders heftig könnte es den Westen erwischen.
Neue Kälterekorde
Die Nacht zum Mittwoch brachte vor allem dem Osten sibirische Temperaturen: In Bad Muskau in der Oberlausitz wurde mit minus 24,3 Grad laut DWD der Kälterekord dieses Winters eingestellt. Im Dezember sei in Dippoldiswalde südlich Dresden schon einmal dieser gleiche Wert gemessen worden.
Der private Wetterdienst Meteomedia von Jörg Kachelmann vermeldete vom „Kälteloch“ Funtensee in einem bayerischen Alpen-Hochtal sogar eine Temperatur von minus 30,5 Grad. In Mecklenburg-Vorpommern fielen die Temperaturen immerhin auf bis zu minus 22 Grad.
Trotz wochenlanger Kälte wird die Ostsee wohl nicht zufrieren. Das Ostseewasser gefriert wegen des Salzgehaltes erst bei etwa minus 0,5 Grad. Derzeit sind es 0 bis 4 Grad.
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