„Das kann eigentlich kein Jäger gewesen sein, der diese Fuchsfalle aufgestellt hat“, erklärt Henning Voigt vom Landesjagdverband MV. Totfangfallen dürfe man nicht in der Nähe von Siedlungen sowie keinesfalls offen einsetzen.
Falk Jagszent, Geschäftsführer des Ökologischen Jagdvereins, geht noch weiter: „Wir lehnen den Einsatz von Totschlagfallen bei der Jagd auf Füchse, Marderhunde oder Waschbären aus Tierschutzgründen und als nicht mehr zeitgemäß klar ab.“ In solchen Fallen komme es sehr häufig zu Fehlfängen. Auch geschützte Tiere wie etwa Fischotter würden zu Opfern. „Und niemand kann garantieren, dass die Tiere sofort getötet werden“, kritisiert Jagszent.
Füchse oder Marder lösen die Fallen durch das Anheben eines Köders mit ihrem Maul aus. Die Metallbügel schlagen hinter dem Kopf des Tieres zusammen und töten es. Waschbären jedoch ergreifen Köder mit ihren Vorderpfoten. Diese werden durch die Falle zerquetscht, die Tiere sterben qualvoll.
Im Jahr 2009 sind in Mecklenburg-Vorpommern bis zu 36 000 Füchse sowie tausende Marderhunde, Iltisse, Marder und Waschbären von Jägern erlegt worden. „Ich schätze, 95 Prozent davon mit der Schusswaffe“, sagt Henning Voigt, der Leiter des Jägerlehrhofs in Damm (Landkreis Parchim) ist. Wer Totfangfallen einsetze, müsse eigentlich umfangreich geschult werden. Leider könne jedermann die Geräte frei kaufen. Viele Nutzer in Haus und Garten würden die davon ausgehenden Gefahren jedoch stark unterschätzen, erklärt Voigt.
Die Falle an der Gartenanlage von Neubrandenburg stand offen hinter einer Tankstelle – in der Nähe eines Bolzplatzes. Das tödliche Gerät war mit einem Köder versehen und gespannt aufgestellt worden, erklärt eine Sprecherin der Neubrandenburger Polizei. Der in die Falle getappte Hund konnte erst von einem Tierarzt befreit werden.
Laut Bundesjagdgesetz ist es verboten, Fanggeräte aufzustellen, die Tiere verletzen und sie nicht sofort töten. Jagdlehrer Voigt empfiehlt den Einsatz von Lebendfallen, mit denen Tiere unverletzt gefangen werden. Darin stimmt er mit seinem Kollegen vom Ökologischen Jagdverein überein.




