Der Trend überrascht Experten nicht. Der Immobilienverband Deutschland (ivd) Nord beobachten bereits seit einiger Zeit ein steigendes Interesse von Menschen beispielsweise aus dem Ruhrgebiet, Hamburg oder Berlin. Begehrt seien nicht nur dauerhaft genutzte Ferienwohnungen in den Touristenhochburgen. „Es werden zunehmend auch Häuser auf dem Lande nachgefragt etwa in der Müritz-Region oder der Mecklenburger Schweiz“, sagt ivd-Mitglied Rainer Fiebig.
Die beste Werbung für den Alterswohnsitz bietet dabei das Urlauberland MV. „Der Tourismus ist der entscheidende Imagebaustein für das Land“, betont der Geschäftsführer des Tourismusverbandes (TMV).
Fast die Hälfte der Urlauber zähle zur Generation 50 plus. Und wer das Land kennen lernen wolle, der reise zunächst als Urlauber an.
Als beliebter Touristenort hat sich die Insel Rügen bereits auf die Zuwanderung älterer Menschen vorbereitet. „In Bergen und Sassnitz wurden z.B. die Angebote an betreuten Wohnanlagen erheblich verbessert“, sagt Rügens Landrätin Kerstin Kassner (Linke). Zudem böten die Wohnungsgesellschaften auf der Insel zunehmend altersgerechtes Wohnen an. Bereits heute seien knapp 22 Prozent der Rüganer älter als 65 Jahre. Im Jahr 2020 würden ihr Anteil auf 28 Prozent steigen.
Die Zuzüge stellt auch die Wirtschaft des Landes vor Herausforderungen. „Gesundheitsdienstleistungen sind für ältere Menschen von großer Bedeutung“, sagt der Projektmanager des Verbundes Biocon Valley, Heinrich Cuypers. Die Palette der nachgefragten Dienstleistungsangebote reiche vom Schwimmen über Rückenschule und Kreislauftraining bis hin zu Optikern. Vorteil für die Anbieter: „Die ältere Klientel aus dem Westen ist in der Regel zahlungskräftig.“ Laut einer im vergangenen Jahr abgeschlossenen Biocon-Valley- Studie verlegten zwischen 1995 und 2005 mehr als 41 000 Menschen über 55 Jahre ihren Hauptwohnsitz nach MV. Dabei hätten 42 Prozent der in der Studie Befragten gesundheitliche Gründe für den Umzug angegeben. „Am häufigsten wurde das gesunde Klima genannt“, sagt Cuypers.
Besonders begehrt bei den Zuzüglern seien Städte wie Rostock oder Schwerin, ebenso die küstennahen Regionen Bad Doberan, Usedom, Nordvorpommern und Rügen. Aber auch die Landkreise Ludwigslust und Nordwestmecklenburg stünden hoch im Kurs. Das Interesse an Kaufimmobilien sei dabei hoch. Immerhin 41 Prozent der älteren Zuwanderer hätten sich ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung zugelegt.














