Auch Jörg Lüth könnte Luftsprünge vollführen. „Endlich ist die Finanzierung sicher, endlich kann es los gehen. Unser Freizeitpark bekommt eine neue Attraktion, eine Familien-Achterbahn“, sagt der Park-Inhaber. 15 Fahrattraktionen, von der Teppich- bis zur Boots-Riesenrutsche gibt es schon im Park, der insbesondere für Inselgäste im Urlaub ein Muss ist und bei vielen zum Ferienprogramm auf Rügen gehört. „Mit der Achterbahn locken wir bestimmt noch mehr Gäste“, hofft Lüth.
Darauf setzt er auch, denn die Saison — der Park mit mehr als 100 Miniaturausgaben von Rügener und Sehenswürdigkeiten aus aller Welt hat seit Ostern geöffnet — ist schlecht angelaufen. „Mieses Wetter — wir hatten dieses Jahr im Frühjahr mit den gleichen Problemen wie die Hoteliers auf der Insel zu kämpfen“, entnimmt Lüth der Statistik, dass die Besucherzahlen hinter denen der vergangenen Jahre bislang hinterher hinken. Doch er bleibt optimistisch: „Drei gute Tage im Sommer und die Verluste der Vorsaison sind wieder ausgebügelt.“ Die Familien-Achterbahn wird dazu beitragen, ist er sicher. Pläne für das Projekt hat er schon im Winter geschmiedet, ist nach Nordrhein-Westfalen gefahren, wo so eine Bahn schon steht. „Wir wollen bewusst keine Konkurrenz zum Heide-Park werden. Unser Besucher-Klientel ist ein anderes. Deshalb wird es auch eine Achterbahn für die ganze Familie. Selbst Vierjährige dürfen schon mitfahren.“ Lüth breitet die Pläne aus: 85 Meter Gesamtlänge, eine Schleife drin, der höchste Punkt liegt bei fünf Metern. Mit Tempo 25 können 14 Personen auf einmal das Oval umrunden. Ihren Platz wird die Achterbahn im Freizeitpark zwischen dem Modell der Cheops-Pyramide und der Teppich-Riesenrutsche finden. „Die Einweihung der neuen Attraktion am 22. Juli wäre der Knaller gewesen. Genau an dem Tag können wir das 10-jährige Bestehen des Parks feiern“, schätzt Jörg Lüth realistisch ein, dass es ein Wunsch bleiben wird. „Es hat lange, zu lange gedauert, bis die Banken bei der Finanzierung mitgespielt haben.“ Doch bei Lüth ist der Ärger verflogen. Er hält die noch druckfrische Finanzierungszusage in den Händen für die Investition, die er mit „deutlich im sechsstelligen Bereich“ angibt.
Die Ginastera Achterbahn ist ein italienisches Modell. Die Produktion ist gerade angelaufen. Auch wenn er aufs Tempo drücken will — der Parkchef rechnet mit dem Aufbau erst Anfang August. „Ich hoffe nur, die Italiener werden nicht wieder Fußball-Weltmeister. Dann dauert es womöglich noch länger, weil sie erst feiern müssen.“
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