„Es ist uns hier einfach zu eng geworden, und zu größeren Lesungen sind wir schon immer in die HMT, ins Volkstheater oder auch zur OZ gegangen, wir brauchen einfach mehr Platz“, nennt Reiner Mnich (49), Geschäftsführer des Literaturhauses Rostock, den Hauptgrund für den Umzug.
Zunächst werde man im Peter-Weiss-Haus provisorisch ein Büro beziehen und für Veranstaltungen die vorhandenen Säle nutzen. Das Haus soll bald saniert werden und unter anderem die erste Adresse für Literaturfreunde in Rostock werden. Die vielen Veranstaltungen mit Schülern, die Lesungen und Diskussionsrunden sollen künftig nicht mehr ausgelagert werden.
Sicher hänge man am Kuhtor und der Abschied werde schon schwer fallen, gesteht Reiner Mnich, doch neben dem besseren Platzangebot sei es im Peter-Weiss-Haus für den Verein auch finanziell günstiger.
Schon in den 90er Jahren war im Kuhtor das Literaturhaus zu finden, und nach der Sanierung zog 2000 der Verein Literaturförderkreis als Träger des Hauses dort ein.
Im neu sanierten Peter-Weiss-Haus will das Literaturhaus nicht nur sein Vereinsdomizil haben, sondern auch die Bücherfreunde zu Veranstaltungen in die beiden großen Säle bitten, und dort sind auch ein Lesecafé und eine Buchhandlung im Gespräch.
Das Kuhtor ist eines der wichtigsten architektonischen Baudenkmäler der Hansestadt. Der Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung der Hansestadt verwaltet die denkmalgeschützte Immobilie. Betriebsleiterin Sigrid Hecht bestätigte gestern, dass es einen Nachnutzer für das Objekt gibt: „Nachdem die Verhandlungen mit der Universität gescheitert sind, im Kuhtor sollte ein Dekanat einziehen, haben wir es an Roland Straube vermietet, der dort Kurse und Seminare durchführen wird.“ Roland Straube führt mit vier angestellten Mitarbeitern und 13 Honorarkräften, die „Mediationsstelle Rostock“. Paar-, Familien- und Trennungsmediation sowie Familientherapie gehören zu den Angeboten.
„Wir sind jetzt noch in der Ökovilla am Rosengarten, doch wir benötigen mehr Platz und brauchen auch etwas mehr Ruhe“, fasst Straube die Gründe zusammen, warum er künftig Mieter im Kuhtor sein wird.
Sigrid Hecht ist wichtig, dass es weiterhin Publikumsverkehr im Tor gibt und es regelmäßig zum Tag des offenen Denkmals für Rostocker zugänglich ist. „Wir sind froh, dass es diesen Nutzer gibt“, sagt Sigrid Hecht und erinnert daran, dass für den Lagebuschturm und das sanierte Mönchentor auch noch Mieter gesucht werden.
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