Auf der Liste der ungeschützten Tierarten steht in Mecklenburg-Vorpommern der Kormoran wohl bald ganz oben. Eigentlich komisch, denn gerade wurde er in Deutschland zum Vogel des Jahres 2010 gewählt.
Aber manchmal zählen wohl auch wirtschaftliche Argumente. Denn die unkontrollierte Vermehrung dieser Vögel macht der landeseigenen Fischereiwirtschaft große Sorgen. Kormorane sind im Arbeitsalltag der Fischfänger ungern gesehene Kontrahenten. Teile der Beute schnappen diese Vögel den Fischern einfach weg. Letztere wollen darum gravierend in die Familienplanung der Kormorane eingreifen und planen eine Dezimierung des Nachwuchses mit allen möglichen Mitteln.
Manchmal geht der Tierschutz eben ganz seltsame Wege. Während Frösche fürsorglich über die Straße getragen werden, stehen zum Beispiel Wildschweine auf der Abschusslisteganz oben. Da verteilen die Menschen die Zuneigung an die Tiere wohl etwas zu ungleichmäßig. Je kleiner das Tier, desto kleiner fällt auch die Tierliebe aus. Kann man diese Grundregel aufstellen? Jedenfalls haben es Hühner schwer, Mäuse will auch niemand sehen und Insekten haben überhaupt keine Chance.
Und wo wir eigentlich hier vom Fischfang reden: Ja, was ist eigentlich mit den Fischen? Da stellt sich die Frage nach der Tierliebe erst gar nicht. Die hübscheren von ihnen werden nur zur Zierde des eigenen Heimes angeschafft und schwimmen im Aquarium. Ansonsten landen die dickeren und schmackhafteren von ihnen einfach in der Pfanne, Fische sind reine Verzehrtiere. Ähnlich sehen es wohl auch die Kormorane, noch thronen sie stolz auf höhergelegenen Sitzplätzen und warten erstmal die weitere Entwicklung ab.
T. CZARKOWSKI
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