OZelot: Das neue Album „Work“ klingt ruhiger als die Vorgänger.
Adam Olenius: Stimmt. Dafür passiert mehr, inhaltlich und mit den Instrumenten. Es gibt auch energiegeladene Lieder, wie „1999“ und „Walls“.
OZelot: Waren die Aufnahmen, wie der Titel vermuten lässt, harte Arbeit?
Adam: Irgendwie schon. Uns wurde klar, dass das, was wir machen, echte Arbeit ist, der wir mit Respekt begegnen, auch wenn es sich wie Spaß anfühlt. Vielleicht haben wir den Produktionsprozess dieses Mal ernster genommen als vorher.
OZelot: Viele deiner Texte handeln vom Bedauern.
Adam: Ich bin zufrieden mit meinem Leben. Aber ich bin oft dabei, über meine Fehler nachzudenken, und wie ich Dinge hätte besser machen können. Ich weiß nicht, wieso. Es passiert einfach.
OZelot: Schaust du auch manchmal in die Zukunft?
Adam: Darin bin ich sehr schlecht (lacht). Dieses Jahr lohnt es sich zum Beispiel gar nicht, in die Zukunft zu blicken, weil schon alles durchgeplant ist. Es ist leichter, über Veränderungen in der Vergangenheit zu schreiben.
OZelot: In einem älteren Song heißt es: „Alle haben jemanden, aber ich habe keinen“. Fühlst du dich manchmal einsam?
Adam: Ja, natürlich. Das Lied entstand in der Anfangszeit der Band, als wir uns erst noch an das viele Unterwegssein, auch im Ausland, gewöhnen mussten.
OZelot: In einem anderen Titel singst du „Ich sterbe, um am Leben zu bleiben“. Was soll das bedeuten?
Adam: Viele Möglichkeiten. Ich habe immer davon geträumt, Musik zu machen. Nicht jeder kann seine Träume verwirklichen.
OZelot: „Go Sadness“ handelt unter anderem von Autoschlüsseln.
Adam: Ich möchte nicht zu viel über das Lied sprechen. Es entstand nach einem Traum, in dem zwei Autos miteinander kollidierten.
OZelot: Der erste Tour-Auftritt führt euch nach Rostock. Wart ihr schon mal da?
Adam: Ja. Auf dem Weg nach Berlin kommen wir immer mit der Fähre in Rostock an. Ich erinnere mich an ein sehr gutes Restaurant, eine urige, traditionsreiche Fischerkneipe im Zentrum.
OZelot: Die „Kogge“?
Adam: Ja genau, so hieß sie.
OZelot: Warum erscheint „Work“ nicht in Großbritannien?
Adam: Wir hatten in der Vergangenheit Pech mit britischen Plattenfirmen. Deswegen erschienen unsere beiden vorhergehenden Alben da etwas später. Im April geben wir ein Konzert in London, weil wir viele Fans auf der Insel haben.
OZelot: Schwedische Krimi-Autoren wie Henning Mankell und Stieg Larsson sind in Deutschland berühmt. Wie findest du sie?
Adam: Mir gefallen Mankells frühe Werke. Larssons Bücher sind aufregender, obwohl ich seine Sprache nicht mag. Es ist interessant, etwas über die Geheimpolizei in Schweden zu erfahren.
OZelot: Beide Autoren beschreiben auf düstere Weise die Ungerechtigkeit in Schweden. Lebst du gern da?
Adam: Ja, ich fühle mich den Dingen und den Menschen hier sehr nah. Auch wenn ich mich manchmal isoliert fühle. Wahrscheinlich könnte ich überall leben.
Interview: GRIT SCHREITER
Live: 23. März, 20 Uhr, Mau-Club Rostock
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