„Ob das ein Pflanzenvernichtungsmittel war, kann ich nicht sagen“, teilte Inge Broer, Expertin für Agrobiotechnologie, von der Uni Rostock mit. Zwei von ihr betreute Versuchsfelder, eines mit gentechnisch verändertem Weizen und eines mit Kartoffelpflanzen, waren ebenfalls Ziel der Angriffe. „Das Weizenfeld ist komplett zerstört“, sagte sie. Kerstin Schmidt, Geschäftsführerin der biovativ GmbH und Betreiberin des mit der Flüssigkeit besprühten Gen-Gersten-Versuchs, war nicht zu erreichen. Broer verurteilt die „Gewalttätigkeit“ gegen den Wachmann. „Proteste ja, Rechtsverletzungen werden aber nicht toleriert“, sagt Polizeihauptkommissar Olaf Bleeck, Leiter des Sanitzer Reviers. „Der Überfall hat eine neue Qualität und zeugt von krimineller Energie.“ Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und die gemeinschaftlich begangene Körperverletzung lassen die Polizisten ihre Strategie überdenken. Zäune und Wachpersonal scheinen nicht zu genügen.
Gentechnikgegner Jörg Bergstedt, der diese Woche zu einer — laut Polizei friedlichen — Demonstration und Informationsveranstaltung in Sagerheide aufgerufen hatte, befürwortet „direkte Aktionen“. Er meint: „Die gesellschaftlichen Kontrollen haben versagt.“ Bergstedt verantwortet sich zur Zeit wegen des Vorwurfs einer Feldbesetzung vor dem Landgericht Gießen. Aber den Übergriff auf den Wachschützer lehne er ab. „Das ist nicht in Ordnung, weil man damit die Falschen trifft“, sagte er.
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