Der erste Ökostrom aus der Themse-Bucht soll schon 2012 während der Olympischen Spielen in das Stadtnetz von London eingespeist werden. Mit dem Vorhaben stoße man an die Kapazitätsgrenzen der hiesigen Großrohrwerke, sagte Klös-Hein. Es habe sich als richtig erwiesen, zusätzlich zu dem vor drei Jahren für rund 60 Millionen Euro errichteten Werk in Rostock eine zweite Produktionsstätte in Lubmin für die in den Meeresgrund zu rammenden Monopiles und die dazugehörigen Aufsätze aufzubauen.
„Ursprünglich wollten wir auf einem Werftgelände in Warnemünde eine neue Fertigungsstätte errichten. Aber diese Pläne scheiterten am neuen Werfteigentümer“, sagte der Unternehmer. In Lubmin habe man gute Voraussetzungen für die Fertigung und Verschiffung von mehr als 50 Meter langen Mastkonstruktionen gefunden. Ein etwa 500 Meter langer Hallenkomplex sei zunächst für zwei Jahren angemietet worden. Zudem habe man sich eine Verlängerungsoption von drei Jahren gesichert. Insgesamt seien nochmals mehr als acht Millionen Euro in Lubmin investiert worden. Derzeit würden dort Mastkonstruktionen für einen weiteren Windpark in der Irischen See produziert.
Mit dem bevorstehenden Bau von Windparks in Nord- und Ostsee rechnet die Offshore-Industrie Mecklenburg-Vorpommerns in den nächsten Jahren mit einem regelrechten Boom. Neben Rostock, Warnemünde und Lubmin steht nach OZ-Informationen auch der Standort Mukran auf Rügen im Interesse von Investoren aus derBranche. Insgesamt sollen 40 Windfarmen jenseits der Zwölf-Meilen-Küstenlinie an Nord- und Ostsee mit einer Gesamtleistung von 12 000 Megawatt errichtet werden. Mit dem Strom könnten über zwölf Millionen Haushalte versorgt werden.
Derzeit arbeiten in der Windkraftindustrie in MV 3600 Beschäftigte in 40 Unternehmen. Durch den Ausbau der Offshore-Industrie könnten weitere 2000 Stellen entstehen, schätzen Experten.
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