Kammel persönlich hat seit drei Jahren die behördliche Genehmigung, den Stein so anzuheben, dass er wieder sichtbar wird. Noch in diesem Sommer soll dies geschehen, so hat es eine Baufirma beschlossen, die die Zuleitung zum Windpark auf der Ostsee ganz in der Nähe verlegen wird.
Der Seehund lässt den Seebären neu nachdenken. „Das muss ja wohl berücksichtigt werden“, meint er. „Meine Leute haben ihn am Wochenende mehrfach gesehen. Vielleicht hat er ja dort sein Revier gefunden.“ Kammels Leute wollen am Ufer im Schnatermannbereich sogar noch zwei weitere Robben gesehen haben. Dass diese möglicherweise aus der Robbenforschungsstation neben der Yachthafenresidenz ausgebrochen sind, ist auszuschließen. „Bei uns fehlt kein Tier“, beteuerte gestern Professor Guido Dehnhard, Leiter der Forschungseinrichtung. Dehnhard weiß, dass mindestens ein wildes Weibchen — „das Tier, das die Leute auf ,Horst‘ getauft haben“ — in der Nähe heimisch geworden ist. „Im Seekanal haben wir mehrfach einen ganz jungen Seehund gesehen, ergänzt der Robbenprofessor.“ Dass es wegen des erhöhten Schiffs- und Bootsverkehrs im Breitling für die Robben besonders gefährlich ist, glaubt Dehnhard nicht. „In Schottland sind Seehunde in solchen Buchten — und auch in Hafennähe zuhauf anzutreffen“, sagt er. Wenn die Tiere in so einem Gewässer Stress bekommen, verschwinden sie wieder.
Erst seit einigen Jahren werden Seehunde wieder gehäuft an den Uferzonen Rostocks und Umgebung entdeckt.
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