Auf „Geheimmission“ befand sich auch Prinz Henrik von Dänemark. Völlig unerwartet wurden Menschen Zeugen einer wahrlich nicht alltäglichen Begegnung (die OZ berichtete). Henrik, Gatte der dänischen Königin Margrethe, befand sich auf seiner alljährlichen Sommerreise. Während die Königsfamilie traditionell für einige Wochen auf Schloss „Gravenstein“ in der Nähe von Sonderburg in Dänemark verweilt, machte sich der Prinzgemahl auf der „Dannebrog“, der Yacht der Königsfamilie, allein auf große Reise. Für seinen Segeltörn hatte der 76-Jährige in diesem Jahr die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns als Reisedestination ausgewählt. Als er am Sonntagmorgen 9 Uhr den Warnemünder Hafen anlief und wieder festen Boden unter den Füßen hatte — er war wohl froh, an Land zu sein, denn die Nacht zuvor kamen er und die Besatzung der „Dannebrog“ in einen heftigen Sturm — wurde er von Kim Vinthen, einem Vertreter der dänischen Botschaft in Rostock begrüßt. Ohne Protokoll, strikten Ablaufplan und ganz leger mit gelbem Poloshirt gekleidet, ging es mit dem Prinzen auf eine größere Stadt- und Landrundfahrt. Auf dem Programm stand zunächst die Besichtigung der aktuellen Ausstellung „Schönheit pur. Mecklenburg-ein Land für Künstler 1900-1945“ im Kulturhistorischen Museum Rostock. Henrik selbst ist in seiner Freizeit Dichter, Maler und Bildhauer und sei von der Gestaltung des Museums sehr angetan gewesen, sagt die Museumsleiterin Heidrun Lorenzen. Als er die Schwelle des Museums überschritt, wurde er dort zudem als 6000ster Besucher der Vernissage begrüßt.
Mit dem ehemaligen Oberbürgermeister Rostocks, DSR-Geschäftsführer und amtierender dänischer Honorarkonsul, Arno Pöker ging es dann im Kleinbus auf Stadtrundfahrt durch Rostock. Dort gab das ehemalige Stadtoberhaupt dem Prinzen eine persönliche Führung über den Marktplatz bis in die Marienkirche. Dort war es Pöker ein großes Anliegen, seinem Gast die astronomische Uhr zu erklären. Im Anschluss an die kleine Nachhilfestunde fuhr die Delegation um Prinz Henrik nach Heiligendamm und in das Münster nach Bad Doberan. In englischer Sprache wurde dort mit der königlichen Hoheit angeregt geplaudert. „Er zeigte sich sehr interessiert an der Geschichte des Klosters“, berichtet Arno Pöker.
Info: Bildergalerie auf www.ostsee-zeitung.de
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