„Nach zähem Ringen haben wir nun eine weitere Vorgehensweise gefunden, die von allen Seiten getragen wird. Sonst wäre das Projekt auch nicht weiter durchführbar gewesen“, erklärte Initiator Arne Nowak gestern vor Ort. Im Kofferraum seines Autos hatte der Dresdener die ersten Mauersegler- und Fledermaushäuschen, die nun angebracht werden sollen.
Dafür legen sich Joel Tomé und Sebastian Köpke vom Seilgarten Prora ins Zeug. In 18 Meter Höhe brachten sie das erste massive Mauersegler- und Fledermaushaus an. Sechs weitere Kästen werden seit gestern jeweils an die Blöcke I und II montiert. „An Block III werden sicher noch mehr gebraucht, weil da mehr Tiere sind“, schätzt Nowak. Über die Verfahrensweise werde an jedem einzelnen Block neu entschieden. Die Finanzierung der Kästen sei durch Sponsoring der Investoren ermöglicht worden, lobt Nowak den Einsatz der Eigentümer der Blöcke. Über die Mehrkosten, die durch das Anbringen entstehen, werde noch verhandelt. „Ich hoffe in Kürze eine Partnerschaft mit einem großen deutschen Unternehmen verkünden zu können, das eines seiner Kerngeschäftsfelder im Bereich Umwelttechnologie hat.“ Mit einem Countdown soll in der nächsten Woche die Internetseite www.colorbeach.com hochgefahren werden, so Nowak. Denn zum 1. November planen die Macher sozusagen den Neustart des einzigartigen Kunstprojektes. Dann werden auch die nächsten Bilder aufgehängt.
Dass allerdings der eingereichte Vorschlag eines Rügener Künstlers mit dabei sein wird, ist eher unwahrscheinlich. Unter dem Titel „Rügener Ansichten — bei Tag und bei Nacht“ hatte er jeweils ein weißes und ein schwarzes Blatt Papier geschickt, erzählt Nowak augenzwinkernd. „Wenn wir bis zum Jahresende Block I fertig behängt haben, wäre das toll“, hofft Nowak, der sich freut, dass die Preise für die ausstellenden Künstler nochmals gedrückt werden konnten.
Ein offenes Problem stellt in den Augen der Verantwortlichen nach wie vor das Thema Sicherheit dar, das noch nicht geklärt werden muss. „Es wäre dramatisch, wenn wir vor Kräften kapitulieren müssten, die kriminell unterwegs sind.“ Im Juli waren bereits zwei Bilder gestohlen worden, die nachproduziert werden mussten. Im vergangenen Monat hatten Unbekannte versucht, ein Bild herauszuschneiden. Trotz aller Hindernisse hält Arne Nowak an seiner Vision der weltgrößten Open-Air-Galerie fest. „Es ist wie mit der Liebe. Es ist eben nur dann Liebe, wenn sie sich täglich beweist.“
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