„Ein einsamer Leuchtturmwärter verliert seine Heimat“, so sagt es das Exposé des Streifens, der schon im Sommer auf Usedom aufgeführt werden und dann möglichst bei Festivals wie der Berlinale oder der Cameraimage in Lodz für Furore sorgen soll. Die Greifswalder Oie hat Meenke schon immer fasziniert, Usedom biete sich zudem an, einzelne Szenen sollen in einer Ückeritzer Gaststätte und im Backhaus an der Benzer Mühle spielen.
Für die drei Macher gilt es, an alles Mögliche zu denken: Profis und Laien als Schauspieler casten, Mitstreiter für die Crew gewinnen, mit dem Staatlichen Amt über Umweltfragen verhandeln, Requisiten besorgen, sich ums Catering kümmern und ein Boot als Wassertaxi zur Oie chartern. „Und alles für möglichst kleines Geld oder — noch besser — kostenlos“, schließlich ist es eine rein studentische Arbeit, die schon am 12. April in die „heiße Phase“ eintauchen wird, denn dann beginnen die zehntägigen Dreharbeiten im Nordosten. „Wir freuen uns über jede Art von Unterstützung“ hofft Meenke darauf, dass Insulaner, die Interesse für das Projekt verspüren, sich bei ihm melden (post@oiedyssee-derfilm.de). Ganz egal, ob sie noch mitspielen, Utensilien eines Leuchtturmes ausleihen oder sonst irgendwie helfend agieren möchten.
Meenke und seine Kommilitonen wollen einen Streifen mit hoher Authentizität machen. Deshalb haben sie sich auch entschlossen, die Dialoge zwischen den Hauptdarstellern in Plattdeutsch aufzunehmen und höchstwahrscheinlich zu untertiteln. „Ohne albern werden zu wollen. Aber wir möchten, dass das ernste Thema auch glaubwürdig transportiert wird“, sagt der Benzer. Einschlägige Erfahrungen hat er bereits sammeln können, in Schwerin eine Ausbildung zum Videojournalisten absolviert und von 2006 bis 2008 als Entwickler und in einem Digital-Lab in der Hauptstadt gearbeitet.
Hier sieht er auch in seiner Branche die besten Karrierechancen, wenngleich „der Wettbewerb sehr hart“ sei. Dennoch steht für ihn fest, nach dem Bachelor of Arts — also nach durchschnittlich acht bis zehn Semestern — als Kameramann entweder in den Dokumentar- oder aber in den szenischen Kinofilm gehen zu wollen. Beides reize ihn derzeit ungemein.
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