Es seien, so Paul, also Pädagogen, Erzieher, Kinderärzte, Tagesmütter, Kitas, Hausmeister, Handwerker, Gerichtsvollzieher, Politiker, aber auch Institutionen wie Polizei, Justiz, Vereine und Weißer Ring in das Netzwerk integriert. Dieses biete den Vorteil, Kinder, die in ihrer Identität und Würde grausam verletzt worden sind, schneller aufzuspüren und deren Status quo zu verändern.
„Immer steht das gefährdete Kind im Mittelpunkt“, argumentierte Rainer Becker, Landesvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe. Wie wichtig es ist, die Effizienz des Kinderschutzes durch Kooperation zu verbessern, belegt eine Analyse der Vernachlässigungen. Demnach wurden im Jahr 2003 im Bund 1240 Fälle und im Jahr 2008 schon 1761 registriert. Die Statistik für M-V: für 2003 42 und für 2008 75 Fälle.
2003 wurden im Bund 2928 Fälle von Kindesmisshandlung registriert, 2008 bereits 3426. Im Land: 2003 52 Fälle, 2008 95. Die Opfer sind deutlich jünger geworden. Auffällig ist die starke Gewaltzunahme gegen Mädchen ab zwölf Jahren. Becker verteilte in Anklam Schlüsselanhänger der seit Februar 2008 bestehenden Kinderschutzhotline M-V ☎ 0 80 01 41 40 07.
Der Rechtsmedizinerin der Uni Greifswald Brigitta Bockholdt war es vorbehalten, in Wort und Bild über die Facetten der Züchtigung zu referieren. Sie gab Hinweise, wie Anzeichen, z. B. von Sturz und Schlag, Würgen, Stockschlägen, Lokalisation von Verletzungen, Petechien oder das Schütteltrauma zu erkennen und deren mögliche Ursachen zu beurteilen sind.
Die Fortbildung zog etwa 110 Fachkräfte aus Kindertagesstätten und Tagepflegediensten an und wurde von der Deutschen Kinderhilfe M-V gesponsert.
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