„Meine Frau und ich sind große Fans des Kabaretts, weil man über die auf die Spitze getriebenen Pointen herzhaft lachen kann", verrät Ulrich Nehls, was ihm so gut an dieser Mischung aus Satire und Comedy gefällt. Den stimmungsvollen Einstieg schafften die Stralsunder Künstler mit einem kleinen Jahresausblick, in dem politische Denkanstöße gegeben wurden, die die Staatsverschuldung stoppen sollen und die Wirtschaft wieder in gigantische Sphären befördern werden. Die Altersbeschränkung für den Führerschein wird in einem Sketch mit weit reichendem Blick abgeschafft, damit in Zukunft deutlich mehr Verkehrsunfälle passieren und neben der Kfz-Branche auch alle erdenklichen Bußgeldstellen profitieren. „Grandios — wirklich sprichwörtlich zum wegschmeißen", muss sich Claudia Möller eine Freudenträne aus dem Auge reiben. Das Deutschland derzeit eine wahrhaftige Bio-Produktwelle überrollt, haben auch die „Sägefische" zur Kenntnis genommen und kritisieren in einem „Interview“ unter anderem die Politik der Grünen.
Auch 2010 sind überhöhte Managergehälter ein beliebtes Thema zahlreicher Kabarettistengruppen. So stellt Kabarettistin Inis Schindler fest, dass ein Topmanager 400 Euro verdient, während er auf die Toilette geht und hält dieses für ein „dickes Geschäft". Vor allem viele Frauen konnten sich kaum noch beherrschen, als dann auch noch zwei staatlich anerkannte Putzfrauen etwas genervt die Bühne betraten und allen Männern im Saal einen guten Tipp für den nächsten Toilettengang gaben. „Wenn ihr keinen Ärger mit uns haben wollt, dann schüttelt euren kleinen Johannes dort genauso gut ab, wie ihr es immer an der Tankstelle mit dem Tankhahn macht", mahnt Kabarettistin Annette Haselhuhn mit ernster Stimme das starke Geschlecht zur Reinlichkeit.
Als dann auch noch zwei Punks völlig verzweifelt feststellen müssen, dass man heute eigentlich nur noch auffällt, wenn man stinknormal ist, erreicht die Stimmung im Grimmener Kulturhaussaal ihren Höhepunkt. „Ich war jetzt bei allen vier Auftritten und bin jedes Mal begeistert wieder nach Hause gegangen", resümiert Caroline Plötz.
Die seit 2002 bestehende Truppe war nach dem zweistündigen Auftritt voller Adrenalin und glücklich über einen stimmungsvollen und gelungenen Abend. „Das Publikum hat richtig ausgelassen gelacht und wir haben durchweg positive Rückmeldungen bekommen", freut sich Herbert Wendland und verrät, dass die Abende in Grimmen inzwischen echte Highlights sind.
Solch ein humorvoller Kabarettabend hilft doch mit Sicherheit, den täglichen Ärger ein wenig lockerer anzugehen und die eine oder andere aufgeblasene Krise mit einem Lächeln zu hinzunehmen.
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