Den Sitzbänken sieht man die Jahre an. Die Farbe blättert ab, einige Latten fehlen. Und so machen sich die jungen Leute ans Werk. Gemeinsam mit ihren Betreuern, den Arbeitserziehern Sven Willmer und Manuel Weiland sowie Bauteam-Leiter Daniel Fritz, schrauben sie die Bohlen ab, kümmern sich um die Aufarbeitung des Gestells und sorgen dann auch für die Bearbeitung der künftigen Sitzfläche. Da müssen kaputte Teile ausgetauscht werden, geht‘s ans Entrosten mit der Drahtbürste, Schleifen, dann Grundieren und Streichen.... Nebenan wird ein neuer Tisch gebaut, und dabei sind genaues Messen und Sägen gefragt.
Nach einem arbeitsreichen Tag konnte das Bauteam vom Stralsunder-Chamäleon-Verein dann ein handfestes und handwerkliches Dankeschön — gedacht für die gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren — ans Amt Niepars übergeben. Der Nieparser Bauhof-Chef Manfred Güldner freute sich über die Arbeit der Jugendlichen. „Die angefertigten Tische und aufgearbeiteten Bänke werden ihren Platz im Amtsbereich haben, damit sie Gästen aus Nah und Fern in unserer Region, aber auch den Einheimischen einladende Orte der Rast und Erholung bieten.“ Seine Frage, ob die Jungs denn am nächsten Tag wieder kämen, war für die fleißigen Handwerker natürlich das beste Lob.
Der Chamäleon-Verein feiert in diesem Jahr sein 15-jähriges Bestehen (OZ berichtete bereits mehrfach). Zu diesem Anlass hat der Verein als Dank an alle Helfer und Unterstützer 15 gute Taten geplant.
Die siebente konnte nun nach Absprache mit dem Amt Niepars auf dem Bauhof in die Tat umgesetzt werden.
Die Kooperation zwischen den Verantwortlichen im Amt Niepars und dem Chamäleon-Verein wird von beiden Seiten als sehr fruchtbar bezeichnet. Seit 2008 die therapeutische Jugendwohngruppe „Kaktus“ in Martensdorfs ihre Arbeit begann, gab es viele gemeinsame Projekte, zum Beispiel die Holzsägeaktion in Niepars, Praktikanteneinsätze im Bauhof, und im letzten Sommer hieß es: Waldweg Martensdorf gemäht und von Ästen und Laub befreit.
„Der Tag auf dem Bauhof hinterließ bei allen einen guten Nachklang. Das Miteinander und Füreinander hat alle wieder einen Schritt in Richtung Verständnis für den anderen gebracht. Wir haben auch schon neue, vielversprechende Pläne geschmiedet. Aber mehr wird noch nicht verraten“, sagt Chamäleon-Fachberater und Sozialtherapeut Volkher Judt im Gespräch mit unserer Zeitung.
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