Die gemeinsame Freude mit anderen. Wenn Liebe mit Liebe beantwortet wird und Respekt mit Respekt. Der berechtigte Stolz auf eine eigene gute Leistung. Und persönlich natürlich Familie und Gesundheit.
Was macht Ihnen Angst?
Dummheit, Aggressivität und Intoleranz!
Warum engagieren Sie sich in der Kommunalpolitik?
Die Kommunalpolitik ist die Basis der Demokratie. Hier stehen Bürgerinnen und Bürger unmittelbar im Mittelpunkt der Entscheidungen, hier können sie mitreden, sich selbst direkt einbringen. Außerdem zählt in der Kommunalpolitik die Persönlichkeit mehr als die Partei.
Ihr Hauptcharakterzug?
Ehrlichkeit.
Ihr größter Fehler?
Ehrlichkeit. Aber bitte nicht weitersagen.
Ihr Lieblingsschriftsteller?
Da gibt es keine Reihenfolge, aber Tucholsky, Ringelnatz und der Schwede Bellman gehören auf jeden Fall dazu — und natürlich alle guten Autoren aus dem Bereich der Science-Fiction.
Ihr Lieblingskomponist?
Das ist von der Stimmung abhängig.
Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
Frank Schätzing: Nachrichten aus einem unbekannten Universum.
Worüber können Sie lachen?
Über alles Mögliche, über die kleinen Missgeschicke des Alltags genau so wie über einen derben Witz. Ich kann aber auch über mich selbst lachen, vor allem dann, wenn ich mich über etwas Banales geärgert habe, meistens gleich fünf Minuten später. Und am liebsten lache ich mit anderen zusammen — bis die Tränen kommen ...!
Bei welchem TV-Programm schalten Sie ab?
Kürzer ist die Liste der Programme, die ich regelmäßig einschalte: Nordmagazin, Nachrichten und Wetterbericht, aber das brauche ich ja eher beruflich. Entspannung suche ich bei Kabarett und Comedy, aber es kann auch ruhig mal ein ordentlicher James Bond sein.
Wem drücken Sie beim Sport die Daumen?
Hansa Rostock. Das war schon so, als ich noch selbst bei der TSG Wismar war, hing wohl mit Streich und Zachhuber zusammen.
Welche historische Leistung bewundern Sie am meisten?
Alle wissenschaftlichen Erkenntnisse, zu deren Akzeptanz Vorurteile oder gar Weltbilder überwunden werden mussten. Darwin ist da wohl das beste Beispiel.
Ihr Lieblingsheld in der Geschichte?
Helden mag ich nicht. Brecht sagte darüber: „Traurig das Volk, das Helden nötig hat!“ — Aber ich liebe die „Helden des Alltags“, die sich uneigennützig für andere einsetzen.
Wenn Ihnen die Macht dazu gegeben wäre: Welche städtebauliche Entwicklung in Wismar würden Sie ändern?
Um zukunftsfähig zu werden muss Wismar zwei Dinge leisten: Einerseits muss der Energieverbrauch radikal gesenkt werden und andererseits muss die Stadt noch viel altersgerechter, also für die Bedürfnisse der verschiedenen Altersgruppen gleichermaßen weiterentwickelt werden. Dabei steht die Barrierefreiheit an erster Stelle. Und dann brauchen wir eine Entscheidung für das Gotische Viertel, die von möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt mitgetragen wird. — Aber vorher müssen natürlich erst einmal die Schlaglöcher wieder verschwinden.
Wie ist Ihre gegenwärtige Verfassung?
Mein Arzt sagt: „Sehr gut!“ — ich will dem nicht widersprechen.
Treiben Sie Sport?
Gern, aber leider viel zu selten.
Wann waren Sie zuletzt bei einer Sportveranstaltung in Wismar? Im Wettkampf als Sportler: Bei der Frühjahrsregatta im Segeln 1973. Im täglichen Leben: Beim kollektiven Schneeschippen im Februar!
Ihr Lebensmotto?
Im Zweifelsfalle entscheide dich für das Richtige!
Welche Ereignisse haben Sie entscheidend geprägt?
Mein Berufsverbot 1987.
Was ist für Sie das vollkommene Glück?
Das ist nur eine kurzzeitige Illusion...!
Was wollten Sie immer schon mal tun, haben sich aber nicht getraut?
Ich wüsste immer gern, wo meine Grenzen sind, zum Beispiel wie lange ich noch fahrtauglich bin, aber ich stehe zu 0,0 Promille! Da kenne ich keine Toleranz. Aber das hat wohl weniger etwas mit „trauen“ zu tun, oder?
Welchen Beruf würden Sie gern ausprobieren?
Ausprobieren: Pilot. Ausüben: Bürgermeister.
Wann haben Sie sich das letzte Mal für etwas geschämt?
Weil wir es nicht verhindern konnten, dass deutsche Soldaten wieder außerhalb Deutschlands im Einsatz sind!
Welches ist Ihr Lieblingsort in Wismar?
Am Alten Hafen.
Haben Sie Vorbilder?
Vorbilder im landläufigen Sinne nicht, aber es gibt Menschen, die ich besonders schätze, manchmal vielleicht auch nur für eine kleine, aber für mich wichtige Episode.
Spielen Sie ein Musikinstrument? Richtig gelernt habe ich auf der Violine. Davon ist aber leider nicht mehr viel übrig. Wenn ich jetzt zu einem Instrument greife, dann spielt es wohl eher mit mir, zum Beispiel meine Mandoline.
Was würden Sie gerne an sich verändern?
Verändern ist das falsche Wort, eher los werden, so ein paar Pfund. Falls da noch jemand Bedarf hätte.
Auf welche Zeitungsschlagzeile warten Sie?
„Bundestag beschließt Mindestlöhne! Hartz IV ist Geschichte!“
Wie stellen Sie sich Ihr Leben in 15 Jahren vor?
Ich hoffe, dass ich dann mit meinen Enkeln Hausaufgaben machen kann.
Warum soll man ausgerechnet Sie wählen?
Ich gehöre bisher nicht zur Verwaltung der Hansestadt, bin also niemandem verpflichtet. Darum bin ich jedem gegenüber in gleicher Weise unvoreingenommen und gerecht — den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung ebenso wie den Bürgerinnen und Bürgern. Ich war lange genug weg, um als Geograph den räumlichen Vergleich zu haben, kenne die Licht- und Schattenseiten anderer Städte und Regionen und bringe viele neue Ideen mit nach Hause.
Bitte vervollständigen Sie:
Ich mag an Wismar... die Sprache der Menschen. Wie wichtig das ist, merkt man vor allem dann, wenn man mal eine Weile weg war. Dann kommst du zurück, hörst die Stimmen, den Klang, den Dialekt, den Sound und du weißt: Wedder to hus!
Ich wünsche mir für Wismar... mehr Arbeit, mehr Sicherheit und für die vorhandene Arbeit mehr Sicherheit, z. B. für die Werft. Doch auch viele von denen, die Arbeit haben, haben eigentlich mehr verdient. Löhne und Gehälter, die über Hartz IV „aufgestockt“ werden müssen, gibt es auch in Wismar. Ich wünsche mir, dass dieser Zustand bald überwunden ist.
Meine erste Aufgabe als Bürgermeister ist... ein Kassensturz.
Interview: PETER PREUSS
21. November 1954
Familie:
verheiratet, zwei erwachsene Kinder
Beruf:
Geograph und Demograph
Politische Ämter:
Mitglied im M-V-Landesvorstand Die Linke; Vorsitzender der Kreisorganisation Nordvorpommern
Ehrenämter: Gemeindevertreter, Mitglied im Kreistag, im Landkreistag, in der Kommunalvereinigung POMERANIA, im Regionalen Planungsverband, in der Verbandsversammlung des Sparkassenzweckverbandes;
Mitglied im Verein: korrespondierendes Mitglied der Akademie für Raumordnung und Landesplanung, Mitglied der Leibniz-Sozietät, Deutsche Gesellschaft für Demographie, Deutscher Verband für Angewandte Geographie






