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Freizeit Reisen und Erleben Volksfeste und Verfall: Die Geisterstädte von Montana
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04:40 27.03.2018
Ein großes Freilichtmuseum: Im Bannack State Park können Besucher in die Zeit des späten 19. Jahrhundert eintauchen. Quelle: Christian Röwekamp
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Missoula

Zum Showdown kommt es auf der Wiese hinter dem alten Saloon. Vier Kontrahenten haben sich aufgestellt, alle sind bereit, ihr Äußerstes zu geben. Angefeuert mit lautem Gebrüll von Eltern und Freunden, legen die Mädchen und Jungen los, gut 50 Meter geht es hin und zurück.

Sackhüpfen ist der wohl härteste Wettbewerb beim Garnet Interpretive Day, einer Art Tag der offenen Tür in dieser Geisterstadt in den Bergen Montanas im Westen der USA. Einmal im Jahr erwacht das gut eine Autostunde östlich von Missoula gelegene Garnet wieder vollständig zum Leben: Eine Band spielt auf, Besucher können Gold schürfen und sich zeigen lassen, wie einst Wolle gesponnen und Teppiche gewebt wurden. Einige Frauen tragen schwere, bodenlange Kleider mit Petticoats. Was um das Jahr 1900 herum Alltag war, kommt für ein paar Stunden als Familienfest zurück. Schon am Tag darauf sind Garnets Häuser wieder weitgehend verwaist.

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Virginia City
Geisterstädten
Garnet

Garnets Glück war nur von kurzer Dauer. Das Gold wurde schwerer zu finden, 1912 zerstörte ein Feuer einen Teil des Ortes. In den 1930er Jahren erlebte Garnet ein kurzes Comeback, als der Goldpreis stieg. Doch spätestens 1947 war der Ort tot.

Granite

In der Union Hall von 1890, einem früher dreigeschossigen Gebäude, gab es eine Bücherei, einen Tanzsaal und Theateraufführungen mit bis zu 500 Zuschauern. Restaurants säumten die Straßen. Der Orte hatte einen Zeitungsverlag, eine Chinatown und einen Rotlichtbezirk. Wenig davon ist noch übrig. Denn mit dem Ende des Silberbooms ab 1893 kam auch das Ende von Granite - und schon nach kurzer Zeit begann die Natur, sich den Ort zurückzuerobern.

State Park

An der Main Street steht ein 1875 als Gerichtshaus aus Ziegelsteinen errichtetes Gebäude, das später zum Hotel umgebaut wurde und noch bis 1940 als solches betrieben wurde. Der Putz bröckelt, verrostete Nägel ragen aus der Holzdecke heraus, aber man kann gefahrlos in den ersten Stock steigen und sich in den früheren Gästezimmern umschauen. Es waren harte Zeiten damals - und auch in Bannack werden sie jedes Jahr wiederbelebt: bei den Bannack Days am dritten Juli-Wochenende. Dann weht durch die Geisterstadt von heute wieder der Geist von einst.

Geisterstädte in Montana

Anreise: Nach Montana gibt es keine Nonstopflüge von Deutschland aus. Nach Missoula geht es zum Beispiel mit Umsteigen in Denver, Salt Lake City, Minneapolis oder Seattle. Eine Mietwagenfahrt zum Beispiel von Seattle nach Garnet (840 Kilometer) dauert acht Stunden, von Salt Lake City nach Bannack (600 Kilometer) sind es fünfeinhalb Stunden. Deutsche Urlauber brauchen für die USA kein Visum, müssen sich aber auf der Homepage des Department of Homeland Security eine elektronische Einreiseerlaubnis (Esta) besorgen. Sie kostet 14 US-Dollar und gilt zwei Jahre lang.

Klima und Reisezeit: Kalte Winter mit viel Schnee und warme Sommer. Im Juli und August nähern sich die Tageshöchstwerte oft der Marke von 30 Grad. Die beste Reisezeit sind die Monate Juni bis September.

Informationen: Rocky Mountain International, c/o Lieb Management, Bavariaring 38, 80336 München, Tel.: 089/689 06 38 41.

dpa/tmn

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