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Klinikum Karlsburg bildet Pflegefachkräfte aus

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09:00 10.04.2021
Vivian Heldt (20), Anna-Maria Krenzin (21) und Alina Hannemann (18) lernen  einen Pflegeberuf im Klinikum Karlsburg.
Vivian Heldt (20), Anna-Maria Krenzin (21) und Alina Hannemann (18) lernen  einen Pflegeberuf im Klinikum Karlsburg. Quelle: Anette Pröber
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Karlsburg

„Die Arbeit im Krankenhaus macht mir sehr viel Spaß. Jeder hilft an seinem Platz, dass es den Patienten bald wieder besser geht. Die Verantwortung einer Krankenschwester ist groß. Ich bin froh, dass ich im ersten Ausbildungsjahr immer eine erfahrene Schwester oder einen Pfleger an meiner Seite weiß“, sagt Vivian Heldt aus Anklam.

„Wir werden auf den Stationen gut angelernt. Für unsere Fragen gibt es immer ein offenes Ohr“, erzählt Alina Hannemann. Die 18-Jährige aus dem kleinen Dorf Weitenhagen bei Greifswald besitzt ein fröhliches Naturell, was bei Patienten gut ankommt. „Es ist wichtig, Optimismus und Kraft zu schenken“, sagt sie selbstbewusst. Durch ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Krankenhaus ist sie auf den Beruf aufmerksam geworden. „Ich wusste sofort, das ist meins.“ Auch Anna-Maria Krenzin aus Greifswald ist sich sicher, die richtige Wahl getroffen zu haben. Sie hatte durch ihre Mutter, die als Altenpflegerin arbeitet, Einblicke in den Pflegeberuf. Zwar seien Tätigkeiten, etwa bei der Körperpflege, zunächst ungewohnt gewesen, aber daran gewöhne man sich schnell, sagt die 21-Jährige. Die Patienten seien sehr dankbar für die Hilfe und ein Lächeln oft der schönste Lohn.

Feste Ansprechpartnerin für Pflege-Azubis im Klinikum

„Die Berufsausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann, die wir im Jahr 2020 begannen, ist deutschlandweit neu und führt die bisherigen Ausbildungen in der Altenpflege, der Gesundheits- und der Kinderkrankenpflege zu einem einheitlichen Ausbildungsberuf zusammen“, erklärt Anja Tessler, Praxisanleiterin im Klinikum Karlsburg. Die 34-jährige Medizinpädagogin ist im Krankenhaus feste Ansprechpartnerin für die Azubis, die im ersten Jahr eine sogenannte „Mutterstation“ besitzen, danach aber auch alle anderen Stationen durchlaufen. Die theoretische Ausbildung erhalten die jungen Leute in der Berufsfachschule Greifswald gGmbH, eine Einrichtung der Medigreif-Unternehmensgruppe.

Azubi-Anleiterin Anja Tessler (links) wird ab April 2021 weitere Krankenschwestern als Praxisanleiterinnen ausbilden, um die Auszubildenden auf ihren Stationen noch fachgerechter betreuen zu können. Lisa Werner (21) und Maxim Krause (23) - auf dem Foto bei einer Einweisung - freuen sich auf ihre neue Aufgabe. Quelle: Anette Pröber

Um Theorie und Praxis noch besser zu verzahnen, gibt es im Herz- und Diabeteszentrum Karlsburg wöchentlich einen Praxistag für die Azubis. Im „geschützten Bereich“ können sich die Lernenden ausprobieren. Beispielsweise wird gegenseitig Blutdruck gemessen, der Zuckerwert kontrolliert oder die Patientenpuppe „Gisela“ mit wenigen Handgriffen umgebettet.

Durch Ausbildung die Qualität der Versorgung erhöhen

„Wir sind sehr froh, dass wir viele junge Leute für einen Beruf bei uns gewinnen konnten. Gerade im Pflegebereich ist der Bedarf groß. Das Wohlergehen der Patienten hängt maßgeblich von der kompetenten Versorgung ab“, sagt Pflegedienstleiterin Andrea Hinniger. Sie ist die Chefin von über 200 Mitarbeitern im Pflegebereich des Klinikums Karlsburg und hat mit diesen einen 24-Stunden-Notfalldienst abzusichern. Insgesamt zählt das Haus rund 500 Mitarbeiter und verfügt über 236 Betten auf acht Stationen. Durch die eigene, gezielte Ausbildung, so Andrea Hinniger, verspreche sich das Spezial-Krankenhaus eine höhere Qualität in der Versorgung. Im Übrigen könnten sich auch die Azubi-Gehälter sehen lassen, die im ersten Jahr monatlich 1150 Euro betragen und durchaus als Anreiz gedacht sind, einen ansprechenden Beruf im Klinikum Karlsburg zu erlernen.

Vivian Heldt (20), Anna-Maria Krenzin (21) und Alina Hannemann (18/von links) mit Azubi-Anleiterin Anja Tessler (2. v. l.). Quelle: Anette Pröber

Azubi-Anleiterin Anja Tessler wird ab April 2021 weitere Krankenschwestern als Praxisanleiterinnen ausbilden, um die Auszubildenden auf ihren Stationen noch fachgerechter betreuen zu können. Lisa Werner (21) und Maxim Krause (23), nicht älter als die Azubis selbst, freuen sich auf ihre neue Aufgabe. „Die Arbeitsatmosphäre im Klinikum Karlsburg ist sehr familiär. Hier kennt man sich gut, hilft sich und arbeitet eng zusammen“, sagt Lisa Werner. Im Klinikalltag komme es oft auf blindes Verstehen an. Jeder müsse seine Aufgaben kennen. Das sei besonders auf der zeitweisen Corona-Station notwendig gewesen, wo Schutzkleidung und Visiere selbst die einfachsten Arbeiten erschwerten. Die Wochen als „Mondmensch“ waren vor allem psychisch belastend, meint Lisa Werner. „Gemeinsam haben wir das Beste für die Patienten gegeben“.

Wie eine zweite Familie

Das Arbeitsteam in Karlsburg ist „für mich wie eine zweite Familie“, betont Maxim Krause, die auf der Kardiologie-Station arbeitet. Sie schätze das Miteinander, das einen Schichttausch oder andere gegenseitige Hilfe einschließt. Schon früh habe sie sich für Herzerkrankungen interessiert, erzählt sie. „Das Herz als Motor des Menschen besitzt Faszination. Es ist ein gutes Gefühl, für Menschen mit Herzerkrankungen da zu sein.“ Oft könne mit einer Operation schnell und effektiv geholfen werden. Und Katja Fuhrholz (37), die seit fünf Jahren als Stationsleiterin Kardiologie/Diabetes arbeitet, fügt hinzu: „Als Krankenschwestern sind wir nah dran am Patienten, spüren recht schnell, wenn es medizinische Komplikationen oder andere Probleme gibt. Ärzte können sich auf uns verlassen.“ Im Krankenhaus sind Kompetenz und Empathie gefragt.

Von Anette Pröber