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Diese Monteure machen kräftig Wind

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Die Aussicht ist beeindruckend, aber die Arbeit auf hoher See hat es in sich. Nach 14 Tagen Arbeit à bis zu zwölf Stunden folgen 14 freie Tage
Die Aussicht ist beeindruckend, aber die Arbeit auf hoher See hat es in sich. Nach 14 Tagen Arbeit à bis zu zwölf Stunden folgen 14 freie Tage Quelle: OIS
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Rostock

Offshore-Windparks erzeugen sauberen Strom dort, wo es Menschen nicht stört: Weit draußen auf hoher See. Doch ganz ohne Menschen geht es auch hier nicht. Wind und Wellen setzen der teuren Technik zu. Ohne regelmäßige Wartung drehen sich die Windräder auch im Meer nicht allzu lange. Dass sich die Räder aber unaufhörlich drehen können, dafür sorgt in ganz Europa eine Rostocker Spezialfirma – die Offshore Industrie Service GmbH (OIS).

Einsatz vor Rügen

So ist das Unternehmen in der Ostsee für die Wartung und den Service für den Windpark Arkona vor der Insel Rügen zuständig. Im Auftrag der Windpark-Eigentümer E.ON und Equinor überprüfen die Monteure der OIS regelmäßig die Technik, bessern Beschädigungen aus und reparieren Teile. „Für die Turbinen und Generatoren sind die Hersteller der Anlagen zuständig, wir konzentrieren uns auf das Fundament und die Verbindungselemente“, erklärt OIS-Geschäftsführer Heiko Seefeldt. Insgesamt 60 Windkraftanlagen gehören zu „Arkona“, die bis zu 400 000 Haushalte mit Strom versorgen können.

Rostocker auf der Nordsee

Und „Arkona“ ist nur eines von vielen Einsatzgebieten der OIS-Monteure. Seit 2012 ist das Unternehmen am Markt aktiv. Die Firma ist eine Tochter der Unternehmensgruppe Krebs und der Rostocker SEAR Gruppe. Die SEAR ist Spezialist für Elektro- und Steuertechnik sowie Automatisierung, Krebs ist es für den Korrosionsschutz. Beide Gruppen sind seit Jahren im Offshore-Geschäft aktiv. In der gemeinsamen OIS haben sie ihre Kompetenzen gebündelt. „Insgesamt sind wir in 13 Windparks aktiv – vor allem auf der Nordsee, da hier natürlich mehr Anlagen stehen“, so Geschäftsführer Seefeldt. Unter anderem ist die OIS Teil eines Konsortiums, das riesige Umspann-Plattformen in Windparks vor der deutschen Küste wartet.

Insgesamt 35 eigene Monteure arbeiten für die Rostocker Firma. „Wir suchen ständig neues Personal wie Mechaniker oder Elektriker“, meint Geschäftsführer Seefeldt weiter. Denn je mehr Windkraftanlagen auf See entstehen, desto größer ist auch der Bedarf an Fachleuten für die Wartung. Allein in der Ostsee sind in den kommenden Jahren noch drei weitere Windparks in Planung, in der Nordsee – vor den Küsten Deutschlands, Dänemarks, Großbritanniens und der Niederlande – kommen noch viel mehr dazu.

14 Tage Arbeit, 14 Tage frei

Von Rostock aus reisen die Monteure zu den Ausgangshäfen für ihre Arbeiten. In den Windpark „Arkona“ geht es beispielsweise von Sassnitz aus mit dem Schiff weiter. „Hin- und Rückfahrt dauern knapp 90 Minuten. Das ist okay“, so Jörg Seefeldt. In der Nordsee aber funktioniert das so nicht. „Dort sind die Parks viel weiter draußen.“ Raus geht es dort mitunter mit dem Helikopter. „Und die Crews schlafen dann auch auf See – entweder auf den Plattformen oder auf Hotelschiffen.“

Bei der OIS arbeiten die Monteure im 14-Tage-Rhythmus: „14 Tage sind sie auf See im Einsatz, bis zu 12 Stunden am Tag. Dann haben die Techniker 14 Tage frei“, erklärt Seefeldt. „Das ist ein harter Job. Vor allem im Winter, wenn Sturm und Wellengang die Arbeit erschweren.“

Gut bezahlter Job

Neben der nötigen handwerklichen Ausbildung brauchen die Mitglieder der Service-Teams starke Nerven und jede Menge Spezialausbildungen. „Sie werden im Überleben auf See und Arbeiten in der Höhe geschult – sogar darin, aus Hubschraubern auszusteigen, wenn die ins Meer stürzen und untergehen“, sagt Seefeldt. „Abschrecken würde das aber die wenigsten. Viele sehen es eher als Abenteuer.“ Außerdem ist der Job recht gut bezahlt. 100 Euro Zuschlag gibt es beispielsweise pro Tag auf See. Ein erfahrener Monteur kann so um die 4000 Euro brutto im Monat verdienen.

www.ois-gmbh.de

Von OZ