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Bad Doberan 100 Jahre Kino in Bad Doberan: Verein plant Programm
Mecklenburg Bad Doberan 100 Jahre Kino in Bad Doberan: Verein plant Programm
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14:00 20.05.2019
Die alte Aufnahme zeigt das Hotel Erbgroßherzog in der Mollistraße. Es war von 1919 bis 1935 das erste Kino in Bad Doberan. Hier wurden in einem Saal im Obergeschoss erst Stummfilme, später auch Tonfilme gezeigt. Quelle: Kino- und Kulturverein Bad Doberan
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Bad Doberan

 1919 wurde das erste Mal ein Film in einem Kino in Bad Doberan gezeigt. Im Hotel „Erbgroßherzog“ in der Mollistraße liefen Stummfilme. Seit damals gab es drei Kinos in der Münsterstadt. Die Geschichte erzählt der Kino- und Kulturverein auf Schautafeln, die im Kamp-Theater zu sehen sein werden. Mit Projekten und Filmvorführungen wird an 100 Jahre Kino in Bad Doberan erinnert. Los geht es am 25. Mai mit der Stummfilmnacht.

„Wenn der weiße Flieder blüht“ ist der erfolgreichste Film, der in Bad Doberan gezeigt wurde. Das zumindest sagt Helge Rehwaldt, Mitglied im Kino- und Kulturverein. Er und Gerda von Hof haben die Geschichte des Kinos recherchiert. Der 82-Jährige kann viel aus eigener Erfahrung und aus Gesprächen mit Zeitzeugen berichten.

„Der Andrang zu dem Film war unglaublich“, erzählt er. Der Film mit Romy Schneider und Götz George kam 1955 in die Ostkinos. Er wurde im heutigen Kamp-Theater sowie parallel im „Lindenhof“ gezeigt. War eine Filmrolle abgespielt, wurde sie in den anderen Vorführungsraum gebracht, erzählt Vereinsvorsitzender Torsten Schellin. Das heutige Rathaus war damals der „Lindenhof“. An einem Nachmittag im Oktober soll der Film wieder in Bad Doberan zu sehen sein.

Seit dem Jahr 2012 engagiert sich der Kino- und Kulturverein Bad Doberan dafür, dass Filme gezeigt werden. Immer mittwochs ist Kinotag im Kamp-Theater. Quelle: Lennart Plottke

Ab Juli werden zudem bis Jahresende immer am ersten Mittwoch um 17 Uhr im Kamp-Theater, Severinstraße 4, Filme gezeigt, die in den vergangenen 100 Jahren in der Münsterstadt zu sehen waren.

Termine 100 Jahre Kino

25. Mai: Stummfilmnacht, 20 Uhr, „Nosferatu“ mit musikalischer Begleitung

3. Juli: 17 Uhr, „Tartüff“, Stummfilm mit Lucie Höflich aus dem Jahr 1925

7. August: 17 Uhr, „Blauer Engel“ mit Marlene Dietrich

4. September, 17 Uhr: „Münchhausen“ mit Hans Albers

14. Oktober, Aula Gymnasium, „100 Jahre Kino – Auf Spurensuche in Bad Doberan

Gruselfilm mit Livemusik

Der Auftakt zum 100-jährigen Kinobetrieb in Bad Doberan bildet am 25. Mai die Stummfilmnacht. Um 20 Uhr wird „Nosferatu“, ein Gruselfim aus dem Jahr 1922, präsentiert. Dirk Wüstenberg wird die Vorführung musikalisch begleiten. Als Vorfilm wird der Kurzfilm „Seestadt Rostock“ aus dem Jahr 1928 gezeigt. „In den letzten 80 Jahren hat es wohl einen Stummfilm in Bad Doberan nicht mehr gegeben“, sagt Torsten Schellin.

Für „Nosferatu“ habe sich der Verein bewusst entschieden. „Es ist die Mutter aller Gruselfilme“, sagt Schellin. Außerdem seien der Markt in Wismar und die Hafensilhouette von Lübeck zu sehen.

Recherche im Kreisarchiv

Welches der erste Film war, der in Bad Doberan gezeigt wurde, hat der Verein bisher noch nicht rausgefunden. Dafür vieles anderes. Helge Rehwaldt war unter anderem im Kreisarchiv und hat den Ostseeboten nach Kinoanzeigen durchgesehen. So wird auf einer Schautafel auch die Originalanzeige vom 6. Dezember 1926 zur Geschäftseröffnung zu sehen sein. „Ich beabsichtige in meinem Lokal ein Lichtspieltheater zu eröffnen unter nachfolgenden Vorsatz, daß ich stets bemüht sein werde, erstklassige Filme zur Verfügung zu bringen und für einwandfreie Vorführung Sorge trage werde“, gibt B. Rowolt darin bekannt.

Das Hotel „Schützenhof“ am Maxim-Gorki-Platz war von 1926 bis etwa 1940 der zweite Kinostandort in Bad Doberan bis Mitte der 30er-Jahre sogar parallel zum Kino in der Mollistraße. „Daniel Permin war Betreiber des ersten Kinos. Er hatte den Gasthof“, erzählt Helge Rehwaldt. Vorführer sei Herr Ludwig gewesen, Klavierspieler Hugo Brandt und „Herr Ohlmann war der Ausrufer“.

Kino-Neubau in der Severinstraße

Als der Saal des „Schützenhofes“ zu klein wurde, baute der Nachfolger von B. Rowolt neu. 1941 wurden die Kamp-Lichtspiele am heutigen Standort des Kamp-Theaters eröffnet. Seitdem wurden dort Filme gezeigt.

„Von 1991 bis 1993 gab es kein Kino in Bad Doberan. Filmvorführungen sind uns nicht bekannt“, sagt Torsten Schellin. Seit 2012 engagiert sich der Kino- und Kulturverein Bad Doberan dafür, dass Filme gezeigt werden. Immer mittwochs ist Kinotag. „Zwischendurch war ein Jahr das Ostseekino da, da haben wir mittwochs aber unser Programmkino gemacht.“

Lucie Höflich war Stummfilmschauspielerin und lebte eine Zeit lang in Bad Doberan. Quelle: Kino- und Kulturverein

Mehrere Schautafeln werden sich auch mit Lucie Höflich beschäftigen. Die Stummfilmschauspielerin lebte in Bad Doberan. „Sie hat 1918 im Parkentiner Weg 5 ein Haus erworben und bis Mitte der 50er hier gelebt“, sagt Torsten Schellin. „Sie war eine stadtbekannte Persönlichkeit“, sagt Helge Rehwaldt.

Anja Levien

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