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Bad Doberan Bürgermeister von Bad Doberan: „Es ist ein Ruck durch die Stadt gegangen“
Mecklenburg Bad Doberan Bürgermeister von Bad Doberan: „Es ist ein Ruck durch die Stadt gegangen“
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06:00 20.07.2019
Zu zwei Stadtteilrundgängen hat Bürgermeister Jochen Arenz bisher eingeladen. Zuletzt im Ostseewohnpark. Quelle: Anja Levien
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Bad Doberan

Seit 31. März ist Jochen Arenz (parteilos) Bürgermeister von Bad Doberan. Nach mehr als 100 Tagen im Amt hat der 54-Jährige Stadtteilrundgänge ins Leben gerufen, einen Schwerpunkt auf die Kinder- und Jugendarbeit gelegt und die Blumenfahrräder-Aktion gestartet. Alles erst ein Anfang.

Herr Arenz, wie waren Ihre ersten 100 Tage im Amt?

Ich bin ein sehr glücklicher Bürgermeister, die Arbeit macht mir unheimlich viel Freude. Ich bin schnell reingekommen, hatte natürlich den Vorteil, dass ich durch die Stadtvertretung ganz viel wusste. Ich habe mich eigentlich gar nicht einarbeiten müssen, außer bei den Verwaltungsvorschriften, aber das ist ein Lernprozess über Jahre. Da arbeiten mir die Kollegen auch zu. Ich erfahre von den Doberanern ganz viel Wertschätzung, das macht mir an meinem Amt richtig Freude. Ich bekomme viele positive Rückmeldungen. Das motiviert mich auch. Das liegt nicht nur an mir, sondern auch an der Verwaltung und den Bauhof als Ganzes.

Was haben Sie als Erstes angepackt?

Das ist die Jugendarbeit. Der nächste Haushalt wird deutlich meine Handschrift tragen. Allein die Mittel für Spielplätze sind vervierfacht worden, mehr als 100.000 Euro haben wir eingestellt. Es wird neue Spiel- und Bolzplätze geben, einen im Ostseewohnpark, einen bei Norma. Die Wahl des Kinder- und Jugendbeirates ist seit über einem Jahr überfällig. Sie wird jetzt Ende Oktober online durchgeführt. Wir haben 683 wahlberechtigte Kinder- und Jugendliche in dem Alter. Es wird eine Informationsveranstaltung geben, im Sharks werden sich die Bewerber vorstellen. Darauf freue ich mich.

Im Vordergrund Ihrer ersten Amtstage standen auch die Sauberkeit und Verschönerung der Stadt, Stichwort Blumenfahrräder.

Ja, wir haben einen Umwelttag gemacht, die Aktion mit den Blumenfahrrädern gestartet. Da laufe ich offene Türen ein. Die Doberaner ziehen alle mit. Ich werde auch angesprochen, wann es wieder was gibt, wo sie mitmachen können. Ich finde, es ist ein Ruck durch die Stadt gegangen. Der Zusammenhalt der Doberaner ist größer geworden.


Über 100 Leute haben bei den Blumenfahrrädern mitgemacht
. Dadurch hat sich die Stadt optisch verändert. Haben Sie weitere Ideen für das Stadtbild?

Ich habe fürs nächste Jahr ein paar „Raketen“, aber da brauche ich die Haushaltsmittel für. Ich möchte dieses Jahr noch einen Trödelmarkt machen, es wird ein Weihnachtssingen geben. Das hat nichts mit Verschönerung zu tun, aber es hängt mit dem Lebensgefühl zusammen. Ich möchte daher auch etwas in den Stadtteilen machen.

Da haben Sie mit Stadtteilbegehungen auf dem Buchenberg und im Ostseewohnpark schon angefangen, bei denen Sie sich die Probleme in den Vierteln angeschaut haben. Themen waren immer Grünpflege und Sauberkeit/ Müll. Sie sind neu ins Amt gestartet, hören immer wieder davon. Ist man da nicht verärgert über diese Baustellen?

Ja, wenn ich ehrlich bin. Das ist etwas, was mich viele Nerven kostet. Wir werden dem Müll nur Herr, wenn alle Doberaner mitmachen. Das heißt, selber mal mit anpacken, die Nachbarn drauf aufmerksam machen, das Ordnungsamt informieren. Wir werden nächstes Jahr für die Grünpflege Geld in den Haushalt einstellen und überlegen, diese fremd zu vergeben. Durch die neuen Wohngebiete sind Flächen dazu gekommen, ohne dass die Infrastruktur des Bauhofes mitgewachsen ist.

Wie geht es nach den Stadtteilrundgängen weiter?

Wir haben eine riesige Resonanz, was die Bürgerbeteiligung bei den Stadtrundgängen betrifft. Mich begeistert, wie engagiert die Bürger sind, wenn es um ihr Umfeld geht. Die schimpfen nicht, die haben Vorschläge. Alle bekommen auch eine Rückmeldung und eine Auflistung, was gemacht wird. Das ist sehr aufwendig, deshalb kann man nicht jedes Jahr jeden Stadtteil besuchen.

Was haben Sie für die Stadtviertel noch geplant?

Wir werden nächsten Jahr eine Investitionsoffensive für die Stadtteile starten. Wir werden die Thünenstraße mit dem Wohnumfeld machen, am Buchenberg die Treppe plus 2021 den Plattenweg vom Buchenberg in die Stadt. Was mir ganz wichtig ist: Wir werden dieses Jahr mit der Altstadt anfangen, bis 2022/2023 ist die komplett saniert. Da wurde noch nie etwas gemacht. Es wird in den nächsten zwei Jahren ganz viel für die Bürger gemacht.

Was die Bürger immer bewegt ist der Verkehr. Sei es die Verbindungsstraße vom Gewerbegebiet Eikboom zum Fuchsberg oder die Radwege. Ein Verkehrskonzept ist in Erarbeitung. Wie geht es weiter?

Das Verkehrskonzept habe ich gestoppt, weil ich mit der Ausrichtung nicht einverstanden war. Der Radverkehr war viel zu wenig berücksichtigt. Wir haben jetzt einen Studenten, der eine Bachelorarbeit über den Radverkehr in Bad Doberan schreibt, die er im Ausschuss vorstellen wird. Dann wird das Verkehrskonzept komplett im Bezug auf Umwelt und Fahrradverkehr überarbeitet und dann erst beschlossen werden. Ich will den Verkehr nicht aus der Innenstadt drängen, der ist für den Einzelhandel elementar. Aber ich möchte Bedingungen schaffen, dass mehr Doberaner mit dem Fahrrad in die Stadt fahren und es so zu einer Entspannung des innerörtlichen Verkehrs kommt. Wir überlegen zum Beispiel, neben dem Parkdeck einen zentralen Fahrradparkplatz zu machen. Dann ist man direkt in der Innenstadt bei den Geschäften. Im nächsten Jahr wird der Fahrradweg an der Dammchaussee bis zum Ärztehaus durchgebaut.

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