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Bad Doberan 28 neue Obstbäume für das Ostseebad
Mecklenburg Bad Doberan 28 neue Obstbäume für das Ostseebad
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13:21 03.11.2019
Bevor die Teilnehmer der NUN-Baumpflanzaktion am Sonnabend selbst anpacken durften, erklärte der Nienhäger Wolfgang Lange (Mitte), wie es geht. Quelle: Sabine Hügelland
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Nienhagen

Der Himmel ließ Regen befürchten – und so kamen sie am Sonnabendvormittag in Regenjacke und Gummistiefeln ins Wohngebiet An den Weiden: 50 hoch motivierte Einwohner und Gäste, die dem Aufruf zur ersten Baumpflanzaktion des Vereins für Natur- und Umweltschutz Ostseebad Nienhagen (NUN) gefolgt waren. Eine Streuobstwiese soll auf einer 5000 Quadratmeter großen Fläche entstehen.

„Von der Akademie für nachhaltige Entwicklung haben wir den Streuobst-Genussschein bekommen – damit ist eine zehnjährige Verpflichtung verbunden, uns um die Bäume zu kümmern.“ Brigitte Lange, Vereinsvorsitzende Quelle: Sabine Hügelland

Damit die zum größten Teil noch unerfahrenen Teilnehmer keine Fehler machten, erklärte Wolfgang Lange, wie es geht: „Unter die Wurzeln kommt dünner Maschendraht, als Schutz vor Fressfeinden“, sagte der Nienhäger. „Bitte achtet darauf, den Baum nicht zu tief zu setzen.“ Die Veredlungsstelle müsse zehn Zentimeter tief aus dem Boden ragen, ergänzte der Baumexperte Edwin Sohn. Wolfgang Lange, dessen Frau Brigitte die Leiterin des NUN ist, verteilte unterdessen Pflanz-Anleitungen für die Birnen-, Apfel-, Kirsch- und Quittenbäumchen. „Und vergesst nicht, die Wasserrinne zum gießen“, gab er noch mit auf dem Weg.

28 Obstbäume kamen in die Nienhäger Erde

28 Obstbäume alter Sorten aus der Kröpeliner Baumschule Hinrichs, davon vier sehr alte Sorten von der Obstarche Reddelich, kamen an diesem Tag in die Erde inmitten der gemeindeeigenen Wiese. In Gruppen unterteilt und mit ihren Obstbäumen in der Hand, liefen die Teilnehmer zu den vorgegrabenen Erdlöchern. Drei Holzstützen mussten zuvor in den Boden gerammt werden, um die noch zarten Obstbaumstämmchen zu halten.

Die Rostocker Ines und Ronny Engel pflanzten mit ihren Kinder Lea-Marie und Tim-Fiete drei sehr alte Baumsorten von der Obstarche Reddelich ein. Quelle: Sabine Hügelland

Martin Stammler rollte eine Schubkarre mit wertvollem Material heran, welches promt in die Erde kam. „Ein Kilogramm ,HiProAqua’ speichert rund 300 bis 400 Liter Wasser“, erklärte das Vereinsmitglied. „Als organischen Dünger habe ich Mykorrhiza gewählt, weil es eine Symbiose zwischen diesem Pilz und der Pflanze bildet.“ Mit vereinten Kräften buddelte die Familie Engel aus Rostock drei der alten Sorten Butterbirne, Roter Münsterländer und den Borsdorfer Clara Fries von der Obstarche ein. „Das ist doch etwas Bleibendes und wichtig für unsere Umwelt“, war ihr Beweggrund, bei der Aktion mitzumachen.

„Wir wollen helfen, die Artenvielfalt zu erhalten“, sagte die Nienhägerin Susanne Branstner. „Unsere Kinder sollen lernen, was es bedeutet, die Umwelt zu schützen und was damit einhergeht.“ Ein Apfelbäumchen setzten sie in den Boden. „Es steht im Bebauungsplan, dass hier nur zweimal im Jahr gemäht werden darf, damit sich auch die Wiese natürlich entfalten kann“, machte Brigitte Lange deutlich. „Von der Akademie für nachhaltige Entwicklung haben wir eine Förderung über den Streuobst-Genussschein erhalten – damit ist eine zehnjährige Verpflichtung verbunden, uns um die Bäume zu kümmern.“

Elf Ehrenamtler engagieren sich im Verein

Die meisten Teilnehmer übernahmen eine Baumpatenschaft. „Allerdings müssen die Bäume regelmäßig professionell beschnitten und gepflegt werden“, erklärte die Vereinsvorsitzende. „Dabei entstehen Kosten, die wir zum Teil daraus decken.“ Elf ehrenamtliche Mitglieder engagieren sich im NUN. „Von der Obstarche erhielten wir 14 Wasserkanister – falls es im kommenden Sommer sehr trocken wird“, sagte Brigitte Lange. „Der Verein kümmert sich – aber in so einem Fall werden wir Hilfe benötigen.“ Auch Berndt Ahrenz, Dr. Karola Schütze und Klaus Schütze freuten sich sehr über ihren Pflanzerfolg. „Klar bin ich stolz“, so Ahrenz. „Dann schauen unsere Enkel in 50 Jahren, was daraus geworden ist.“

„Das Interesse der Bevölkerung ist groß – es ist doch toll, wie viele heute hier bei dieser Aktion mitmachen.“ Dr. Thomas Engelhardt, Einwohner Nienhagen Quelle: Sabine Hügelland

Viele Kinder machten mit und lernten so von Eltern und Großeltern, dass ein Baum weit mehr ist als nur Holzproduzent. Mira Schneiders lebt in England – ihre Eltern wohnen in Nienhagen: „Auch bei uns ist die Angst vor dem Klimawechsel hoch“, sagte die 31-Jährige, die gemeinsam mit Johanna Ferretti einen Baum in die Erde setzte. Am Ende waren alle Teilnehmer zwar klitschnass, aber glücklich, etwas für die Umwelt getan zu haben. Bei Kuchen und heißen Getränke verweilten einige noch eine Weile unter einem Zelt und ließen die Aktion nachklingen.

Von Sabine Hügelland

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