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Bad Doberan 367 Teilnehmer beim Anbaden in Kühlungsborn
Mecklenburg Bad Doberan 367 Teilnehmer beim Anbaden in Kühlungsborn
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17:56 22.04.2019
Andrea und Hardy Köpsel (vorne) aus Kühlungsborn sind seit Jahren beim Anbaden dabei. Quelle: Anja Levien
Kühlungsborn

 Sieben Grad Celsius, glatte See. Der Countdown läuft. Hunderte Zuschauer und die 367 Anbader zählen am Strand von Kühlungsborn von zehn runter. Kreischend und jubelnd laufen sie am Sonnabend 16 Uhr in die Ostsee. Viele sind seit Jahren dabei, für einige ist es die Premiere.

Carola Klepsch und Nina Farber stehen in der Schlange am Sportstrand in Kühlungsborn, um sich anzumelden. Die beiden Mütter machen eine Kur in der Mutter-Kind-Klinik Stella Maris im Ostseebad. „Ich sage seit drei Wochen, wir machen mit“, sagt Nina Farber. „Das ist eine witzige Aktion hier.“ Mit den Füßen waren sie schon drin. „Wenn man 800 Kilometer fährt, dann muss man bei so was mitmachen“, sagt Carola Klepsch aus Lorch in Baden-Württemberg.

367 Männer, Frauen und Kinder sind am Ostersonnabend in Kühlungsborn in die Ostsee baden gegangen.

Vor ihnen in der Reihe stehen Anja, Hannah und Nele Strotmann. Die Kühlungsbornerinnen sind erfahrene Teilnehmer des Neujahrsanbadens an der Seebrücke, das aufgrund von Sturm dieses Jahr ausfiel und jetzt nachgeholt wird. „Heute hat die Ostsee sieben Grad, sonst sind es drei oder vier. Es ist schön, dass das Anbaden nachgeholt wird. Wir freuen uns da immer sehr drauf“, sagt Anja Strotmann.

Stephan Grimmer war am 1. Januar in der Ostsee, springt im Winter öfter hinein. Beim offiziellen Anbaden ist der 26-Jährige zum ersten Mal dabei. Zusammen mit den Strotmanns und Nick Horn wird er in die Fluten springen. „Hier sind viele lustige Leute. Das Anbaden ist immer schön und es kurbelt den Kreislauf an“, sagt Nick Horn.

Winterbader aus Rostock angereist

Annika und Sebastian Meyer haben sich ihre Badeanzüge schon abgeholt und sind auf dem Weg ins Zelt zum Umziehen. Die beiden machen Urlaub in Kühlungsborn. „Wir wollen den Großeltern eine Freude machen, dass sie ein paar schicke Fotos bekommen“, sagt Sebastian Meyer.

„Die Ostsee ist schon ein bisschen warm“, sagt Gerlinde Baltschus. Die 71-Jährige ist Winterschwimmerin und springt regelmäßig in Warnemünde in die kalte Ostsee. „Die Saison der Winterbader endet nächste Woche“, sagt Christiane Weber. Mit mehreren Winterschwimmern sind die Rostocker regelmäßig beim Anbaden in Kühlungsborn dabei. Auf dem Kopf Osterhasenohren, um den Hals einen Schal, an den Füßen Schwimmschuhe. „An der Seebrücke ist es immer sehr steinig, deshalb haben wir die mit“, sagt Gerlinde Baltschus. Am Sportstrand, wo das Anbaden nachgeholt wird, sieht es aber anders aus.

Die Winterschwimmer aus Rostock sind beim Anbaden in Kühlungsborn mit dabei (v.l.): Johannes Weber, Christiane Weber, Gerlinde Baltschus, Marco Kürschner, Malen Schutta, Nicole Kürschner sowie Maxi Pauline Kürschner und Peter Baltschus Quelle: Anja Levien

Seit diesem Jahr Winterschwimmer sind Maxi, Marco und Nicole Kürschner. Klar, dass die Rostocker dann auch beim Anbaden dabei sind. „Es macht Spaß hier und ist entspannt“, sagt die zehn Jahre alte Maxi. „Es ist ein Glücksgefühl, wenn man aus dem Wasser kommt“, ergänzt Christiane Weber.

Neujahrsanbaden inspirierte zum Umzug an die Ostsee

Sie und ihr Mann Johannes seien durch das Neujahrsanbaden inspiriert von Kassel an die Ostsee gezogen. „Als wir Urlaub in Kühlungsborn gemacht haben, haben wir das Anbaden gesehen“, sagt Johannes Weber. Und da wurden sie infiziert, zogen nach Warnemünde und gehen fünfmal die Woche im Schnitt morgens in die Winterostsee.

Adrenalinspiegel steigt beim Lauf ins Meer

Hardy Köpsel ist zum elften Mal beim Anbaden dabei. „Es macht Spaß, die kalte See reizt, der Adrenalinspiegel steigt“, erzählt der Kühlungsborner. Zusammen mit seiner Frau Andrea geht es in die Ostsee. „Vorher gucken wir uns immer noch mal an“, sagt er und lacht. Bunte Mützen tragen die beiden auf dem Kopf. „Ist doch Ostern.“

Auch Shiara Splett hat eine Mütze auf, mit Blume an der Seite. „Ich bin letztes Jahr nach Kühlungsborn gezogen und wollte das miterleben“, sagt die 30-Jährige.

Dann geht es los. Ein bisschen Wegstrecke müssen die Anbader zurücklegen, bis sie bauchtief im Wasser stehen. Nach wenigen Sekunden kehren die Ersten um und laufen wieder raus.

Nicht Heiko Markowski. Er trägt blaue Mütze mit Gesicht und Ohren und geht insgesamt dreimal ins Wasser. „Das ist schon angenehmer als im Januar“, sagt er und lacht.

Tino Borchert legt sich ins flache Wasser und posiert für die Kamera. „Es war wie immer schön“, sagt der 40 Jahre alte Urlauber aus Bärenklau.

Anja Levien

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