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Bad Doberan Wolfgang Dierck feiert seltenes Jubiläum
Mecklenburg Bad Doberan Wolfgang Dierck feiert seltenes Jubiläum
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12:32 30.12.2018
Vater-Sohn-Duo im Neptun-Hotel Kühlungsborn: Wolfgang Dierck (l.) und Kristian Dierck. Quelle: Lutz Werner
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Kühlungsborn

Wolfgang Dierck (65) feierte im zurück liegenden Jahr ein seltenes Berufs-Jubiläum: Am 1. September konnte er auf 50 Jahre Arbeit im Hotel- und Gastgewerbe zurückblicken. „Da war noch Spätsommer-Saison. Wir hatten alle Hände voll zu tun. Wir haben angestoßen, aber es war nicht der richtige Zeitpunkt für einen Rückblick“, begründet der Inhaber des Neptun-Hotels in der Strandstraße, warum er das große Jubiläum erst jetzt öffentlich macht. „Selbst wenn du am Anfang des Berufslebens eine typische DDR-Karriere mit sehr zeitigem Berufseinstieg hattest – ich kenne nur wenige Leute, die das in diesem Beruf geschafft haben“, sagt er doch ein wenig stolz.

Wolfgang Dierck – er wuchs in Schwerin auf – begann am 1. September 1968 eine Lehre als Koch im RestaurantReichshof“ am Bahnhofsvorplatz der heutigen Landeshauptstadt. „Sieben Tage später wurde ich 15 Jahre alt“, erinnert sich Dierck, der die Schule frühstmöglich – nach der 8. Klasse – verlassen hatte. Betreiber der Gaststätte war die HO – die staatliche Handelsorganisation der DDR. Sie war das dominierende Einzelhandelsunternehmen, aber auch Betreiber vieler Hotels und Gaststätten. „Die Ausbildung war gut und vielfältig. Die HO betrieb in Schwerin viele Häuser, die heute noch einen guten Namen. Ich durchlief sie alle als Lehrling“, sagt er und nennt das Weinhaus Uhle, die Weinklause Wöhler, das Strandhotel Zippendorf und den Niederländischen Hof.

Wolfgang Dierck, „der keinen Bock mehr auf Schule hatte“, trieb – neben „wirklichem Interesse für den Beruf“ – das Fernweh in die Koch-Ausbildung. In der abgeschotteten DDR gab es keine Reisefreiheit. Eine der raren Möglichkeiten, die Welt zu sehen, war ein Job als Seemann auf einem Handelsschiff. „Als Koch hatte man eine Chance“, sagt er. Das funktionierte. Von 1975 bis 1978 fuhr Wolfgang Dierck auf Schiffen der Deutschen Seereederei.

Dass nicht mehr daraus wurde, hat mit Silvia, seiner Frau, zu tun. „Ich lernte sie 1975 auf ihrem Abi-Ball kennen. 1978 wurde dann unsere Tochter geboren. Da wurde es schlecht mit der Welten-Bummelei.“ Die Abiturientin, aus der eine Studentin an der Uni Rostock wurde, und der Acht-Klassen-Schüler – „der krasse Bildungsunterschied gefiel mir nicht, mein Ehrgeiz war geweckt“, blickt er zurück. Dierck holte die zehnte Klasse nach, studierte dann berufsbegleitend an einer Hotelfachschule Betriebswirtschaft. 1984 kam er nach Kühlungsborn, um als Leiter eines der Betriebsferienheime des FDGB, der DDR-Einheitsgewerkschaft, zu übernehmen. Von 1987 bis 1992 studierte er noch einmal – wir würden heute sagen im Master-Studium – Betriebswirtschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Das Neptun-Hotel in der Strandstraße gehört zum Club der Vier-Sterne-Häuser in Kühlungsborn. Quelle: Lutz Werner

Unmittelbar daran „schlossen sich die sechs Monate an, die meine weitere Entwicklung nachhaltig in Richtung gehobene Hotellerie geprägt haben“. Ein Freund hatte Wolfgang Dierck ein Praktikum im Hotel Savoy in London – einem der exklusivsten Häuser der Welt – vermittelt. „Ich durchlief dort alle Stationen – von der Küche bis hin zum Assistenten des Hotel-Managers. Was ich dort in nur sechs Monaten gelernt habe, war einfach sensationell“, blickt er zurück. Und erzählt davon, „wie ich innerlich schlotternd im Smoking in der Lobby stand, um die Queen Mum zu begrüßen und zu ihrem Tisch zu geleiten“. Die Königin-Mutter, Prinzessin Diana und auch Großbritanniens damalige Premierministerin Margaret Thatcher gehörten zu den Stammgästen des Hotel-Restaurants.

1994 übernahm Dierck das Neptun-Hotel, ein ehemaliges Ferienheim der Neptun-Werft, als angestellter Hotel-Direktor. „Das war genau der richtige Zeitpunkt. Das alte Haus – Baujahr 1905 – wurde umgebaut. Ich konnte mich mit meinen Vorstellungen einbringen“, sagt er. Später pachtete er das Hotel, um es schließlich 2016 zu kaufen. „Ich hätte das eher tun können. Aber ich wollte sicher sein, dass Kristian für den Beruf und das Haus brennt. Sonst hätte es sich nicht gelohnt.“ Kristian Dierck (37), der Sohn, arbeitet seit 2011 nach Berufsausbildung und Studium im Haus. Inzwischen sind Vater und Sohn als gemeinsame Inhaber und gleichberechtigte Geschäftsführer an der Spitze ein Duo.

Mit dem Namen Wolfgang Dierck ist ein Event verbunden, das zu einem Markenzeichen von Kühlungsborn geworden ist. Vor 17 Jahren hob Dierck gemeinsam mit Inge Hagen-Heyde, damals Direktorin im „Aquamarin“, und Petra Müller, Chefin in der „Waldkrone“, sowie mit dem Gastronomen Kurt Giese die Kühlungsborner Gourmet-Tage aus der Taufe. Dierck ist bis heute Vorsitzender des Gourmet-Tage-Vereins.

 

Lutz Werner

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