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Bad Doberan Ärger mit Tempo und Vorfahrt
Mecklenburg Bad Doberan Ärger mit Tempo und Vorfahrt
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22:22 07.06.2019
30er Zone Reriker Straße30er-Zone im Bereich Reriker Straße. Quelle: DBR
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Neubukow

„Es ist echt schlimm geworden: Wenn Sie hier vorne rausfahren, haben Sie eigentlich Vorfahrt – aber da muss man sehr aufpassen, sonst ist das Auto im A...“, schildert der Neubukower Robert Schierstedt die Verkehrslage auf der Zufahrt vom Malpendorfer Weg auf die Reriker Straße. Auch vor seiner Haustür in der Straße „Mühlentor“ werden immer wieder Verkehrsregeln missachtet. „Hier knallen sie teilweise lang, gerade nachts“, sagt der Bewohner der neuen Schliemannstädter Tempo-30-Zone.

Robert Schierstedt: „Es ist echt schlimm geworden: Wenn Sie hier vorne rausfahren, haben Sie eigentlich Vorfahrt – aber da muss man sehr aufpassen.“ Quelle: Thomas Hoppe

Seit dem 6. Mai gilt ab der Einfahrt in die Reriker Straße auf dieser Piste und auf allen angrenzenden in der Gegend nicht nur eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h, sondern auch die Vorfahrtsregel „rechts vor links“.

Nur vor der Ausfahrt aus „An der Windmühle“ auf die Straße „Mühlentor“ steht noch ein Vorfahrtsschild, erfolgt also quasi eine Ausnahme von der Regel. Aufgehoben wird die Tempo-30-Zone mit dem entsprechenden Verkehrsschild zum Beispiel erst dort, wo die Neue Straße den Übergang der Schliemann-Straße auf die Buschmühlener Chaussee quert. Vorher ist überall höchstens 30 zu fahren.

Doch die bislang darauf verweisenden 30er-Schilder sind auf amtliche Anordnung hin verschwunden – weil hier eben überall eine Tempo-30-Zone gelte, wie es zur Begründung heißt. Danach richten sich aber nicht alle Verkehrsteilnehmer: „Wenn ich hier 30 fahre, habe ich auf einmal hinten einen ganz dicht dran“, schildert der „Mühlentor“-Anwohner Robert Hilweg ein offenbar alltägliches Verhalten.

Ein Anwohner der Reriker Straße/Ecke Malpendorfer Weg und ein Vielfahrer aus beruflichen Gründen, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, berichtet davon, dass ihm schon mehrfach der Vogel gezeigt worden wäre, weil er sich an die Vorfahrtsregeln in diesem Gebiet „rechts vor links“ hielt: „Das sind nicht nur Fremde, auch Einheimische, die sich nicht daran halten. Sie fahren auch mehr als 30 km/h. Ich würde am Tag zehn Unfälle haben, wenn das mal reicht, wenn ich auf meine Vorfahrt poche.“

Der Mann und seine Frau geben noch mit auf den Weg, dass hier die Geschwindigkeitsmessungen stattfinden müssten, anstatt dass die Urlauber bei Zweedorf in einem 60er-Straßenabschnitt abgezockt würden.

Karolin Schomacker und Thomas Krause stören die Raser auf der Reriker Straße und der starke Durchgangsverkehr. Quelle: Thomas Hoppe

Den beiden Reriker Anwohnern Karolin Schomacker und Thomas Krause fallen vor allen Dingen der starke Urlauberverkehr in ihrer Straße und die zu schnellen Lkw auf. „Viele Navis lenken wahrscheinlich hier lang“, sagt der Neubukower, der eine Anliegerstraßen- oder Einbahnstraßen-Regelung befürwortet hatte: „Es muss hier keiner durch, um zur Ostsee zu kommen – die Panzerstraße ist dafür gedacht!“

Bürgermeister Roland Dethloff (parteilos) kennt die Probleme um die neue Tempo-30-Zone mit ihren brenzligen Situationen und baut darauf, dass sich die Beachtung der Verkehrsregeln an dieser Stelle bei der großen Mehrheit der Verkehrsteilnehmer durchsetzen wird. Ihm liegt auch daran, dass sich schnell das Verständnis dafür durchsetzt, dass mit der Einrichtung einer Zone zahlreiche Extra-Schilder auch in den Nebenstraßen der Reriker weggeräumt wurden. Um den vielen noch nicht aktualisierten Navigationsgeräten, die in dieser Gegend noch Tempo 50 anzeigen, etwas entgegensetzen zu können, plant die Stadt die Installation einer elektronischen Tempo-Mess-Anlage mit lächelndem oder traurigem Gesicht: „Die 30 km/h-Schilder werden wir da nicht wieder aufstellen dürfen. Wir handeln auf Anordnung des Straßenverkehrsamtes.“

Sagt es und macht dann deutlich, dass solche Anordnungen auch von seiner Verwaltung hinterfragt würden: „Bis 2013 stand an der Zufahrt von der B 105 in die Hinterstraße ein Tempo-20-Zone-Schild. Das wurde bei einer Verkehrsschau moniert und dann ans Ende der Hinterstraße (Richtung Keneser Straße) versetzt. Das bedeutet, die Fahrt durch die enge Hinterstraße ist mit 50 möglich. Dazu werden wir bei der nächsten Verkehrsschau, die voraussichtlich im September stattfindet, darauf hinwirken, dass wir den Bereich der Hinterstraße wieder komplett in die Zone 20 bekommen.“

Thomas Hoppe

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