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Bad Doberan Manfred Sürken ist der Macher des Kühlungsborner Campingplatzes
Mecklenburg Bad Doberan Manfred Sürken ist der Macher des Kühlungsborner Campingplatzes
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12:00 30.07.2019
Manfred Sürken, erfolgreicher Unternehmer und Inhaber des Campingparks Kühlungsborn, feierte am 16. Juli seinen 70. Geburtstag. Quelle: Rolf Barkhorn
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Kühlungsborn

Wenn Manfred Sürken im Sommermonat Juli Geburtstag feiert, kann er sicher sein, dass immer ganz viele Gäste um ihn herum sind. Denn er ist Inhaber des Campingparks im Ostseebad Kühlungsborn. Dort halten sich zurzeit weit über tausend Gäste auf. Am Dienstag vergangener Woche fiel die Party dann auch etwas größer aus, nicht wegen der vielen Urlauber, sondern weil Sürken ein rundes Jubiläum feierte. Er wurde 70 Jahre alt.

Für den umtriebigen Unternehmer, der immer voller Ideen steckt, sind sieben Jahrzehnte Lebenserfahrung aber noch kein Grund, in Rente zu gehen. „Dafür habe ich noch zu viel vor“, betont der Unternehmer.

Im August startet das nächste Bauprojekt

Bereits im August startet auf dem Platz das nächste größere Bauvorhaben. Die bisherige Rezeption am Portal an der Waldstraße wird abgerissen und weicht einem Neubau. „Anders geht das nicht. Wir müssen leider bei laufendem Betrieb anfangen zu bauen. Sonst reicht die Zeit nicht.“ Bis zum Start der neuen Saison im Frühjahr 2020 soll der zweistöckige Empfangsbereich fertig sein. „Für den Übergang haben wir aber eine passable Ersatzvariante gefunden. Wir konnten die ehemalige Gaststätte ’Seerose’ gegenüber mieten. Dort bringen wir die Rezeption unter. Container hätten auch nicht zu uns gepasst“, sagt Manfred Sürken.

Der gebürtige Westfale mag keine halben Sachen. Und deshalb ist er immer auch auf der Suche nach der besseren Lösung. Das war schon früher so, berichtet der 70-Jährige. In Coesfeld/Westfalen geboren, wuchs er später in Wanne-Eickel, im nördlichen Ruhrgebiet, auf. Dort absolvierte er eine Ausbildung zum Elektriker. „Das war damals noch richtiges Handwerk“, sagt er lächelnd. Der Lehrlingslohn fiel mit 65 Mark im ersten Lehrjahr recht gering aus. Also suchte Sürken nach einer weiteren Einnahmequelle. „Ich konnte zum Glück ganz gut Akkordeon und Hammond-Orgel spielen. Da zog ich dann zusammen mit anderen Musikern durch die Kneipen und besserte so mein Taschengeld auf“, erinnert sich Sürken.

Westautos für DDR-Mark verkauft

Geschäftssinn bewahrte er sich auch später, als er für große Zulieferfirmen europaweit im Außendienst tätig war. „Damals kam ich viel rum“, sagt der Jubilar. Auch Kühlungsborn lernte er schon vor der Wende kennen. Zusammen mit einem Freund kam er regelmäßig zu privaten Besuchen an die Ostsee. Die Kontakte, die er vor Ort knüpfte, waren ihm auch von Nutzen, als er nach dem Mauerfall als Geschäftsmann nach Kühlungsborn zurückkehrte.

„Ich wusste ja, was die Kühlungsborner am meisten gebrauchen konnten –richtige Autos.“ So schaffte Sürken zusammen mit einem Geschäftspartner und Helfern gut erhaltene gebrauchte Westautos nach Kühlungsborn. „Das war noch vor Einführung der D-Mark. Da haben einige ihre Autos noch in DDR-Mark bezahlt.“

In dieser Zeit erfuhr er, dass die Stadt den kommunal bewirtschafteten Zeltplatz in der Waldstraße verpachten wollte. Zusammen mit seinem Geschäftspartner bewarb er sich. Beide bekamen den Zuschlag. „Im Februar 1991 haben wir den Platz dann übernommen –mit vier Mitarbeitern. Zuerst haben wir den Platz entmüllt und die ersten Waschhäuser saniert. Ordentliche Sanitärräume sind das A und O auf einem Campingplatz“, weiß Platzinhaber Manfred Sürken, dem es aber vor allem wichtig ist, dass die Gäste sich am Urlaubsplatz mindestens so gut fühlen wie zu Hause, oder besser! „Wenn Gäste, die wiederkommen, dann sehen, dass schon wieder etwas Neues entstanden ist, wissen sie, dass ihr Geld gut angelegt wurde“, ist eine Devise des Campingunternehmers.

Während sich sein Geschäftspartner bald aus dem Unternehmen zurückzog, arbeitete Sürken weiter mit seinen Mitarbeitern an der Verwirklichung seines Zieles. „Ich erkannte: Dieser Platz hat großes Potenzial. Den machen wir zum besten Campingplatz Deutschlands!“ Heute räumt er ein, dass solch ein Ziel dauerhaft nicht erreicht werden kann. „Wir haben kein Schwimmbad auf dem Platz wie andere. Das ist ein Nachteil, aber ansonsten kann sich unser Campingpark sehen lassen.“

Einige Millionen investiert

Der Unternehmer investierte im Lauf der Jahre einige Millionen in den Neubau von insgesamt drei Sanitärgebäuden. 2002 wurde für 1,2 Millionen Euro „Poseidons Reich“ im Zentrum des Platzes eröffnet, ein hochmoderner Sanitärtrakt, mit dem die Kühlungsborner Maßstäbe setzten. Viele Ideen wurden danach von Wettbewerbern übernommen. Auch in Börgerende, dem zweiten Campingplatz des Familienunternehmens Sürken, wurde investiert. Den Platz übernahm dann Sürkens geschiedene Ehefrau Christa nach der Trennung in eigener Regie.

Wichtig war für Sürken von Anfang an bei neuen Projekten stets der Umweltaspekt. So kommen bei den Neubauten Wärmepumpen und Solartechnik für die Energierückgewinnung zum Einsatz. Auch das Team des Campingparks ist stetig gewachsen. In der Saison zählt der Betrieb knapp 60 Mitarbeiter, 45 gehören mittlerweile zum festen Stamm.

Campingpark erhielt zahlreiche Auszeichnungen im In- und Ausland

Für die positive Entwicklung des Unternehmens in den vergangenen 28 Jahren sprechen inzwischen auch zahlreiche Auszeichnungen durch Campingorganisationen im In- und Ausland. Regelmäßig landet der Campingpark Kühlungsborn im nationalen Ranking unter den Top Ten, ähnliche Auszeichnungen gab es auch schon international. „Wir dürfen wohl sagen, dass wir mit dazu beigetragen haben, dass Kühlungsborn als Urlaubsstandort bekannt und beliebt ist“, meint Manfred Sürken stolz.

Im Ostseebad wird der Unternehmer auch dafür geschätzt, dass er Vereine unterstützt. Über viele Jahre war er Hauptsponsor des Fußballvereins, unterstützte die Schützengilde in Heiligendamm und fördert aktuell auch den einheimischen Faschingsclub. Das Wort Wahlkühlungsborner findet Manfred Sürken aber etwas zu umständlich. Er sagt: „Ich fühle mich längst als Einheimischer, ach was, ich bin Einheimischer!“

Rolf Barkhorn

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