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Bad Doberan „Immer nur meckern, bringt doch nichts“
Mecklenburg Bad Doberan „Immer nur meckern, bringt doch nichts“
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18:57 15.05.2019
Luftaufnahme von Alt Bukow Quelle: Dieter Probst
Alt Bukow

„Ich möchte dazu beitragen, eine funktionierende Gemeinde zu schaffen. Denn ich habe das Gefühl, wir gehen gerade durch eine schwierige Zeit – wie viele andere Gemeinden auch. Und Alt Bukow ist es wert, sich dafür einzusetzen und zu kämpfen“, erklärt Florian Podßun, warum er sich erstmals für die Gemeinderatswahl in Alt Bukow als Kandidat angemeldet hat.

Florian Podßun: „Das scheue Pferd ein bisschen nach vorn zu treiben, ist sinnvoller, als nur zu meckern.“ Quelle: privat

„So am Gartenzaun schimpfen, kann eigentlich jeder – aber dann wirklich mal die Zügel in die Hand zu nehmen und zu versuchen, das scheue Pferd doch ein bisschen nach vorn zu treiben, halte ich für die sinnvollere Variante, als nur zu meckern“, sagt der 32-jährige verheiratete Vater von zwei Kindern. „Als Gemeindevertreter steht man zwar ganz unten in der Nahrungskette, aber es ist immerhin der erste Schritt – und Gold wert dagegen, immer nur unzufrieden zu sein. Viele Informationen, „an welcher Schraube man mal unbedingt drehen müsste“, erhalte er schon in Gesprächen, die in seinem Dorf, in Bantow stattfänden: „Hier hält man oft an und und unterhält sich.“ Er sei extra Mitglied der Wählergemeinschaft Alt Bukow geworden, weil er an einem Strang ziehen wolle: „Als Einzelbewerber hätte ich irgendwie ein Außenseitergefühl gehabt, als ob ich allein eine Opposition bilden möchte. Und das möchte ich nicht.“

Der älteste Kandidat dieser Wählergruppe und – gemeinsam mit Manfred Wodars – der Gemeinderatserfahrenste ist Roland Schmidt. „Wir wollen aus dieser Misere, die man uns aufgedrückt hat, wieder rauskommen“, bringt der 65-Jährige die Ziele der WG auf den Punkt und meint damit vor allem die Finanzpolitik des Landes und des Kreises. Auf die entsprechende Klagedrohung des Bürgermeisters Manfred Wodars (WG Alt Bukow) gegen das Land „wurde am Ende nicht so reagiert, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagt Roland Schmidt. Er erinnert aber auch daran, dass die Straßenausbaubeiträge noch im Vorjahr von Landesseite her quasi als unantastbar erklärt wurden: „So ist das in dieser Dorfpolitik.“

Jetzt müsse man sehen, wie die Gemeinde Alt Bukow mit einem neuen Konzept wieder vorankomme, zumal beim Amt Neubukow-Salzhaff mittlerweile auch „ein anderes und jüngeres Volk dran“ sei. Er sehe das „eher positiver“.

Thomas Menski: „Wir brauchen Unterstützung, dass wir das bisschen, was wir haben, behalten können und damit arbeiten können.“ Quelle: privat

Einzelbewerber Thomas Menski, aktuell ebenfalls in der Volksvertretung der Gemeinde, betont, dass er grundsätzlich gegen Fusionen zu Großgemeinden sei („Das bedeutet noch weniger Bürgernähe“) und der 54-Jährige fordert ein Ende des Zwangs „Gemeindeeigentum zu veräußern“: „Wir brauchen da Unterstützung, dass wir das bisschen, was wir haben, behalten können und damit arbeiten können – und nicht noch Gelder ans Land oder an die Ämter abgeben müssen.“ Man müsse doch nachhaltig denken: „Sonst würde mir vielleicht meine Tochter, wenn sie in 20 Jahren im Gemeinderat säße, berechtigt den Vorwurf machen, dass wir alles verkauft haben. Das geht doch nicht!“ Aber wo soll das Geld herkommen? Er vermisse zum Beispiel eine finanzielle Anerkennung für die Gemeinde, nachdem ihre Bürger so viele freiwillige Arbeitseinsätze geleistet haben, um nicht noch mehr auszugeben. „Doch wir können hier nur Kleinigkeiten verändern“, räumt Thomas Menski ein und betont: „Aber das geht natürlich nur gemeinsam!“

Jörg Rosenkranz: „Ich bin doch sowieso laufend zu den Gemeindevertretersitzungen da gewesen und dann kann ich ja auch mitwirken.“ Quelle: privat

„Ich bin doch sowieso laufend zu den Gemeindevertretersitzungen da gewesen und dann kann ich ja auch mitwirken“, begründet Einzelbewerber Jörg Rosenkranz seine Kandidatur. Wie der Bantower dazu ergänzt, komme es ihm zudem so vor, als ob die Ämter noch „schön im Winterschlaf“ seien. Der heute 50-jährige Tiefbauer war vor gut einem Jahr mit dem Problem an die Öffentlichkeit gegangen, dass fünf große Linden vor seinem Haus endlich mal beschnitten werden müssten, um mögliche Schäden am Gebäude zu verhindern. Nichts geschah. „Nicht nur wegen der Linden, möchte ich es versuchen. Immer nur meckern, das bringt doch nichts. Wenn, muss man schon mitwirken“, sagt er und erwartet, dass er als gewählter Volksvertreter dann auch mitbekommt, „was da intern abgeht“, wenn der öffentliche Teil der Sitzungen beendet ist. Wer dann raus ist, könne ja auch nichts erreichen.

Thomas Hoppe

Jörg Zimmerann ist ab sofort Ansprechpartner für Jugendliche in Bad Doberan. Über Jahre war die Jugendarbeit in der Stadt vernachlässigt worden. Es fehlte jemand, der Angebote und Träger koordiniert, ein Netzwerk aufbaut. Graffiti-Projekt, Plätze zum Bolzen – so einiges soll dieses Jahr realisiert werden.

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