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Bad Doberan Amt Bad Doberan-Land vor dem Aus?
Mecklenburg Bad Doberan Amt Bad Doberan-Land vor dem Aus?
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06:01 23.02.2019
Könnte es in seiner jetzigen Form schon bald nicht mehr geben: das Amt Bad Doberan-Land. Quelle: Lennart Plottke
Nienhagen/Bad Doberan

Eine große geschäftsführende Gemeinde im derzeitigen Amtsbereich Bad Doberan-Land mit einem hauptamtlichen Bürgermeister – geht es nach den Gemeinden Admannshagen-Bargeshagen, Ostseebad Nienhagen und Elmenhorst / Lichtenhagen, könnte so das zukünftige Modell nach einer Fusion dieser drei Kommunen aussehen. „Dieses mögliche Konstrukt wurde jetzt in einem gemeinsamen Gespräch im Innenministerium erörtert“, erklärt Gabriele Kalweit, Vorsteherin im Amt Bad Doberan-Land. „Immer vorausgesetzt, die anderen sieben Gemeinden stimmen diesem Modell auch zu.“

„Wie genau die Pläne aussehen, wissen wir noch gar nicht – denn wir haben so gut wie nichts in der Hand.“ Gabriele Kalweit, Vorsteherin Amt Bad Doberan-Land Quelle: Wilma Welzel

Die Sache sei schon brisant, so Kalweit: „Wie genau die Pläne aussehen, welche weiteren Konsequenzen das hat, wissen wir noch gar nicht – denn wir haben so gut wie nichts in der Hand.“ Zunächst müssten ohnehin die drei Gemeindevertretungen über einen Fusionsvertrag abstimmen. „Der ist fast fertig“, sagt Nienhagens Bürgermeister Uwe Kahl (CDU). „Wenn das Papier dieses Gremium erfolgreich durchlaufen hat, müssen noch der Amtsausschuss sowie der Landkreis Rostock und das Land ihr Votum abgeben.“

Dass dies alles noch vor den Kommunalwahlen am 26. Mai passiert – „von dieser Vorstellung haben wir uns verabschiedet“, erklärt Kahl. „Wir können uns jetzt ein, zwei Jahre Zeit nehmen, die Bürger bei weiteren Versammlungen informieren und mit ins Boot holen – einen Schnellschuss wird es nicht geben.“ Mit Widerstand aus den anderen Gemeinden rechnet Kahl kaum: „Von einem hauptamtlichen Bürgermeister würden alle profitieren – der will doch wiedergewählt werden und gibt sicher richtig Gas.“

Kontroverse Diskussion in Börgerende

Das sieht Horst Hagemeister anders: „Die können fusionieren, wie sie wollen“, sagt der Bürgermeister von Börgerende-Rethwisch. „Unsere Gemeinde ist jedenfalls nicht mit dabei – der Sozialausschuss hat ganz deutlich mögliche Gespräche abgelehnt.“ Ganz so klar ist die Sache für Klaus Bergmann nicht: „Wir würden doch als kleine Insel zwischen Bad Doberan und der neuen Großgemeinde untergehen“, ist Börgerendes stellvertretender Bürgermeister überzeugt. „Allein, wenn ich an die Conventer Schule denke, wird mir schlecht.“

„Wir würden doch als kleine Insel zwischen Bad Doberan und der neuen Großgemeinde untergehen.“ Klaus Bergmann, stv. Bürgermeister Börgerende-Rethwisch Quelle: Lennart Plottke

Denn aktuell fungiere die Einrichtung noch als Amtsschule, in der auch Kinder aus Bargeshagen und Nienhagen lernen. „Wenn die Großgemeinde kommt, bauen die sich da eine eigene Schule – und wir können froh sein, wenn wir noch den Grundschul-Status behalten.“ Ähnlich prekär sehe es für den Sportverein aus, so Bergmann: „Etwa 80 Prozent der Kinder kommen aus Nienhagen – wenn das Ostseebad einen eigenen Verein gründet, sind die alle weg.“

Wohnungsbau, Gastronomie, Strand – „wir sind im Vergleich mit den Nachbarn ohnehin schon abgehängt“, malt Bergmann ein düsteres Bild. „Wenn jetzt auch noch die Schule und das Vereinsleben wegfallen, können wir den Laden hier bald dichtmachen.“ Deshalb plädiere er dringend dafür, sich möglichen Gesprächen nicht zu verschließen: „Mir sind persönliche Befindlichkeiten egal – wir müssen miteinander reden.“

„Wir können uns jetzt ein, zwei Jahre Zeit nehmen – einen Schnellschuss wird es nicht geben.“ Uwe Kahl (CDU), Bürgermeister Ostseebad Nienhagen Quelle: Sabine Hügelland

Im Moment seien noch viele Fragen offen, meint auch Amtsvorsteherin Gabriele Kalweit: „Was passiert beispielsweise mit den Feuerwehren? Wie geht es mit der Amtsschule weiter? Das muss geklärt werden.“ Eines aber stehe fest: „Wenn es tatsächlich zu einer Fusion kommt, würde es das Amt Bad Doberan-Land in seiner jetzigen Form nicht mehr geben.“

Vor den Toren Rostocks könnte eine neue Großgemeinde entstehen. Entsprechenden Gespräche der Bürgermeister von Admannshagen-Bargeshagen, dem Ostseebad Nienhagen und Elmenhorst-Lichtenhagen sind bereits weit fortgeschritten.

Mit gut 10 000 Einwohnern könnte die neue Großgemeinde ihre Leistungsfähigkeit gegenüber den Bürgern enorm steigern und eine gute Entwicklung nehmen – die Bürgermeister sehen zahlreiche Synergieeffekte und wollen sich auch vor einer möglichen Eingemeindung durch die Hansestadt Rostock wappnen.

Lennart Plottke

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