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Bad Doberan Amtsschule droht massives Platzproblem
Mecklenburg Bad Doberan Amtsschule droht massives Platzproblem
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06:00 11.07.2019
Der Hort-Neubau in Rethwisch steht, jetzt folgen Arbeiten im Inneren des Gebäudes sowie an den Außenanlagen. Quelle: Lennart Plottke
Rethwisch

Die Fassade strahlt in sattem Gelb, Rot und Hellgrau, auch im Innenbereich und an den Außenanlagen stehen die Arbeiten kurz vor dem Abschluss: Ende September soll das neue Hortgebäude an der Rethwischer Schulstraße fertig sein. Im einstöckigen, gut 428 Quadratmeter großen Haus werden drei zusätzliche Horträume Platz finden, in denen künftig 66 Kinder betreut werden können.

„Mit Einzellösungen kommen wir nicht weiter – wir sollten gemeindeübergreifende Vorschläge für ein Gesamtkonzept unterbreiten und auch gemeinsam diskutieren.“ Klaus Bergmann, amtierender Vorsitzender Schulausschuss Quelle: privat

Eigentlich ein Grund zur Freude. „Mit Blick auf die vergangenen fünf Jahre können wir mit unserer Leistung nicht zufrieden sein“, meint hingegen Klaus Bergmann, noch amtierender Vorsitzender des Schulausschusses im Amt Bad Doberan-Land. „Die wesentlichen Themen wären eigentlich eine Schulerweiterung und eine neue Sporthalle gewesen – aber die Bürgermeister der drei schulschickenden Gemeinden Börgerende-Rethwisch, Ostseebad Nienhagen und Admannshagen-Bargeshagen sind hier einfach nicht zusammengekommen.“ Auch aus diesem Grund habe Börgerende-Rethwisch einen einzelnen neuen Hort gebaut – die Probleme damit aber nur teilweise gelöst.

Denn vor allem die benachbarte Conventer Schule platzt aus allen Nähten. „Zum neuen Schuljahr werden wieder drei erste Klassen gebildet, wir rechnen hier mit fast 480 Schülern“, sagt Bürgermeister Horst Hagemeister (parteilos). „Deshalb ist angedacht, einen Teil der Horträume auch für den Schulbetrieb zu nutzen.“ Dies sei zwar eine naheliegende Möglichkeit, erklärt Klaus Bergmann: „Aber auch Schulleiterin Elke Lemke hat bereits deutlich gemacht, dass ein Hortraum natürlich kein Schulraum ist.“

Maximal mögliche Anzahl der Schulklassen erreicht

Was Bergmann auch ärgert: „Es heißt immer, dass in der Schule noch genügend Platz für neue Kinder ist – das mag zwar stimmen, trifft aber nicht auf die Anzahl der Klassenräume zu.“ Darum müsse es bei den künftigen Berechnungen auch um die Zahl der Schulklassen gehen: „Hier ist jetzt definitiv das Limit erreicht.“

Deshalb könne der Hort als Ausweichmöglichkeit auch nur eine kurzfristige Lösung sein, macht der amtierende Schulausschussvorsitzende deutlich: „Es geht jetzt darum, gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden die Zukunft zu planen – eine Erweiterung der Schule ist nach meiner Auffassung unumgänglich.“ Der dafür notwendige Grund und Boden wäre vorhanden, sagt Bergmann: „Eine Alternative ist, den benachbarten Bauhof zu verlegen und so freien Platz zu schaffen.“

Aus Sicht von Rethwischs Bürgermeister Horst Hagemeister ist das grundsätzlich ein realistisches Szenario: „Wenn ein Schul-Anbau notwendig sein sollte, kann unser Bauhof tatsächlich umziehen – neben der Firma Müller gibt es am Mühlenweg in Rethwisch eine Gemeindefläche, die sich als neuer Standort anbieten würde.“

Bürgermeister sieht Nachbargemeinden in der Pflicht

Dennoch: „Die ganze Geschichte ist ein heißes Thema“, meint Hagemeister. „Denn wenn alle schulschickenden Gemeinden davon überzeugt sind, dass es einen Erweiterungsbedarf gibt, muss das auch von allen bezahlt werden.“ Das Ostseebad Nienhagen sei dazu bereit, sagt Bürgermeister Uwe Kahl (CDU): „Natürlich würden wir uns an den Kosten für einen Anbau an diesem Standort beteiligen – es ist doch wichtig, dass die Klassen dicht beieinander bleiben.“

Raumbedarf: Die Conventer Schule benötigt künftig mehr Platz. Quelle: Lennart Plottke

Darüber hinaus plädiere er dafür, die Sitzungen des Schulausschusses künftig mindestens vierteljährlich abzuhalten, so Kahl: „Es geht nicht, dass wir uns in diesem Rahmen nur zweimal im Jahr treffen – gerade über solch brisante Themen sollten wir uns öfter austauschen.“

Auch Klaus Bergmann hofft, dass sich die Nachbargemeinden jetzt schnell an einen Tisch setzen: „Mit Einzellösungen kommen wir nicht weiter – wir sollten gemeindeübergreifende Vorschläge für ein Gesamtkonzept unterbreiten und auch gemeinsam diskutieren.“ Nur so könne man die Zukunft des Schulstandortes in Rethwisch sichern: „Sonst haben wir hier bald nur noch eine Grundschule – und die Amtsschule steht ganz woanders.“

Lennart Plottke

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