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Bad Doberan Anbaden in Heiligendamm: 20 Mitglieder organisieren Spektakel
Mecklenburg Bad Doberan Anbaden in Heiligendamm: 20 Mitglieder organisieren Spektakel
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11:00 28.08.2019
Peter Kupatz (l.) und Hans Peter Hahn schlüpfen beim historischen Anbaden in Heiligendamm in die Rollen von Badearzt Professor Samuel Gottlieb Vogel und Großherzog Friedrich Franz I. Quelle: Anja Levien
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Bad Doberan

Während die Urlauber am Strand die Sonne genießen und die Badesaison in vollem Gange ist, denken die Mitglieder der Initiativgruppe (IG) Historisches Anbaden bereits an das nächste Jahr. Schon im September setzen sich die 20 Männer und Frauen zusammen, um das Anbaden an der Seebrücke in Heiligendamm vorzubereiten. Das Spektakel fiel in diesem Jahr aus.

Auch in diesem Jahr sollte es so werden, wie schon 15 Mal zuvor. Für den 15. Juni hatten Großherzog Friedrich Franz I. und sein Badearzt Prof. Samuel Gottlieb Vogel erneut zum offiziellen Anbaden à la anno 1825 an den Strand von Heiligendamm eingeladen. Doch schlechtes Wetter machte diesmal den geplanten Badefreuden einen Strich durch die Rechnung. „Wir mussten die Veranstaltung gegen 12 Uhr wegen des heranziehenden Gewitters aus Sicherheitsgründen bedauerlicherweise absagen. Leider erreichte diese Mitteilung in der Kürze der Zeit nicht mehr alle, die sich das Anbaden anschauen wollten“, sagen Hans-Peter Hahn (78) alias Friedrich Franz I. und Dr. Peter Kupatz (68) alias Ihrer Hoheit Badearzt, Prof. Vogel.

Vorfreude auf Juni 2020

Doch inzwischen ist sowohl beim Publikum als auch bei den Akteuren die Enttäuschung über das ausgefallene Anbaden der Vorfreude auf das Event im Juni 2020 gewichen. „Natürlich werden wir bei unseren Planungen darauf aufbauen, was schon für dieses Jahr vorgesehen war, aber ins Wasser fiel. Aber neuen Ideen stehen wir natürlich immer aufgeschlossen gegenüber“, betont Peter Kupatz.

Ein kleiner Teil der Badegesellschaft von Bad Doberan, der jedes Jahr das Anbaden mitgestaltet. Quelle: IG Historisches Anbaden

Die Geschichte der IG begann im Sommer 2004. Seinerzeit drehte das NDR-Fernsehen einen Beitrag über das Grand Hotel Heiligendamm und hatte dabei die Idee, Badelustige in historischen Kostümen in die Ostsee steigen zu lassen. Hahn und Kupatz amüsieren sich noch heute darüber, wie sich der keinem Ulk abgeneigte Lehrer Frank Pieplow als Erster kostümiert vor den Kameras in die Fluten stürzte. Warum soll daraus nicht eine Tradition werden, fragten sich anschließend die TV-Statisten und begründeten so eine schöne Tradition.

Teil des Wasserfestes „Aquanostra“

Und so eröffnet die illustre Badegesellschaft um den Großherzog und seinen Leibarzt mit ihrem spritzigen Auftritt in Heiligendamm bis heute auf amüsante Weise die Badesaison im ältesten deutschen Seebad. Ein Spektakel, das inzwischen zum Wasserfest „Aquanostra“ gehört, wie das Salz zur Ostsee. „Allerdings haben wir das historische Anbaden auch in Zeiten vollzogen, in denen das Wasserfest nicht gefeiert wurde“, sagt Kupatz.

Über 1000 Zuschauer machen sich inzwischen (fast) alljährlich eine Gaudi daraus, Königliche Hoheit samt Hofstaat ins kühle Nass steigen zu sehen. Das höfische Zeremoniell wird stets von Musik, Tanz, Theater, Modenschau und Freiübungen umrahmt. Und das Publikum ist ganz Ohr, wenn Geheimrat Prof. Samuel Gottlieb Vogel, aus seinen Baderegeln zitiert und seine wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Wunderwirkung des Ostseewassers verkündet.

„Als eine Gruppe, die sich aus Leidenschaft für gesunde Lebensweise und die Bewahrung der Historie einsetzt, sind wir selbstständig. Wir bringen uns aber gerne ein, wenn es um unsere Mitwirkung bei Veranstaltungen oder Feste in Bad Doberan und Umgebung geht“, sagt Peter Kupatz. Und Hans-Peter Hahn unterstreicht, dass die IG-Mitglieder all ihre Auftritte auf eigene Kosten bestreiten.

Das beginne schon bei den historischen Kostümen, die entweder selbst geschneidert oder, wie im Fall von Hahn, von einer Wismarer Uniformschneiderin angefertigt wurden. „Ich brauche jedes mal eine gute halbe Stunde zum Anziehen“, stöhnt das Großherzog-Double. Peter Kupatz hingegen kann auf einen Frack zurückgreifen, der noch von seinem Großvater stammt. „Passt immer noch wie angegossen“, meint er mit zufriedener Miene.

Von Werner Geske

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