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Bad Doberan 473 Teilnehmer beim Neujahrsanbaden in Kühlungsborn
Mecklenburg Bad Doberan

Anbaden in Kühlungsborn mit 473 Teilnehmern

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17:56 01.01.2020
473 Teilnehmer zählte das Neujahrsanbaden in Kühlungsborn. Quelle: Anja Levien
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Kühlungsborn

Mit Weihnachtsmützen, Zylinder, Kopfbedeckungen in Froschgestalt und Happy-New-Year-Haarreifen sind Männer, Frauen und Kinder am Mittwoch in die fünf Grad kühle Ostsee in Kühlungsborn gestiegen. Auf der Seebrücke und am Strand beobachteten Tausende das traditionelle Neujahrsanbaden. Nicht wenige der 473 Anbader verbringen deshalb ihren Urlaub über Silvester im Ostseebad.

Sonja Schmotz ist extra aus München an die Ostsee gekommen. „Ich bin zu Besuch bei meiner Großtante und das erste Mal hier“, erzählt die 19-Jährige, die zusammen mit Edda Fehlrau in der Schlange für die Anmeldung steht, wo es die historischen Badeanzüge gibt. „Ich habe mich nicht darauf vorbereitet, einfach Augen zu und durch. Und ansonsten habe ich ja einen Profi dabei“, sagt sie und lacht.

Stehen in der Schlange für die Anmeldung zum Neujahrsanbaden: Sonja Schmotz (19, r.) ist zum ersten Mal dabei, Edda Fehlrau (80) jedes Jahr. Quelle: Anja Levien

Der Profi ist Edda Fehlrau. Die 80-Jährige ist jedes Jahr beim Neujahrsanbaden dabei und geht im Winter fast jeden Tag baden. „Wenn die Wellen nicht so hoch sind“, sagt die Kühlungsbornerin. „Es macht einfach Spaß, hier jedes Jahr mitzumachen.“

„So eine Chance hat man nicht oft, das muss man nutzen“, sagt Tina Kämmer. Die 29-Jährige ist auf Kur in Kühlungsborn. Auch sie sagt: „Augen zu und durch.“ Ebenso Neuling ist Ralf Kirmse. Der Offenburger (Baden-Württemberg) macht Urlaub im Ostseebad. „Es ist doch cool, in die kalte Ostsee zu springen.“ Zusammen mit seiner Frau Karin sei er öfter an der Ostsee. „Da gehen wir auch bei Wind und Wetter rein.“

473 Männer, Frauen und Kinder haben am 1. Januar in Kühlungsborn angebadet. Von der Seebrücke aus und am Strand beobachteten Tausende das Neujahrsanbaden.

Für Ulrich Reunig ist es bereits das 7. Neujahrsanbaden, an dem er teilnimmt. Der 68-Jährige macht Urlaub in Börgerende und ist Eisbader, springt aber eigentlich in die Havel. „Das mache ich für die Gesundheit und für das Allgemeinbefinden.“

Katrin und Knut Schulze aus Uebigau (Brandenburg) haben Tina Groß aus Magdeburg vor drei Jahren beim Neujahrsanbaden in Kühlungsborn kennengelernt und seitdem Kontakt gehalten. Alle hatten – wie auch jetzt wieder – damals eine Mütze vom Fußballverein HSV auf. „Wir sind leidenschaftliche Fans. Wir gehen für den HSV baden, damit er nicht baden geht“, sagt Tina Groß. „Es macht hier einfach Spaß und ist ein tolles Ambiente.“ Silvester in Kühlungsborn zu verbringen, sei top. „Das ist hier gut organisiert und wird jedes Jahr besser“, sagt Knut Schulze. Für dieses Jahr haben sie bereits einen Tisch für Silvester reserviert.

Geschafft: Tina Groß (v.l.) sowie Knut und Katrin Schulze haben sich vor drei Jahren beim Neujahrsanbaden kennengelernt und waren jetzt wieder zusammen anbaden. Quelle: Anja Levien

Auch Rolf Neuweiler hat den Jahreswechsel in Kühlungsborn erlebt. Die 830 Kilometer aus dem nördlichen Schwarzwald habe er nur wegen des Neujahrsanbadens zurückgelegt. „Ich habe hier zwei Mal im Sommer Urlaub gemacht und davon gehört und mir dann Videos auf Youtube angeschaut. Ich wollte den Gag auch erleben“, sagt er.

Frank (56) und Luca (12) Seiler freuen sich auf den „Kick“, wenn es in die kühle Ostsee geht. Quelle: Anja Levien

Vor drei Jahren haben sich Frank und Luca Seiler aus Satuelle (Sachsen-Anhalt) das Neujahrsanbaden angeschaut. „Da haben wir uns entschlossen, mitzumachen.“ Zum zweiten Mal sind sie jetzt dabei. „Es ist der Kick, einfach rein und wieder raus.“

Gabriela Handke geht gerne schwimmen, „zwar nicht in so kalte Fluten, aber so eine lustige Veranstaltung kann man mitmachen“, sagt die 60-Jährige. Am Strand hat sie gerade Rita Frankenstein kennengelernt. „Das ist das Schöne, man lernt immer Leute kennen.“

Und dann beginnt der Countdown, alle zählen von zehn runter und laufen dann zusammen ins Wasser. Die Ersten treten nach wenigen Sekunden den Rückweg an, andere bleiben länger, umarmen sich im Wasser, wünschen sich ein frohes neues Jahr.

Glücklich sind auch Knut und Karin Schulze und Tina Groß aus den Fluten zurück, haben sich ihre Medaille abgeholt. Einstimmige Meinung: „Es war einfach geil.“

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Von Anja Levien

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