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Bad Doberan An interessanten Plätzen ins Gespräch kommen
Mecklenburg Bad Doberan An interessanten Plätzen ins Gespräch kommen
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20:57 10.06.2019
Fasziniert von alten, verlassenen Häusern: Kayleigh Rhian Carroll (31) aus Reading bei London. Quelle: Thomas Hoppe
Steinhagen/Westenbrügge

 Auch wer relativ zu früh kommt, wird vom Leben nicht gerade beschenkt: „Es geht hier noch nicht richtig los, es werden Bilder gerade angebracht, Musik soll wohl morgen sein“, sagt Michael Kunze vor der Nummer 56 im Kunst-offen-Teilnehmerkatalog des Ostseebäder- und des Tourismusverbandes von Mecklenburg für den Landkreis Rostock.

Michael Kunze: „Gut, dass sich hier in Steinhagen junge Leute eine alte Scheune für die Kunst wieder herrichten.“ Quelle: Thomas Hoppe

Der Neuklosteraner gibt darüber aber ganz ohne ärgerlichen Unterton Auskunft. Denn er findet nicht nur die Idee von „Kunst offen“ gut, sondern auch, dass sich hier in Steinhagen junge Leute damit beschäftigen, entsprechend etwas gestalten und so eine alte Scheune dafür wieder herrichten würden. Das sei unheimlich wichtig, weil so etwas nicht verloren gehen dürfe. Er kann sich sogar vorstellen, seine Töchter mal hierher zu lotsen.

Schon seit zehn Jahren sei es bei ihm, damals initiiert durch seine Frau – einer Kunstlehrerin – Tradition auch mit der Cousine immer zu Pfingsten verschiedene Orte mit Kunst aufzusuchen, berichtet der 52-jährige Witwer. Seine Begleiter, Kathrin und Mike Kunze, kommen aus Leipzig und bezeichnen sich auch als „sehr kunstinteressiert“. „Wir schauen vor allem auf Bilder und Töpferei, aber das mit der Scheune hier ist auch sehr interessant, zumal die Umgebung mit genutzt wird. Da kann man auch Ideen sammeln“, betont Kathrin Kunze.

Besagte Klinkerscheune ist nicht nur an diesem Pfingstwochenende das kulturelle Zentrum auf dem Gelände des gemeinnützigen Kunst- und Kulturvereins „Freiblick“, der im Jahr 2016 gegründet wurde: „Vor drei Jahren habe wir das Grundstück erworben und seit letztem Jahr bieten wir Leuten aus der Region an, hier ihre Kunst auszustellen. Von uns selber ist es keiner, wir organisieren das nur“, erklärt die Vereinsvorsitzende Johanna Wetzel.

Johanna Wetzel: „Wir bieten Leuten aus der Region an, hier ihre Kunst auszustellen. Wir organisieren das.“ Quelle: Thomas Hoppe

Darauf angesprochen, sagt die heute 25-Jährige, die in Rostock als Erzieherin arbeitet, dass es früher hier nur noch Festivals wie „Grillenzirpen“ gab, die aber das Verhältnis zu den Anwohnern ein bisschen verdorben hätten: „Dann haben wir das Gelände saubergemacht, haben die alten gammeligen Wohnwagen weggerissen und in anderthalb Jahren die komplett mit Müll zugestellte Scheune ausgeräumt. Jetzt bieten wir verschiedenen Sachen an. Seit gut einem Jahr läuft es organisierter. Die ganze Veranstaltung hier wird von der ,Aktion Mensch’ gefördert.“

In der Scheune werden jetzt Werke von Karl Heuser, Lovis Fabian, Ines Bergmann, Jana Rosenow, Luisa und Charlotte Wetzel, Annemie Martin, Laura Schreiner und Kayleigh Rhian Carroll präsentiert. Letztere wohnt und arbeitet für zweieinhalb Jahre in Rostock, stammt aber aus der 158.000-Einwohner-Stadt Reading, in der Nähe von London. Das Thema der 31-Jährigen, die übrigens gern in der EU bleiben würde, sind alte, verlassene Häuser, doch sie findet es „very nice“ (sehr schön) hier so viele verschiedene Kunststile zusammen zu sehen. In UK gäbe es natürlich auch Kunstausstellungen und Events, aber hier würden durch „Kunst offen“ mehr Urlauber einbezogen an interessanten Plätzen, man komme ins Gespräch – „das ist toll!“

Günter Breuer: „Der gelbe Schirm hat uns her geführt. Solche Orte suchen wir immer zu Pfingsten auf.“ Quelle: Thomas Hoppe

So schwärmt auch der Rostocker Günter Breuer in Westenbrügge: „Der gelbe Schirm (das Zeichen für Kunst offen, d. A.) hat uns her geführt. Solche Orte suchen wir immer auf. Jetzt sind wir überrascht von diesem ganzen Ambiente hier, bis zum Lindenkreuz und der uralten Kirche.“

Zu diesem Ambiente im Dorf gehört auch die Werkstatt und der Ausstellungsraum von Bernd Kirchner mit der neuen Adresse „Lindenkreuz 5“. Der gebürtige Berliner ist Diplomformgestalter und lebt hier seit fünf Jahren. Er präsentiert unter anderem selbstgefertigten Schmuck, außergewöhnliche Kerzenständer und seine noch nicht ganz vollendete Metallskulptur aus Winkelresten „In den Hörn“: „Das ist die Adresse unserer Fine-Art Ateliergemeinschaft in Bad Doberan und in Kröpelin gibt es die Straße ,In den Hören’. Deutsche Sprache ist für mich schon wichtig und deshalb mache ich mich schlau, wenn ich da etwas nicht kenne: das heißt ja in den Ecken, in den Winkeln“ – bildende Kunst.

Bernd Kirchner: „Deutsche Sprache ist für mich schon wichtig und deshalb mache ich mich schlau, wenn ich da etwas nicht kenne.“ Quelle: Thomas Hoppe

Thomas Hoppe

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