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Bad Doberan Auf Spurensuche in Althof
Mecklenburg Bad Doberan Auf Spurensuche in Althof
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18:55 23.11.2018
Weihten jetzt die neuen Schautafeln in Althof offiziell ein (v.l.): Joachim Frenkel, Ute Busse, Jörg Zimmermann und Uwe Neumann. Quelle: Lennart Plottke
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Bad Doberan

„Dass dieser kleine Bach hier für so viel Hochwasser sorgen kann“, sagt Joachim Frenkel und zeigt in Althof auf ein friedlich dahinplätscherndes Rinnsal. „Man glaubt es gar nicht.“ Warum der Wasserlauf bei sehr starken Niederschlägen und außergewöhnlichen Hochwasserereignissen das dreißigfache seiner mittleren Menge erreichen kann – das und noch viel mehr erfährt der wissensdurstige Spaziergänger ab sofort bei einem Rundgang durch Bad Doberans Ortsteil.

Unter dem Motto „Althof erkunden“ hat der Verein Althof jetzt acht Schautafeln am Wegesrand aufgestellt, die die Geschichte, Natur und Bebauung der unmittelbaren Umgebung näher erläutern. „Es ist geschafft“, sagt der Vereinsvorsitzende Jörg Zimmermann. „Und wir sind auch geschafft.“ Denn seit etwa einem Jahr habe man sich sehr um dieses Projekt bemüht, betont auch Vereinsmitglied Joachim Frenkel: „Aber um alle Kriterien für eine avisierte Förderung durch das Europäische Programm ,Leader’ zu erfüllen, waren am Ende doch viel mehr Schritte notwendig, als wir bei der Einreichung des Antrages gedacht haben.“

Projekt wird mit gut 75 Prozent gefördert

Ein Aufwand, der sich gelohnt hat: Knapp 7500 Euro kostet das „ganzheitliche Informationssystem“ – unterstützt mit „Leader“-Fördermitteln in Höhe von 5668 Euro. Sämtliche Formalitäten zu überblicken, ist vor allem für kleine Vereine sehr schwierig, meint auch Ute Busse, Mitarbeiterin im Doberaner Amt für Stadtentwicklung: „Selbst wir, die mit solchen Dingen täglich zu tun haben, können das manchmal nur schwer überschauen.“

„Althof erkunden: So sehen die neuen Schautafeln am Wegesrand aus. Quelle: Lennart Plottke

Er denke, dass dem Verein ein gutes Abbild des Ortes gelungen sei, sagt Joachim Frenkel: „Vor allem zur Geschichte erfahren die Leute eine ganze Menge.“ So sind die Schautafeln in verschiedene Themenfelder unterteilt: „Auf Spurensuche zwischen Mittelalter und Gegenwart“ ist etwa auf einer Tafel am Mühlenweg zu lesen, andere heißen „Bahnlinie RostockWismar, Bahnhof Althof“, „Der Jakobsweg und der Hanseatenweg“, „Schutzgebiete in der Umgebung“ oder „Eine kleine Agrargeschichte“.

Mehrwert durch Grafiken und Illustrationen

„Dabei haben wir echt unterschätzt, wie schwierig es ist, an historisches Material zu kommen“, sagt Jörg Zimmermann. „Umso dankbarer sind wir der Stadt Bad Doberan und hier vor allem auch Stadtarchivarin Andrea Gläwe für die große Unterstützung.“ Was die Schautafeln so besonders macht: „Bei uns gibt es nicht nur viel zu lesen, sondern auch jede Menge zu gucken“, betont Joachim Frenkel. „Und das vor allem auch wegen der Illustrationen unseres Vereinsmitgliedes Uta Ehlers.“ Ob Althöfer Bach, Mühle oder Klosterscheune – auf den Exemplaren finden sich in der linken oberen Ecke Grafiken der Doberaner Künstlerin zu den jeweiligen Themengebieten.

Seit mehr als zehn Jahren engagiert sich der Verein Althof für den Doberaner Ortsteil, hat Geräte für den Spielplatz gekauft, Bänke an den Wanderwegen aufgestellt, die Kapelle unterstützt und für die Sitzauflagen einen Anteil gegeben. Vor einigen Jahren sei die Kapelle saniert worden, sagt Jörg Zimmermann: „Zusammen mit der Kirche und ebenfalls mit Hilfe einer ,Leader’-Förderung.“

Viele Informationen für Pilger und Wanderer

Ein entscheidender Aspekt beim „Althof erkunden“-Projekt: „Durch unseren Ort verlaufen die Europäische Route der Backsteingotik, der Jakobsweg und der Hansische Botenweg“, erklärt der Vereins-Chef. „Pilger und Wanderer haben regelmäßig Fragen zur Klostergründung oder zur Kapelle – diesem Interesse wollten wir jetzt fundiert gerecht werden.“

An der Tafel zur Althöfer Wassermühle bleibt Jörg Zimmermann kurz stehen: „Auf den historischen Fotos ist schön zu erkennen, wie viel Leben es hier früher mal gab – von etwa 1900 bis in die 1970er Jahre hinein wurde sogar ein Gartenlokal betrieben, die Mühle und das gesamte Umfeld waren ein sehr beliebtes Ausflugsziel.“ An Stelle des Lokals steht jetzt längst ein Wohnhaus. Auch das ist auf der Schautafel abgebildet – und schlägt so einen schönen Bogen von der Vergangenheit bis zur Gegenwart.

Im Jahr 1171 gründeten die Zisterziensermönche aus Amelungsborn in Althof das Kloster, das 1179 zerstört wurde.

1186 wurde das Kloster im heutige Doberan neu eröffnet.

Rund 7500 Euro kostete das Projekt „Althof erkunden“ – gut 75 Prozent davon kamen aus dem „Leader“-Fördertopf.

Lennart Plottke

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