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Bad Doberan Ausstellung „Hand Kunst Werk“ im Roten Pavillon
Mecklenburg Bad Doberan Ausstellung „Hand Kunst Werk“ im Roten Pavillon
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14:25 24.01.2019
Die Pädagogin und Künstlerin Anne-Teresa Grosche (v.l.) beim Aufbau der neuen Ausstellung im Roten Pavillon mit den Schülern Jonas Zirow und Thomas Liess. Quelle: Sabine Hügelland
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Bad Doberan

Schüler, die schmieden, nähen, Weidenkörbe flechten, formen, bildhauern oder malen, stellen aktuell im Roten Pavillon aus. Der Kunstverein Roter Pavillon Bad Doberan e.V. zeigt bis zum 2. März, was im handwerklich-künstlerischen Unterricht an der Waldorfschule Rostock entstand. Arbeiten von etwa 20 Schülern der Mittel-und Oberstufen geben einen Einblick der Unterrichtsergebnisse.

Die Schülerausstellung „Hand Kunst Werk“ eröffnet damit die diesjährige Kunst-Saison im Pavillon. Dabei geht es um viel mehr als Werken, Malen oder Zeichnen. Buchbinden gehört genauso zum Unterricht wie Schneidern. In den gut ausgestatteten Schüler-Werkstätten entstehen kleine Kunstwerke. „Schon die Jüngsten lernen bei uns Handwerkliches“, sagt Pädagogin Anne-Teresa Grosche. Im Pavillon sind Tonskulpturen zu sehen, Steinbildhauerei, Malerei, Schmiedekunst, Genähtes, Holzkunst und Holzhandwerk oder Kupfernes. „Im sogenannten Epochenunterricht, der fünf Wochen umfasst, wird zum Beispiel in der Schmiede gearbeitet“, so Grosche, die selbst als freie Künstlerin tätig ist. „Es geht für die Schüler darum, an etwas dranzubleiben, sich mit den unterschiedlichen Materialien auseinanderzusetzen, eine räumliche Vorstellung zu entwickeln und zu schulen.“ Die Schüler würden so lernen, ihre Arbeit zu schätzen und sich schneller zutrauen, Neues in Angriff zu nehmen.

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Die Malereien entstanden als Skizzen zuerst auf einer Italienreise für die zwölften Klassen. Dabei geht auch um schriftliche Arbeiten und Vorträge. Zu Hause werden die Skizzen bis zur Malerei weiterentwickelt. „Bei ihren Arbeiten in der Schule wissen die jungen Leute oftmals nicht, wohin die Reise sie führt“, sagt Anne-Teresa Grosche. „Sie lassen sich dann auf den Arbeitsprozess ein.“ Gerade auch in der Oberstufe probieren sich die Schüler aus. Das Ergebnis ist dabei nicht so wichtig, sondern der Mut, es angepackt zu haben: „Ich sehe mich daher auch nicht als Lehrerin, sondern Begleiterin.“

Während seiner Arbeit mit Eisen kam etwa Thomas Liess der Hermesstab in den Sinn, der ihm als Grundlage diente und den er abwandelte: „Ich denke schon, dass ich hier durch das handwerkliche Arbeiten mehr Feinmotorik entwickelt habe als Schüler in normalen Schulen“, sagt der 17-Jährige. „Mir macht eigentlich alles Spaß.“ Er stellt neben seinem Eisen-Exponat auch selbst geflochtene Weidenkörbe aus.

„Ich habe auch mit verschiedenen Materialien gearbeitet, auch Silber gegossen und einen Ring hergestellt“, sagt Jonas Zirow. Der 16-Jährige half beim Aufbau, stellt jedoch nicht aus: „Ich finde die große Vielfältigkeit in der Schule gut – und es ist anspruchsvoll.“ Die Schüler würden sich ausprobieren und sich dabei besser kennen lernen, meint David Drechsler, der als Lehrer unter anderem in der Eisenschmiede und der Tischlerei der Waldorfschule Rostock tätig ist.

Die Ausstellung ist mittwochs, donnerstags und sonnabends von 14 bis 17 Uhr sowie freitags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Sabine Hügelland

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