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Bad Doberan Schwarz und Weiß in Szene gesetzt
Mecklenburg Bad Doberan Schwarz und Weiß in Szene gesetzt
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19:00 30.10.2019
Die Künstlerin und Leiterin des Museum Atelierhaus Rösler-Kröhnke, Anka Kröhnke, eröffnete eine neue Ausstellung in ihren Räumen in der Schlossstraße. Quelle: Sabine Hügelland
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Kühlungsborn

Ohne Farbe und sehr ausdrucksstark in ihrer Reduktion auf Schwarz und Weiß kommt die neue Exposition „Kontraste“ im Museum Atelierhaus Rösler-Kröhnke aus. Sehr ungewöhnlich ist der Gang durch die Hallen, weil durch das Weglassen von Farbe die Bilder an Intensität in ihrer Aussage gewinnen. Bis auf wenige Ausnahmen – und auch da ist nur ein Hauch Farbe zu sehen – sind die Arbeiten von Louise Rösler (1907–1993) und Bernd Kommnick (1960) in Schwarz-Weiß gehalten. „Kontraste“ zeigt Bleistift-, Kohle- und Filzstiftzeichnungen, Lithografien, Frottagen, Kaltnadelradierungen und Gouachen von Louise Rösler. Den handschriftlich bewegten Zeichnungen und Drucken Louise Röslers stehen im Kontrast die sehr strengen Installationen und Figuren von Bernd Kommnick gegenüber. „Das Atelierhaus ist fast immer ein sehr farbiger Ort, da die hier gezeigten Künstler in erster Linie Maler waren“, so Anka Kröhnke, selbst Künstlerin und Leiterin des Museum-Atelierhauses. „Aber es gibt auch einen reichen Schatz an grafischen Werken, der jetzt entdeckt werden kann.“

Kontrast zwischen künstlerischen Standpunkten

Schon im Eingangsbereich werden die Besucher mit neuen Werken von Anka Kröhnke darauf eingestimmt: Aluminiumdosen, die zu schwarz-weißen dreidimensionalen Kunstwerken wurden. „Louise Rösler und Bernd Kommnick sind so verschieden, dass man auch hier von einem Kontrast unterschiedlicher künstlerischer Standpunkte sprechen kann“, sagte Regina Erbentraut vom Kunst- und Altertumsverein Güstrow bei ihrer Laudatio. Die Werke Röslers, die aus der Zeit ab 1926 bis in die späten 80er-Jahre stammen, wählte Anka Kröhnke sehr sorgsam aus. „Sie müssen in der Ausstellung schließlich auch gut zueinanderpassen, Abwechslung und Spannung bieten.“ Während ihre ganz frühen Zeichnungen und Lithografien noch recht gegenständlich sind, werden sie wenige Jahre später abstrakter.

Großstadt als Anregung

Klein sind die Formate, die nach dem Krieg entstanden, wie auch eines, welches das zerstörte Frankfurt in den späten 40ern zeigt. „Es gab so gut wie kein Material in der Nachkriegszeit. Sie nahm, was sie fand – so auch Wäschetinte – um zu malen“, sagt Anka Kröhnke. „Meine Mutter war jedoch immer sehr experimentierfreudig und probierte gerne verschiedene Materialien und Techniken aus.“ In den 50er-Jahren werden die Szenerien von Louise Rösler abstrakter, haben aber jeweils eine erlebte Situation zum Anlass. Der Krieg lag zurück, das Leben vor ihr. „Erstaunlich, wie nuancenreich die Arbeiten unter Verzicht auf Farbe sein können“, so Anka Kröhnke. „Die Rückkehr nach Berlin 1959 wirkte sich auch auf ihre Arbeiten aus.“ Die Großstadt war schon immer Louise Röslers wichtigste Anregung gewesen. „Auf das neuerliche Erlebnis der pulsierenden Großstadt reagierte sie in ihren Zeichnungen mit großzügig handschriftlich schwungvollem Gestus.“

Quadrat ist Kommnicks Grundmodul

Wenn Besucher den Saal mit den Arbeiten Bernd Kommnicks betreten, nehmen sie zunächst geometrische weiße und schwarze Flächen und Reliefs wahr. Dann, bei näherem Hinschauen, kann eine erstaunliche Vielfalt entdeckt werden, wie diese Arbeiten mit minimalen Mitteln zu einem raffinierten Spiel mit Schwarz und Weiß gestaltet sind: Geringfügige Verschiebungen einzelner weißer oder schwarzer Elemente auf schwarzem oder weißen Grund entwickeln eine erstaunliche Wirkung. Zu sehen sind auch einige plastische Werke, die reizvolle Akzente setzen. „Er gehört zu den wenigen in Mecklenburg-Vorpommern ansässigen Vertretern Konkreter Kunst und er ist einer ihrer konsequentesten. Und doch: Wie viel Musikalität und künstlerische Unverwechselbarkeit liegt auch in der Strenge“, sagt Regina Erbentraut. „Sein Grundmodul ist das Quadrat, mit ihm der rechte Winkel und die zum Balken oder zum Rechteck addierten Quadrate; oder aber auch eingeschriebene, mit der Räumlichkeit spielende Dreiecksvariationen und ihre Winkelverhältnisse“, sagt sie. „Bernd Kommnick nennt sich Flächengestalter. Kommnick füllt seine Farbflächen mit sich nach innen öffnenden Farbräumen. Das monochrome Schwarz ist immer räumlich.“ Diese sehenswerte, kontrastreiche Ausstellung verbleibt bis zum 12. Mai 2020 im Haus.

Von Sabine Hügelland

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