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Bad Doberan Kühlungsborner Retter von Ministerpräsidentin ausgezeichnet
Mecklenburg Bad Doberan Kühlungsborner Retter von Ministerpräsidentin ausgezeichnet
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15:20 18.06.2019
Sven Upplegger (rechts) aus Kühlungsborn nahm die Rettungsmedaille des Landes von Ministrepräsidentin Schwesig in Empfang. Für die versuchte Rettung der Großmutter erhielt Tobias Ehrenberg (links) eine Belobigung.  Quelle: Staatskanzlei MV
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Kühlungsborn

„Als ich die Hilferufe hörte, bin ich sofort losgelaufen“, sagt Sven Upplegger. „Ich habe gar nicht drüber nachgedacht.“ Der 51-Jährige hat ein Kind aus der Ostsee gerettet. Dafür ist er jetzt von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit der Rettungsmedaille des Landes ausgezeichnet worden.

Der Neunjährige war am 5. August trotz starken Wellengangs baden gegangen. Dabei geriet er in eine starke Strömung. Seine Großmutter schwamm hinterher, um den Jungen zu retten. Aber auch sie schaffte es nicht wieder an Land.

„Ich hörte leise Hilferufe.“

„Von draußen sah es gar nicht so dramatisch aus“, sagt Sven Upplegger, der selbst mit seiner Familie am Strand war. „Zehn Meter weiter standen noch Menschen im Wasser, die davon nichts bemerkt hatten.“ Und es sei zwar eine Warnfahne gehisst gewesen, „Baden war aber nicht verboten“.

Er habe im Hintergrund nur leise die Hilferufe der 80-Jährigen gehört, die Frau gesehen – und war sofort losgerannt. „Erst als ich im Wasser war, habe ich reflektiert, dass die Strömung so stark war, dass sie nicht mehr aus dem Strudel herauskam.“ Auch Sven Upplegger musste gegen die Fluten ankämpfen. „Die Wellen kamen gar nicht an die Steine heran, weil die Strömung so stark vorbeizog. Und wo auf dem Grund sonst Sand war, war auf einmal keiner mehr.“

„Kümmern Sie sich zuerst um den Jungen.“

Er habe dann versucht, beide an Land zu ziehen. „Das war aber sehr schwierig – bei der Strömung, links die Frau und rechts das Kind am Arm.“ Die Großmutter habe ihm dann jedoch zugerufen, sich zuerst um das Kind zu kümmern. Als er sich mit dem Jungen wieder an Land gebracht hatte, ging Sven Upplegger sofort wieder ins Wasser. Aber die Großmutter war bereits zu weit abgetrieben.

„Das war schon eine haarige Geschichte“, sagt er. Das ist ihm aber erst im Nachhinein bewusst geworden. „Wenn ich überlege, wie stark die Strömung war. Und die Wellen zogen mich immer wieder raus aufs Meer. Da darf man gar nicht drüber nachdenken.“ Er habe mit allem Schwung versucht, zu schwimmen. „Aber ich bin kaum vorangekommen. Es war verdammt anstrengend.“

Inzwischen hatten auch zwei Urlauber – Tobias Ehrenberg (20) aus Leipzig und Andreas Bettinger (54) aus München – den Unfall bemerkt und stürmten ins Wasser, um die Großmutter zu retten. Zu dem Zeitpunkt war sie bereits bewusstlos. Hinzugekommene Rettungskräfte reanimierten sie zunächst. Die 80-Jährige starb jedoch wenig später im Krankenhaus.

„Die Auszeichnung kam überraschend.“

Die Nachricht von der Auszeichnung bekam Sven Upplegger vor sechs Wochen per Post. „Das kam schon überraschend. Schließlich ist der Vorfall fast ein Jahr her.“ Am vergangenen Freitag nahm der 51-Jährige die Rettungsmedaille des Landes Mecklenburg-Vorpommern persönlich von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in Empfang. Tobias Ehrenberg und Andreas Bettinger erhielten eine öffentliche Belobigung für ihre Tat.

„Wir verleihen diese Auszeichnung an Menschen, die durch ihren beherzten Einsatz und ihr selbstloses Verhalten das Leben eines anderen retten und dabei ihr eigenes riskieren“, sagte Manuela Schwesig bei der Auszeichnung in der Staatskanzlei in Schwerin.

Es sei wichtig, dass Menschen, die so beherzt, selbstlos und verantwortungsvoll handeln, wie es die drei Männer taten, öffentlich geehrt werden. „Unter großem persönlichem Einsatz ein Leben zu retten, das ist eine bewundernswerte Tat“, sagte die Ministerpräsidentin.

Kontakt zur Mutter des Geretteten

„Ich glaube, ich würde es wieder machen“, sagt Sven Upplegger. „Das ist doch klar, wenn jemand am Ertrinken ist.“ Beim nächsten Mal würde er allerdings vorher den Rettungsdienst alarmieren oder zumindest einen anderen Menschen um Hilfe bitten.

Die Mutter des Jungen hatte nach dem Badeunfall Kontakt zu Sven Upplegger aufgenommen. „Sie hat einen Brief geschrieben und wir haben telefoniert.“ Sie habe sich mehrfach bedankt. „Eventuell will sie Anfang August noch mal nach Kühlungsborn kommen.“

Cora Meyer

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