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Bad Doberan Backhaus weist Kritik nach Fischsterben bei Neubukow zurück
Mecklenburg Bad Doberan Backhaus weist Kritik nach Fischsterben bei Neubukow zurück
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17:16 31.01.2019
Angler registrierten Anfang Dezember 2018 rund um die Hellbachbrücke viele tote Fische. Quelle: Thomas Hoppe
Neubukow/Schwerin

Nach einem Fischsterben im Hellbach bei Neubukow Anfang Dezember 2018 hat Agrarminister Till Backhaus (SPD) jetzt Kritik am Krisenmanagement des Ministeriums zurückgewiesen. „Wird in den Gewässern von Mecklenburg-Vorpommern ein Fischsterben festgestellt, sind die behördlichen Zuständigkeiten klar geregelt“, betonte Backhaus beim Stammtisch des Schweriner Landesanglerverbandes. „Es gibt eine definierte Meldekette für Notfälle, denn im Ernstfall muss alles ganz schnell gehen und möglichst reibungslos laufen.“

Der Minister reagierte damit auf Vorwürfe des Naturschutzverbandes (Nabu), das Land hätte strukturelle Probleme in der Behördenzuständigkeit bei Fischsterben in heimischen Gewässern. Bei der Kontrolle der Schweinemastanlage Neubukow, die an die besagte Leitung angeschlossen ist, wurde der Gülle-Austritt aus der Anlage festgestellt. „Die Behörden haben direkt alle notwendigen Sofortmaßnahmen zur Gefahrenabwehr angeordnet“, so Backhaus. „Zwar haben sich die Werte in den Folgetagen wieder normalisiert, wir müssen aber davon ausgehen, dass die Gewässerflora und -fauna erheblich geschädigt wurde. Wir haben es hier mit einem Umweltschaden zu tun, dessen Ausmaß erst in den kommenden Jahren abzuschätzen sein wird.“

„Wir haben es hier mit einem Umweltschaden zu tun, dessen Ausmaß erst in den kommenden Jahren abzuschätzen sein wird.“ Dr. Till Backhaus (SPD), Landwirtschafts- und Umweltminister MV Quelle: Ove Arscholl

Bis heute habe sich das Hellbachsystem mit dem Panzower Bach zu einem der bedeutendsten Laichgewässer der Meerforelle in MV entwickelt: „Seit Jahren setzen wir uns gemeinsam mit verschiedenen Vereinen für die Verbesserung und den Erhalt des ökologischen Zustandes des Fließgewässers ein – wir haben Gewässerabschnitte renaturiert, Fischtreppen gebaut, Besatzmaßnahmen durchgeführt und damit konsequent an der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie gearbeitet.“

Insgesamt habe das Land dafür in den vergangenen zehn Jahren Mittel in Höhe von rund 2,6 Mio Euro zur Verfügung gestellt: „Es ist absolut bedauerlich, dass diese Anstrengungen durch das unvorsichtige Handeln einzelner Personen eines Betriebes null und nichtig gemacht werden.“ Er gehe davon aus, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen zügig abschließen und der Verursacher zur Verantwortung gezogen werde, stellte Backhaus klar: „Wir prüfen derzeit noch mögliche Schadensersatzansprüche.“

Die zuständige Untere Wasserbehörde des Landkreises habe darüber hinaus weitere Maßnahmen angeordnet, kündigte Backhaus an. Dazu gehöre eine Beprobung des Bodens im Umfeld des Gülleaustritts: „In Abstimmung mit meinem Haus wird die Behörde auch eine Sachverständigen-Prüfung der Gülle-Anlage veranlassen.“

Mehr lesen: Fische sterben wegen Gülle

Mehr zum Thema: Angler erstatten Anzeige

Lennart Plottke

Nach dem Fischsterben im Hellbach bei Neubukow (Landkreis Rostock) hat Agrarminister Till Backhaus (SPD) Kritik am Krisenmanagement des Ministeriums zurückgewiesen. Die Umweltschutzorganisation Nabu MV hatte ein strukturelles Problem in den Behördenzuständigkeiten bemängelt.

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