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Bad Doberan Anwohner verärgert über Straßenpläne
Mecklenburg Bad Doberan Anwohner verärgert über Straßenpläne
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06:00 25.05.2019
Einen Trampelpfad gibt es bereits zwischen dem Gewerbegebiet Eikboom und dem Wohngebiet Parkentiner Landweg. Pläne der Stadt sehen hier eine Straße vor. Eine zweite soll auf der anderen Seite des Wohngebiets gebaut werden. Quelle: Anja Levien
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Bad Doberan

Kommt doch eine Verbindungsstraße vom Gewerbegebiet Eikboom ins Wohngebiet Fuchsberg? Das jedenfalls nehmen einige Anwohner nach einem Treffen mit Bürgermeister Jochen Arenz und Bauamtsleiter Norbert Sass an. Dabei hatte die Stadt in einem Schreiben informiert, dass die Straße, die nach bisherigen Planungen nach Althof führen sollte, nicht gebaut wird. „Wir fühlen uns getäuscht“, sagt Fuchsberg-Anwohnerin Angela Palm. Der Bürgermeister informiert: Die bisherigen Planungen sind ergebnisoffen.

Hintergrund: Im Bebauungsplan 13 der Stadt, hinter dem sich das Wohngebiet Parkentiner Landweg verbirgt, ist eine Straße eingezeichnet, welche die Wohngebiete Parkentiner Landweg und Fuchsberg mit dem Althöfer Weg verbindet. Die Zufahrten sind gebaut, die Straße jedoch nicht. Mit den Planungen für die Erweiterung des Gewerbegebiets Eikboom mit Gewerbeflächen und Wohnbebauung (B-Plan 40) und der Erstellung des Verkehrskonzeptes für die Stadt, wurde die Straße im vergangenen Jahr wieder Thema.

Anwohner meldeten sich bei der Stadt, sprachen sich gegen die Trasse aus, befürchteten mehr Verkehr und keine Entlastung der Innenstadt. Dann informierte Bürgermeister Arenz Ende März, dass die Straße nach Althof nicht gebaut würde.

Stadt stellt neue Pläne vor

Auf der Versammlung Mitte Mai seien jetzt aber Pläne vorgestellt worden, nachdem die Stadt die Straße bis zum Fuchsberg bauen möchte. „Das hat uns aufgebracht“, sagt Angela Palm, die für einige der Anwohner spricht, die gegen die Trasse sind. Wie viele dagegen seien, könne sie nicht sagen, stellt auch klar, dass es Anwohner gebe, die die Straße wollen.

Sie sagt aber: „Die Straße ist nicht notwendig.“ Angela Palm verweist auf Aussagen der Stadt, dass gerade mal 20 Autos mehr diese Straße nutzen würden. „Was soll das? Warum soll mit Mitteln der Stadt diese Straße gebaut werden?“, fragt sie sich und regt an, mit dem Geld die Straßen zu sanieren, die es nötig hätten, wie Kollbruchweg, Fritz-Reuter-Straße oder Clara-Zetkin-Straße.

Angela Palm möchte gerne eine Lösung finden, die alle zufriedenstellt. Denn plausible Gründe, warum die Straße notwendig sei, gebe es aus ihrer Sicht nicht. Sie befürchtet, dass die Navigationsgeräte die Autos dann von der B 105 über den Fuchsberg lenkten.

Auf der Versammlung sei der Vorschlag gekommen, den Parkentiner Landweg und den Fuchsberg über einen landwirtschaftlichen Weg zu verbinden, nicht aber bis ins Gewerbegebiet Eikboom. Dann gebe es auch eine zweite Ausfahrt aus dem Wohngebiet Parkentiner Landweg. „Der Vorschlag fand kein Gehör“, sagt sie. „Wir fühlen uns durch das Hin und Her getäuscht.“ Das bestätigt auch Thomas Krohn, Anwohner im Parkentiner Landweg. „Wir fühlen uns vonseiten der Stadt im Stich gelassen“, sagt er. Auf die Vorschläge sei nicht eingegangen worden. Er schätzt, dass etwa 30 Familien unmittelbar von der neuen Trasse betroffen und gegen diese wären.

Neue Wohngebiete dürften nicht zulasten der alten Wohngebiete entstehen, sagt Angela Palm. „Der Verkehr darf nicht durch bestehende Wohngebiete abfließen.“

Wohngebiet braucht zweite Zuwegung

Die Gefahr sieht Bürgermeister Arenz nicht. Denn eine weitere neue Straße wird das Gewerbegebiet mit dem Parkentiner Weg verbinden. Über diese würden die Autos, die von der Fritz-Reuter-Straße auf die B 105 wollen, fahren und so den Buchenberg entlasten. Hin zum Fuchsberg gebe es nur Anliegerverkehr, so Arenz, der bestätigt, dass der Vorschlag, den Fuchsberg anzubinden, gemacht wurde und hier etwa 20 Autos mehr zu erwarten seien.

Die Stadt plane jetzt, den Fuchsberg nicht anzuschließen und die Eikboom-Verbindung östlich des Wohngebietes Parkentiner Landweg bis zum Holunderweg zu bauen. „Das ist zur Sicherheit des Wohngebietes für den Katastrophenfall“, so Arenz. Denn bisher hat dieses nur eine Zufahrt. Ist die blockiert, kommen Rettungskräfte nicht durch. „Eine Verkehrssituation, die seit 30 Jahren besteht, wird bereinigt. Das ist jetzt eine Mausefalle“, sagt Arenz.

Für Angela Palm ist die zweite Ausfahrt kein Argument. Andere Wohngebiete hätten auch nur eine Ausfahrt, sagt sie und nennt als Beispiel „Am Quellholz“.

Thomas Krohn argumentiert: Eine weitere Zufahrt zum Wohngebiet könnte auch über den Hasenberg geöffnet werden. „Da gibt es zwei Zufahrten, die mit Poller zugemacht sind“, sagt er.

Jochen Arenz stellt klar, dass die Stadt bisher Vorschläge gemacht habe. Noch stehe nichts fest. Es werde eine Anwohnerversammlung geben, noch bevor die Pläne der Stadtvertretung vorgelegt würden.

Anja Levien

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