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Bad Doberan Zwei Katzen überfahren: Anwohner von Rasern in Bad Doberan genervt
Mecklenburg Bad Doberan Zwei Katzen überfahren: Anwohner von Rasern in Bad Doberan genervt
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11:38 09.09.2019
Im Parkentiner Weg in Bad Doberan gilt Tempo 30 – aber kaum ein Autofahrer hält sich daran. Quelle: Lennart Plottke
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Bad Doberan

Zwei getötete Katzen innerhalb eines Jahres, umgekommen durch rücksichtslose Autofahrer auf dem Parkentiner Weg in Bad Doberan – Guido Lex hat die Nase voll: „Es ist jetzt offenbar wieder einer von der kräftemäßig starken Fraktion der Rücksichtslosen gewesen, der unsere Katze angefahren und das von ihm grauenhaft zugerichtete Tier einfach sich selbst und seinem Todesleiden überlassen hat“, sagt der Anwohner. „Bei der allgemeinen Übung, mit dem Pkw durch den Parkentiner Weg zu heizen, war Verantwortungsübernahme wieder einmal nicht gefragt.“

Dabei handele es sich in der Tempo-30-Zone um ein allgemeines Phänomen, macht Lex deutlich: „Durchweg wird der Parkentiner Weg – Geschwindigkeitsbegrenzung hin oder her – als Rennstrecke benutzt. Beim Hineinfahren in die unübersichtliche Kurve am Anfang wird in aller Regel noch einmal richtig Gas gegeben, um dann auf der Geraden durchzustarten.“ Das ziehe dann vor seinem Grundstück „wilde Bremsmanöver“ nach sich, wenn er selbst den „zaghaften Versuch“ unternehme, mit dem Auto auf die Straße zu gelangen.

Keine vernünftige Verkehrsplanung möglich

Bedauerlicherweise gebe es trotz des immensen Verkehrsaufkommens im Parkentiner Weg keine Einsicht in der Stadtpolitik, dass die Straße entlastet werden müsse, bedauert der Anwohner: „Offenbar ist es so, dass der unverhohlene und peinliche Egoismus sich stark machender Interessengruppen in den Stadtrandlagen auf fruchtbaren Boden fällt.“ Auch deshalb sei eine vernünftigen Verkehrsplanung mit unterschiedlichen Verkehrsabflüssen nicht möglich, ist Guido Lex überzeugt.

„Es gibt mehrere Beschwerden von Anwohnern – und das mit Recht.“ Jochen Arenz, Bürgermeister Bad Doberan Quelle: Anja Levien

Geht es nach Jochen Arenz, ist hier aber eine Lösung in Sicht. „Die Stadt entwirft aktuell den Bebauungsplan 40, Baugebiet ,Eikboom’“, erklärt Doberans Bürgermeister. „In diesem Zusammenhang wird es eine neue Verbindungsstraße über das zu erschließende Gebiet mit einer Anbindung an die B 105 geben, so dass der gesamte Bereich ,Buchenberg’ und ,Parkentiner Weg’ verkehrstechnisch entlastet wird.“

Es gebe tatsächlich „eine ganz kleine Gruppe von Anwohnern, die diese Pläne ablehnt“, sagt Arenz und stellt klar: „Als Bürgermeister zählt für mich immer nur das Gesamte und das Allgemeinwohl – die Straße durch das neue Baugebiet ist sinnvoll und zwingend erforderlich, und ich werde mich für die Realisierung persönlich einsetzen.“ Dabei gehe er davon aus, „dass die große Mehrheit der Stadtvertreter dies genauso sieht“, so Arenz.

Anwohner sehen Stadt in der Pflicht

Für Guido Lex ist das indes ein schwacher Trost: „Unsere Katze durfte in diesen planlos überbordenden und von rücksichtslosen Verkehrsrowdys bestimmten Verkehrsverhältnissen gerade einmal ein Jahr alt werden, das Muttertier haben wir vor einem Jahr auf dieselbe Weise verloren.“ Deshalb appelliere er an die Entscheidungsträger, wenigstens die öffentliche Ordnung im Parkentiner Weg wiederherzustellen, so Lex.

Ein Ansinnen, das er voll unterstütze, betont Jochen Arenz: „Im Juli gab es bereits einen gemeinsamen Vorort-Termin mit Mitarbeitern des Landkreises, um über Möglichkeiten der zusätzlichen Verkehrsberuhigung zu sprechen.“ Denn die neu ausgebaute Straße sei tatsächlich zu einer Rennpiste geworden: „Es gibt mehrere Beschwerden von Anwohnern – und das mit Recht.“ Eine mögliche Variante: Geschwindigkeitskontrollen. „Diese Aufforderung hat der Landkreis jetzt an die Polizei rausgeschickt“, sagt Arenz.

Zudem habe man einen möglichen Weg zur Beruhigung gefunden: „Uns ist aufgefallen, dass Anwohner oder Anlieger nicht die Parkmöglichkeiten auf der rechten Straßenseite hinter den Garagen Richtung B 105 nutzen – das ist aber außer dienstags zwischen 9 und 11 Uhr ausdrücklich erlaubt.“ Sobald dort die ersten Autos als „Hindernis“ stehen würden, werde sich auch die Verkehrsgeschwindigkeit deutlich verringern, ist Arenz überzeugt.

Arenz: Stellflächen auf der Straße nutzen

Deshalb: „Auch, wenn Anwohner genügend Platz auf den Grundstücken hätten, um dort ihre Autos abzustellen, sollten sie ihre Fahrzeuge einfach mal ein, zwei Wochen am Straßenrand parken“, schlägt Jochen Arenz vor. „Dann dürfte sich diese Möglichkeit bei vielen Leuten rumgesprochen haben – und der Parkentiner Weg ist hoffentlich keine frei befahrbare Rennstrecke mehr.“

Leider werde man es nie erleben, dass sich alle Menschen an die Regeln oder einfach nur an das menschliche Gebot der Rücksichtnahme halten, so Arenz: „Aber ich hoffe und glaube, dass wir durch die Maßnahmen auf einem guten Weg sind.“

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Von Lennart Plottke

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