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Bad Doberan Bad Doberan: Meeresfrische im Roten Pavillon
Mecklenburg Bad Doberan Bad Doberan: Meeresfrische im Roten Pavillon
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06:00 10.09.2019
Großformatig, ausdrucksstark: Jeannine Rafoth vor einem ihrer Werke im Roten Pavillon auf dem Doberaner Kamp. Quelle: Sabine Hügelland
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Bad Doberan

Im Roten Pavillon herrscht gerade Sehnsuchtsstimmung – nach Wind im Haar und mit der Sonne im Nacken auf einem Segelboot über die Weltmeere zu gleiten. „Setz die Segel!“ heißt die neue Exposition, die der Kunstverein Roter Pavillon in Bad Doberan initiierte. Besucher könnten das Lied „Sailing“ von Rod Stewart im Ohr haben, wenn sie die Malereien von Jeannine Rafoth und die Objekte von Roland Wolff betrachten.

Jeannine Rafoth brachte schlanke, aufstrebende und großflächige Bilder an die Wände. Gemeinsam mit zwei weiteren Künstlerinnen gehört sie zu Hofgalerie „Meerart“ in Bad Doberan und ist bekannt für ihre Malerei auf Segeltuch. Roland Wolff baut aus Treibholz und anderem Material Boote. Keines gleicht dem anderen. „Das maritime Thema bot sich hier im Norden doch an und die Werke der beiden Aussteller passen gut zusammen“, sagt Eva Firzlaff, Vorsitzendes des Kunstvereins Roter Pavillon. „Jeannine Rafoths Bilder wirken so, als könnte der Betrachter die aufspritzende Gischt spüren und den Wind, der das Boot vorwärts treibt.“ Und Roland Wolff sehe bereits in dem Stück Treibholz, das er am Strand finde, das zukünftige Segelschiff, meint Firzlaff.

Segeln brachte Kreativität zurück

Jeannine Rafoth arbeitet in ihrem Kühlungsborner Atelier, wo auch die Segel lagern. Geboren auf Rügen und aufgewachsen in Kühlungsborn, studierte die Künstlerin mit Jahrgang 1974 Innenarchitektur an der Fakultät für Angewandte Kunst in Heiligendamm. Die Leidenschaft zum Malen begann schon in Kindheitstagen und lag dann auf Eis, bis ihr das Segeln wieder die Inspiration dazu brachte. Denn die Intensität, Dynamik und Leidenschaft, die ihre Bilder vermitteln, kommen auch aus ihrer Erfahrung als Seglerin.

„Die Herausforderung im Pavillon war für mich der große Raum. Das alles in einem Rahmen ist und zusammenpasst, dennoch nicht untergeht“, sagt Rafoth. Denn die Objekte von Roland Wolff füllen bereits den Raum – ihr blieben die Wände. Mit verschiedener Farbigkeit setzt sie Akzente. „Ich wählte schlanke Hochformate. Sie betonen die Höhe des Raumes und wirken schon fast sakral. Dazu ein zwei mal zwei Meter großes sowie ein 2,50 Meter langes, schmales Querformat wie ein Panorama“, erklärt die Künstlerin.

Die Komposition ist geglückt. „Setz die Segel!“ bringt frischen Wind ins Haus und macht Lust, die Sachen zu packen, um zu reisen. Natürlich können Besucher, die solch ein Werk gern zu Hause hätten, die Bilder sowie die Objekte käuflich erwerben. Roland Wolff machte sich nach seiner Tätigkeit als Tischler 2004 selbstständig. Eine Liebhaberei, die sich zum Beruf entwickelte, wurden seine Schiffe. Diese Objekte entwickelt er aus dem Stück Holz heraus, das ihn gerade anspricht. „An dem Holz hat ja zuvor schon ein Schiffsbaumeister gearbeitet“, sagt er und meint Mutter Natur.

Roland Wolff baut Schiffe aus Holz, von denen einige im Roten Pavillon zu sehen sind. Quelle: Sabine Hügelland

Häfen und der Bodden als Inspiration

Modelle baut er jedoch nicht. Für seine Schöpfungen lässt er sich gern in Häfen und auf dem Bodden inspirieren: „Das Kommen und Gehen – ich freue mich immer, Schiffe zu sehen. Holzschiffe sind das Schönste, finde ich.“ So sind im Pavillon rustikale, elegante und Exemplare mit Aufbauten zu sehen. Manche wirken wie Wikingerschiffe, andere erscheinen wie ein Dampfer. Sie tragen erfundene Namen wie „Akatan“, „Össöle“ und „Merowa“.

Die Ausstellung verbleibt bis zum 3. November im Haus. An diesem Tag laden die Mitglieder des Kunstvereins um 16 Uhr zu „Erzähl mir von Wellen und Wind“ ein. Sie stellen Meerbücher vor, die sie beeindruckten – von der Weltumsegelung bis zur dramatischen Suche nach dem warmen Meer am Nordpol, das man um 1880 hinter dem Eis vermutete.

Öffnungszeiten: mittwochs, donnerstags und sonnabends von 14 bis 17 Uhr, freitags von 15 bis 18 Uhr; im September auch sonntags von 14 bis 17 Uhr mit Kunst-Café

Von Sabine Hügelland

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