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Bad Doberan „Erste Hilfe gehört zum Alltag“
Mecklenburg Bad Doberan „Erste Hilfe gehört zum Alltag“
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14:38 10.12.2018
Viel Spaß haben die Kinder der Kita „Buchenbergzwerge“ in der Schnupperstunde: Vincent (5, r.) legt Leonie (6) einen Verband um. Tristan (5) schaut zu. Quelle: Anja Levien
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Bad Doberan

Vincent hat einen Verband um den Kopf, bei Tristan ist der Daumen eingewickelt. Die beiden Jungs der Kindertagesstätte „Buchenbergzwerge“ des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) haben im Schnupperkurs für die „Sanizwerge 112“ mit Kita-Leiterin Manja Kanthak schon mal Verband anlegen geübt. Ab Januar lernen die Jungen und Mädchen dann jede Woche, was Erste Hilfe ist oder wie sie einen Notruf absetzen. Dafür benötigen sie Übungs- und Lernmaterial, wie Verbände, Pflaster und Erste-Hilfe-Rucksäcke. Mit der OZ-Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ wird deshalb die Kinder- und Jugendarbeit des DRK-Kreisverbands Bad Doberan unterstützt. Hier wird der Nachwuchs in Erste Hilfe geschult, zu Rettungsschwimmern ausgebildet. Für das Ausbildungsmaterial ist der Verband auf Spenden angewiesen.

„Was ist Erste Hilfe?“, fragt Manja Kanthak die Fünf- und Sechsjährigen. Schulterzucken. „Wen kann ich holen, wenn jemand verletzt ist?“ „Den Krankenwagen“, sagt Jonas. Und welche Nummer wählt man im Telefon? „112“, rufen die Kinder. Sie werden im Januar bei den „Sanizwergen 112“ der Kita „Buchenbergzwerge“ mit dabei sein. Sie wissen schon genau, welche Notrufnummern es gibt, die 112 für den Krankenwagen und die Feuerwehr und die 110 für die Polizei. „Wir wollen Erste Hilfe lernen, damit ein verletzter Mensch versorgt wird, bevor die Polizei, die Feuerwehr oder der Krankenwagen kommen“, sagt die Kita-Leiterin. „Wir wollen lernen, was man machen muss, wenn man die 112 anruft. Wir wollen lernen, wie man im Notfall anderen hilft. Was können wir machen, wenn Vincent hinfällt und sich den Kopf stößt?“ „Verarzten“, ruft Anton. „Kühlkissen holen“, ergänzt Jonas. „Verband machen“, sagt Tristan.

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„Sanizwerge“ nehmen an Wettbewerb teil

Letzteres üben die Kinder gleich mal. Vorher schauen sie sich zusammen mit Manja Kanthak an, was sich alles in einem Erste-Hilfe-Kasten befindet: Verbandsschere, Pflaster, Handschuhe und eine silberne und goldene Folie. Die wird direkt auf dem Tisch ausgebreitet. Kopf drunter und verstecken. Spaß muss auch beim ernsten Thema sein.

In der DRK-Kita „Buchenbergzwerge“ gibt es die „Sanizwerge 112“. Vincent (v.) und Tristan sind ab Januar mit dabei. Quelle: Anja Levien

„Die Sanizwerge gibt es seit vielen Jahren bei uns“, sagt Manja Kanthak. Die Teilnahme basiert auf freiwilliger Basis. „Sie sollen lernen, dass die Erste Hilfe zum Alltag gehört. Berührungsängste sollen abgebaut werden. Sie sollen lernen, verantwortungsvoll zu handeln.“ Einmal die Woche lernen die Kinder, die kurz vor der Schule stehen, wie man einen Notruf absetzt, wie die stabile Seitenlage geht. In der Regel nehmen die „Sanizwerge“ dann auch am Kreisausscheid teil, bei dem sie sich mit anderen in ihrer Altersklasse messen und ihr Wissen unter Beweis stellen. Der findet nächstes Jahr am 18. Mai in Rerik statt.

Auch wer nicht bei den „Sanizwergen“ ist, kommt mit der Ersten Hilfe in Berührung. Beim Teddy-Krankenhaus in diesem Jahr konnten die Kinder beispielsweise ihre Puppen und Teddys verarzten, erzählt Manja Kanthak. „Sie konnten sich selbst auch Wunden schminken. Das hat viel Spaß gemacht.“

Erste-Hilfe-Hörspiel für Kinder

Für die „Sanizwerge“ möchte die Kita-Leiterin gerne neue Shirts kaufen, damit sie bei Wettbewerben auch erkennbar sind. Benötigt werde aber auch Verbandsmaterial oder ein Erste-Hilfe-Rucksack. „Den können die Kinder beim Wandertag aufschnallen“, sagt Manja Kanthak. Super wäre auch das Hörspiel „Helpman“. In diesem erlebe ein Junge Abenteuer, und die Kinder lernten die Grundbegriffe der Ersten Hilfe.

Die DRK-Kita „Buchenbergzwerge“ ist nicht die einzige, die Erste-Hilfe-Kurse anbietet. Im Kreisverband gibt es insgesamt acht Gruppen in Kindertagesstätten und vier in Horten. Hinzukommen zwölf Jugendrotkreuzgruppen, die im Schulsanitätsdienst oder im Rahmen des Ganztagsunterrichts Erste Hilfe lernen. Alle benötigen Lernmaterial. Etwa 250 Kinder und Jugendliche sind beim Jugendrotkreuz des DRK-Kreisverbandes Bad Doberan organisiert.

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Anja Levien