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Bad Doberan Bad Doberan: Geschäfte dürfen sonntags öffnen
Mecklenburg Bad Doberan Bad Doberan: Geschäfte dürfen sonntags öffnen
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19:30 11.04.2019
Die Einzelhändler in der Mollistraße in Bad Doberan können weiterhin in der Saison sonntags öffnen. Quelle: Anja Levien
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Bad Doberan

Jubel in Bad Doberan als die Nachricht aus Schwerin eintrifft. Die Geschäfte können vom 15. April bis 30. Oktober sonntags öffnen. Tourismuschefin Danielle Zimmermann hofft, dass die Einzelhändler davon auch Gebrauch machen.

Hintergrund: Ein erster Entwurf der neuen Bäderregelung hatte zwar Heiligendamm berücksichtigt, die Innenstadt aber rausgestrichen. Der damalige Bürgermeister Thorsten Semrau wehrte sich und legte Veto bei Wirtschaftsminister Harry Glawe ein. Mit Erfolg.

„Ich freue mich riesig und bin glücklich“, sagt Bürgermeister Jochen Arenz, der seit Ende März im Amt ist, bei den Gesprächen im Wirtschaftsministerium aber mit dabei war.

Der Grund, warum Bad Doberan jetzt doch berücksichtigt worden sei, seien die Zahlen. Für die Regelung war die Anzahl der Touristen in einem Ort an einem Sonntag ins Verhältnis zu den Einwohnern gesetzt worden. Übersteige die Gästeanzahl die der Einwohner nicht, werde davon ausgegangen, dass der Ort nicht touristisch geprägt sei, hießt es im Januar aus dem Wirtschaftsministerium.

Zahlen waren lückenhaft

„Die Zahlen, die vorgelegt wurden, waren lückenhaft. Da war die Kommunikation unglücklich gelaufen“, erläutert Jochen Arenz. Veranstaltungen wie Zappanale und Klostermarkt seien nicht berücksichtigt worden. „Jetzt wurde Heiligendamm in Zusammenhang mit Bad Doberan betrachtet.“

Die Bäderregelung sei für Bad Doberan als touristische Destination elementar. Doch auch die Einwohner genießen es, am Sonntag in den Supermärkten einkaufen zu können. „Die Bäderregelung ist Basis dafür, dass wir vieles anschieben können“, so der Bürgermeister. Die Stadt arbeite an mehreren Projekten, die Bad Doberan weiter voranbringen. Die Entwicklung der Rennbahn zu einem Veranstaltungsgelände, die Errichtung eines Baumwipfelpfades oder die Weiterentwicklung des Klostergeländes – das alles sind Vorhaben, die die Stadt attraktiver machen und weiterentwickeln.

Aufwind für die Stadt

Lutz Hinze arbeitet in Edda’s Tee-Lädchen in der Mollistraße, das sonntags geöffnet hat. Er freut sich über die gute Nachricht aus Schwerin. „Da haben wir mit Spannung drauf gewartet“, sagt er. „Das ist wieder ein Aufwind. Jeder, der im Tourismus arbeitet, sollte das nutzen.“ Zwar hatten die Einzelhändler in der Innenstadt die Sonntagsöffnung nur verhalten genutzt, „aber jetzt gibt es wieder einen Anreiz“, sagt Hinze mit Blick auf das neue Tourismuskonzept und die neue Leiterin der Tourist-Information Danielle Zimmermann.

Diese freute sich ebenfalls. „Wir haben gehofft, dass es klappt. Wir haben energisch darauf gepocht, dass Bad Doberan und Heiligendamm zusammen betrachtet werden. Dahingehend wurden die Zahlen geprüft“, sagt Danielle Zimmermann.

Die Sonntagsöffnung sei für die Weiterentwicklung der Stadt wichtig. „Wir haben einen Serviceauftrag an die Urlaubsgäste. Den Gewerbetreibenden sollte nicht die Möglichkeit genommen werden, sonntags zu öffnen.“ Die Tourismuschefin hofft, dass der ein oder andere Einzelhändler mehr in der Stadt jetzt davon Gebrauch machen wird.

Jeannette Polzin ist Inhaberin des Geschäfts „Drei Haselnüsse“ im ehemaligen Marstall im Klostergelände und hatte während der Saison sonntags geöffnet. „Die Sonntage sind sehr wichtig. Dass wir rausgenommen wurden, hat uns schockiert“, sagt sie. Aus Rostock und Heiligendamm würden die Kunden und Besucher kommen. „Wir hoffen, dass sich die Sonntage jetzt so entwickeln, dass mehr Läden in der Stadt öffnen.“

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Bäderregelung

Die Bäderververkaufsverordnung wurde zwischen dem Wirtschaftsministerium und der Gewerkschaft Verdi ausgehandelt. „Mit der Regelung kommen wir den Empfehlungen des Gerichts nach, dem verfassungsrechtlich gebotenen Sonntagsschutz stärker Rechnung zu tragen“, teilt Wirtschaftsminister Harry Glawe mit. Verdi hatte gegen die bestehende Veordnung geklagt gehabt.

In 76 Orten und Ortsteilen darf von 15. April bis 30. Oktober zwischen 12 und 18 Uhr geöffnet werden. Fällt Ostern in den März gilt die Regelung ab 15. März.

Neben Bad Doberan, dürfen auch Geschäfte in Rerik. Kühlungsborn und Nienhagen öffnen.

Anja Levien

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