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Bad Doberan Bastorfer Bürgermeisterkandidaten in vielem einig
Mecklenburg Bad Doberan Bastorfer Bürgermeisterkandidaten in vielem einig
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15:37 16.05.2019
Detlef Kurreck (l.) tritt nur noch als Gemeindevertreter an. Um seine Nachfolge als Bürgermeister bewerben sich sein Stellvertreter Marko Porm (Mitte) und Jacob Hoogendoorn. Quelle: Cora Meyer
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Bastorf

Große Unterschiede gibt es nicht in den Ansichten der Bürgermeisterkandidaten von Bastorf. Marko Porm und Jacob Hoogendoorn konkurrieren am 26. Mai um die Nachfolge von Detlef Kurreck. Der tritt nach 25 Jahren nicht mehr an „Ich bin mit mir im Reinen. Ich habe alle Ziele erreicht, die ich mir selbst gesetzt hatte.“ Aber jetzt sei es mal Zeit für etwas Neues. Die beiden möglichen Nachfolger haben sich am Mittwoch den Einwohnern im Gemeindezentrum vorgestellt. Etwa 70 interessierte Bürger waren gekommen.

Umwelttag und Bürgernähe

Der Landwirt Jacob Hoogendoorn kandidiert zum ersten Mal. Er will einen Umwelttag in den Dörfern der Gemeinde und am Strand einführen. Dabei hofft der gebürtige Niederländer, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, sie direkt nach ihren Wünschen und Sorgen zu fragen. Außerdem möchte er im Gemeindezentrum eine Box aufhängen, in der die Bürger anonym Vorschläge einwerfen können und auch die Vereine in die Gemeindevertretersitzungen einladen.

Ausschüsse sollen in den Orten tagen

Mehr Präsenz in der Gemeinde will auch Marko Porm, der bisher stellvertretender Bürgermeister war. „Wir wollen die Ortsteilbegehungen wieder aufnehmen. Das haben wir im letzten Jahr nicht gemacht.“ Der Bauausschuss solle dabei seine Sitzung vor Ort im Freien abhalten. „Dazu möchten wir auch die Bürger einladen.“ Jacob Hoogendoorn wünscht sich, dass noch mehr Ausschüsse öffentlich tagen. Er fordert auch mehr Transparenz im Gemeinderat. „Der Bürger sollte im Mittelpunkt stehen.“

Mehr Geld für Spielplätze

Einige Zuhörer kritisierten, dass die Dörfer in der Gemeinde vernachlässigt würden. Das betrifft auch die Instandhaltung der Spielplätze. Dafür seien bereits Fördermittel beantragt, sagt Marko Porm – „für jeden Ortsteil.“ Sein Kontrahent will den Zustand der Spielplätze ebenfalls im Blick behalten. Der vierfache Vater wünscht sich außerdem neben den Spielgeräten mehr Sitzmöglichkeiten für Eltern und Senioren.

Bastorf soll wachsen

Beide Kandidaten sind sich darin einig, dass Bastorf wachsen soll. „Wir müssen neue Wohnungen bauen“, sagt Jacob Hoogendoorn. „Und nicht noch mehr Ferienwohnungen.“ Auch Marko Porm hält das für nötig – auch, um junge Leute ins Dorf zu holen. „Wir müssen das aber mit Augenmaß angehen.“

Das betont er auch in Bezug auf die Finanzen. „Bei der Kita, den Senioren und der Feuerwehr wird es keine Kürzungen geben“, sagt er. Allerdings wolle er keine neuen Schulden machen. „Ich will nichts versprechen, was ich nicht halten kann.“ Neue Einnahmen verspricht sich Jacob Hoogendoorn von Unternehmen. „Wir müssen versuchen, mehr Gewerbe hierherzukriegen.“ Dabei denkt er auch an den Investor, der die Mehrzweckhalle übernehmen könnte. „Dafür müssen wir ein Konzept finden.“

Für die Gemeinde seien auch die Landwirte wichtig. „Die dürfen wir nicht ausbremsen“, sagt Jacob Hoogendoorn, der selbst einen landwirtschaftlichen Betrieb leitete. Auch Marko Porm stellt sich hinter die Bauern, will sie im Ort halten.

Ein wichtiges Thema für die Kandidaten und die Zuhörer ist der Verkehr. Der geplante Kreisverkehr am Westhofer Kreuz müsse dringend angegangen werden, finden Marko Porm und Jacob Hoogendoorn einvernehmlich. „Damit unsere Feuerwehr nicht mehr so oft zu Einsätzen dorthin ausrücken muss“, sagt Marko Porm.

Parkplatz ist ein Schandfleck

Unzufrieden ist Jacob Hoogendoorn damit, dass viele Einwohner ihre Gartenabfälle einfach irgendwo hinkippen. „Da müssen wir etwas Zentrales organisieren, wo das entsorgt werden kann.“

Geändert werden müsste seiner Ansicht nach auch, dass der Parkplatz in Kägsdorf verpachtet wurde. Der Platz sei in einem desolaten Zustand und der Gemeinde entgingen die Einnahmen aus den Parkgebühren. Marko Porm gibt ihm teilweise Recht: „Ich weiß, dass Menschen dort campieren und ihren Unrat abladen.“ Die Ordnung solle schon eingehalten werden. Die Gemeinde habe dabei aber leider wenig Handhabe.

Das letzte Wort hatte der Amtsinhaber. Wolfgang Kurreck rief die Zuhörer auf: „Gehen Sie wählen! Jeder der Kandidaten hat ihre Stimmen verdient.“

Sie treten für die Gemeindevertretung an

Um die zehn Sitze in der Bastorfer Gemeindevertretung buhlen 22 Kandidaten. Als einzige Partei sind die Grünen mit Hannes Pieper und Jacob Schariot dabei. Die WG Bastorf stellt die meisten Kandidaten: Detlef Kurreck, Marko Porm, Doris Bredemeier, Gerald Grösch, Ole Pedde, Doreen Richter, Matthias Wagner, Michael Woest, Christel Rossow, Jörg Kretschmann und Carsten Schmugler.

Die Wählergemeinschaft Bastorf, Kägsdorf, Mechelsdorf stellt Falko Steinmeier, Lars Zippert, Daniela Gleue, Francesco Biewald, René Awe und Silvia Steinmeier auf. Als Einzelbewerber treten jeweils Harry und Johannes Fork an.

Cora Meyer

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